Fall Kampusch: Rufdaten wurden nie ausgewertet

13. November 2010 - 23:44
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Mobiltelefon

Bereits im Dezember 2009 wollte die Wiener Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Entführungsfall Natascha Kampusch endgültig zu den Akten legen, ohne klärungsbedürftigen Fragen nachzugehen. Dem für den Fall abgestellten Chefermittler Polizeioberst Franz Kröll, der mittlerweile Suizid begangen haben soll, wurde damals nahegelegt, die Ermittlungen umgehend einzustellen.

Bei der Abschlusspressekonferenz der Polizei am 8. Jänner 2010, wo eventuelle Mittäter dann tatsächlich definitiv ausgeschlossen wurden, fehlte Kröll. Er soll es nicht ausgehalten haben, bei dem Lügenkonstrukt mitzumachen, ist ein hochrangiger Polizist überzeugt. Auch der ehemalige Staatsanwalt " />

Bereits im Dezember 2009 wollte die Wiener Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Entführungsfall Natascha Kampusch endgültig zu den Akten legen, ohne klärungsbedürftigen Fragen nachzugehen. Dem für den Fall abgestellten Chefermittler Polizeioberst Franz Kröll, der mittlerweile Suizid begangen haben soll, wurde damals na

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Bereits im Dezember 2009 wollte die Wiener Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Entführungsfall Natascha Kampusch endgültig zu den Akten legen, ohne klärungsbedürftigen Fragen nachzugehen. Dem für den Fall abgestellten Chefermittler Polizeioberst Franz Kröll, der mittlerweile Suizid begangen haben soll, wurde damals nahegelegt, die Ermittlungen umgehend einzustellen.

Bei der Abschlusspressekonferenz der Polizei am 8. Jänner 2010, wo eventuelle Mittäter dann tatsächlich definitiv ausgeschlossen wurden, fehlte Kröll. Er soll es nicht ausgehalten haben, bei dem Lügenkonstrukt mitzumachen, ist ein hochrangiger Polizist überzeugt. Auch der ehemalige Staatsanwalt und Präsident des Obersten Gerichtshofes, Johann Rzeszut, rätselt über den Suizid des „exzellenten Kriminalisten und Aufdeckers“ und an der ganzen Version, die der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

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In einem Schreiben an die fünf Klubobleute im Nationalrat schildert Rzeszut sachlich nicht nachvollziehbare Vorgangsweisen der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Entführungs- und Abgängigkeitsfall. So schreibt er: „Auf derselben Linie lag es, dass es von staatsanwaltschaftlicher Seite unter anderem auch nicht der Mühe wert befunden wurde, die Mobiltelefon(später als aussagerelevant verifizierten) Ergebnisse einer Rufdatenrückerfassung, die hinsichtlich sichergestellter Mobiltelefone angeordnet worden war, überhaupt nur zu sichten, geschweige denn auszuwerten.“

Laut einer parlamentarischen Anfrage des FPÖ-Abgeordneten Werner Neubauer an Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) tätigte Entführer Wolfgang Priklopil am Tag seines Todes eine Reihe von Telefonaten. Zumindest 13 Personen mit deutsch, asiatisch, arabisch und osteuropäisch klingenden Vornamen wie Badamsuren, Ljiljana oder Li hatten Priklopil damals angerufen, wurden allerdings augenscheinlich von der Polizei nie darüber befragt.

In einem geheimen minutiösen Zeitdiagramm vom Tag der Flucht, das Chefinspektor Franz Kröll anfertigte, sind diese 13 Telefonate ebenfalls aufgeführt. Daraus wird auch bekannt, dass die Polizei Priklopil nur zehn Minuten nach Kampuschs Flucht um ein Haar gestellt hätte.

Foto: Michael Grabscheit / Pixelio.de

Kurztitel: 
Fall Kampusch: Rufdaten wurden nie ausgewertet
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Kommentare

Polizeioberst Franz Krölls Todesurteil.

WAS FÜR EINE VERLOGENE UND KORRUPTE JUSTIZ??

Geschweige denn von mir bekannten Gottesurteilen.

Die korrekten und ehrlich agierenden Richter möchten mir bitte verzeihen. Die leiden aber sicher auch an den Weisungen von oben.

Den Präsident des Obersten Gerichtshofes, Herrn Johann Rzeszut wünsche ich ein langes Leben und hoffentlich nicht das selbe Schicksal wie Herrn Polizeioberst Franz Kröll, Jörg Haider, Verteidigungsminister Lütgendorf, ........

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