In Wiener Neustadt wird demnächst ein dreistöckiges islamisches Kulturzentrum mit insgesamt 1.000 Quadratmetern Nutzfläche errichtet. Das umstrittene Großprojekt des Integrationsvereins „Havas“ wurde als Vereins- und Jugendhaus eingereicht und ist auf einem fast 2.000 Quadratmeter großen Grund in der Badener Straße vorgesehen.
Weil die Anrainer gegen die Größe und die zu erwartende Lärmbelästigung protestierten, wurde im September dieses Jahres ein Mediationsverfahren begonnen, das den Verein, betroffene Anwohner sowie Politiker an einen Tisch holen sollte. Doch just wenige Tage vor Inkrafttreten einer Novelle der Niederösterreichischen Bauordnung, die maßgeblich von der FPÖ Niederösterreich mitbestimmt wurde und nach der das dreistöckige Islamzentrum nicht mehr genehmigt hätte werden können, wurde das Verfahren vom Betreiberverein abgebrochen und das bis dato ruhend gestellte Bauverfahren wieder aufgenommen. Die Stadt stellte daraufhin prompt einen Baubescheid für das riesige Islam-Zentrum aus. Laut Integrationsstadtrat Andreas Krenauer (SPÖ) dürfe aus der Mediation niemanden ein Nachteil erwachsen, deshalb musste der türkische Verein so rasch reagieren.