Petition fordert Beibehaltung der Wehrpflicht
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In vielen Ländern Europas wird derzeit über die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht diskutiert. In 20 von 27 EU-Ländern ist diese allerdings faktisch ohnehin nicht mehr existent. Mit Schweden hat sich vor kurzem das nächste Land davon verabschiedet. Die neutralen Staaten wie Finnland, Schweiz und Österreich halten zwar derzeit noch an der Wehrpflicht fest, die Frage ist allerdings, wie lange noch.
In der österreichischen Gesellschaft halten sich Befürworter und Gegner bislang weitgehend die Waage. Einer „profil“-Umfrage zufolge sind 48 Prozent für die Abschaffung, 42 Prozent der Befragten für eine Beibehaltung des derzeitigen Systems. Unter den Unzensuriert-Lesern ist die Stimmung hingegen viel klarer. Aktuell sprechen sich 70 Prozent für den Erhalt der Wehrpflicht und nur 30 Prozent dagegen aus (Abstimmung noch möglich).
Innerhalb der Politik sind die Meinungen ebenfalls gestreut. Die Bundesregierung will unisono mit den Freiheitlichen nichts von einem reinen Berufsheer wissen. Das bisherige System habe sich bewährt, heißt es. Zudem seien die Kosten geringer, und der Katastrophenschutz müsse ebenfalls aufrecht erhalten bleiben. Das BZÖ fordert eine Aussetzung des Wehrdienstes auf unbestimmte Zeit, die Grünen eine Volksabstimmung für eine leichte UN-Brigade mit rund 6.000 Beschäftigten und 4.000 Berufssoldaten.
Kosten für Berufsheer annähernd dreimal so hoch wie jetzt
Eine breite Front gegen ein Berufsheer hat sich bei den Betroffenen selber gebildet. Hochrangige Vertreter aus dem Österreichischen Bundesheer (ÖBH) plädieren für eine Beibehaltung der Wehrpflicht, allerdings unter den Voraussetzungen, dass ein klarer politischer Wille dafür erkennbar ist und die Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel erfolgt. Günter Höfler, Kommandant der Streitkräfte, meint etwa wie viele seiner Berufskollegen, dass die derzeitigen und künftigen Aufgaben des Bundesheeres sich unter Berücksichtigung der speziellen österreichischen Rahmenbedingungen, der gesetzlichen Bestimmungen und des erwartbaren budgetären Rahmens am besten mit der Wehrpflicht bewältigen lassen. Im Inland seien dies die Assistenzleistungen bei Katastrophenhilfen und sicherheitspolizeiliche Assistenzleistungen, auf internationalem Parkett die Teilnahme an humanitären Einsätzen. Die Kosten für ein Berufs- oder Freiwilligenheer würden annähernd beim Dreifachen der jetzigen Ausgaben für das Bundesheer liegen.
Petition pro Wehrpflicht: Heer soll kein abgeschlossener Apparat im Staat werden
Doch auch innerhalb der Bevölkerung formt sich nun eine Bewegung zur Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht, die ihre Wurzeln in der Bürgerrevolution von 1848 hat. Damals wurde die Forderung erhoben, bewaffnete Verbände zu organisieren, die unter der Volkssouveränität stehen. Mit der Petition „Ja zur allgemeinen Wehrpflicht – Ja zur umfassenden Landesverteidigung“ soll dem Nationalrat ein breit unterstütztes Plädoyer zum Erhalt der allgemeinen Wehrpflicht überreicht werden. Das unabhängige Österreichische Bundesheer soll überdies mit den dafür notwendigen Budgetmitteln ausgestattet werden. Ein Berufsheer berge die Gefahr, dass sich das Militär zu einem abgeschlossenen Apparat ohne Bezug zum Volk entwickle, befürchten die Initiatoren. Unterstützter können sich auf www.pro-wehrpflicht.at eintragen. Die Petition ist auch auf Facebook abrufbar.
Foto: © Bundesheer und Mick7402


Kommentare
Sicherheit kostet halt!
Schaut man sich das Heer an, so kommt einem manchmal das Grauen. Ich habe viel mit GwD´s aus meiner angrenzenden Kaserne geredet. Den Schluss den ich daraus ziehen kann ist ein vernichtendes Abbild über das Heer. Von sich aus sagen die GwD´s, dass sie sich nicht für Feldverwendungsfähig halten. Eigenkritik der besonderen Art.
Was unter den vorangegangenen Verteidigungsministern begonnen hat, wurde unter dem Zivildiener Darabos perfektioniert: Sicherheit in Österreich wurde zu einem Witzwort (gleiches lässt sich auch auf die Polizei umlegen). Selbst Elitesoldaten des Jagdkommandos kritisieren ihre Ausrüstung und Bewaffnung! Teure und unbrauchbare Eurofighter, immer mehr stellen sich diese "Wundervögel" als Steuergeldvernichtsaggregate heraus, die das Heeresbudget über alle Massen strapazieren und somit Gelder für die Soldaten auffressen.
Hier wird mit dem Leben der Zwangsverpflichteten zugunsten einiger Profiteure fahrlässigst gespielt.
Ich bin prinzipiel für ein Berufsheer, auch wenn es den sozialistischen Volkstretern in der Regierung nicht ins Konzept passt! Ordentlich dotiert um die äussere Sicherheit des Landes zu gewährleisten (mit 1,3% BiP !!!). man darf nicht vergessen, dass das Heer auch ein Konjunkturmotor für die Gemeinden ist, in denen sich so manche Kaserne befindet.
Gleiches kann man auch auf die Polizei umlegen, dass sei aber nur am Rande erwähnt. ;-)
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Kosten
Die Grünen sprechen schon von 6000 Beschäftigten, welch Fortschritt! Bisher warens nur 5000. Dass beim Hochwasser Anfang des Jahrtausend 11 000 Mann = Soldaten im Einsatz waren haben die Grünen offensichtlich noch nicht realisiert. Aber bleiben wir mal bei den 4000 Soldaten für den Einsatz: Wieviel muss ein Freiwilliger verdienen,dass er freiwillig? sein Leben für die Abgehobenheit unserer Politiker aufs Spiel setzt? Netto 1000 € oder Netto 1500 €? So billig werden Berufssoldaten nicht zu haben sein. Rechnen wir mit 4000 € im Durchschnitt. Dann haben wir schon bei den Personalkosten 16.000.000 € pro monat Netto Brutto gschätzt 27 Millionen EURO Pro Monat für 4000 Mann.
Nur mit 4000 Mann ist es ja nicht getan, (vor allem bei dem Grössenwahn unser EU-hörigen Politiker). 4000 im Einsatz bedeuten 4000 in Einsatzvorbereitung und 4000 in Ruhephase. Wenn ich 4000 im Einsatz haben will, brauche ich weitere 8000 Mann um die Einsatzbereitschaft aufrecht zu halten. 27 * 3 = 81 Mio €/monat Dann kommen noch die Unterstützer dazu .... solln wir noch weiter rechnen?
Es git Untersuchungen dass auf einen Kämpfer bis zu 24 Unterstützer (nicht in Ö) kommen........
Daher: wer soll das bezahlen, wer hat soviel geld?.... Österreich hat´s nicht!
Und da war noch gar kein Material dabei.....
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Zu den Kosten
Die Kostenfrage sollte wohl nur untergeordneter Bedeutung sein: Kann man wirklich alle moeglichen Kosten abschaetzen? Koennten sich die Preise fuer einzelne Kostenbestandteile aendern? ZB, wenn sich die Sicherheitslage aendert?
Kleine Kritik am Rande: Am Blackberry ist die Darstellung der Seite nicht ganz optimal. Vielleicht könnte man das bei der naechsten Wartung einmal testen.
Mfg
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