Der vor kurzem von der italienischen Regierung eingeschlagene drastische Sparkurs beinhaltet unter anderem die Auflösung kleinerer Gemeinden mit weniger als tausend Einwohnern, die dadurch zur Fusion mit größeren Gemeinden verurteilt sind. Es handelt sich um 1963 Gemeinden, vor allem im Norden, wo etwa von 1206 Gemeinden des Piemont 597 fusioniert werden sollen. Der Verband der kleineren italienischen Gemeinden mobilisierte gegen das Projekt mit Argumenten, denen durchaus Beachtung geschenkt werden muss. Laut der Vorsitzenden des Verbandes, Franca Biglio, "stellen unsere Gemeinden einen Bezugspunkt für die Menschen dar." Das Bürgermeisteramt abzuschaffen, hieße "ein Stück des Heimatlandes zu töten." Franca Biglio argumentiert weiters, dass viele Volksvertreter sich nicht einmal ihre Unkosten ersetzen ließen und dass die Effektivkosten für die Verwaltung kleinerer Gemeinden nur 1,5 Millionen Euro betragen. "Weniger als die jährlichen Kosten von drei Nationalratsabgeordneten."