Justizministerin Bandion-Ortner verlangt mehr Transparenz bei Regierungsinseraten, die SPÖ hält das für überflüssig. An der immensen Propaganda-Flut aus den Ministerien stoßen sich beide Parteien nicht. In Deutschland herrscht ein anderer Umgang mit Eigenlob: Dort hat eine einzige Inseraten-Kampagne der Bundesregierung zuletzt heftige Kritik ausgelöst.
Es sind ja nur 2,8 Millionen, sagt die Dame vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung beruhigend. 2,8 Millionen für eine Anzeigenkampagne von Deutschlands CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel in 400 Zeitungen des Landes. Darin dankt Merkel den Bürgerinnen und Bürgern für die „gemeinsamen Anstrengungen“, die Wirtschaftskrise „so famos“ gemeistert zu haben. Und sie verspricht: Die christlich-liberale Koalition werde die Finanzen sichern, das Gesundheitswesen, die Energieversorgung und Deutschland zu einer Bildungsrepublik machen. Dasselbe steht auch im Koalitionsvertrag und wurde bis heute nicht angegangen.