Morgen wählt die deutsche Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt. Mit Joachim Gauck haben SPD und Grüne einen Überraschungskandidaten für die Bundespräsidentenwahl in der BRD am 30. Juni aus dem Hut gezaubert. Ist der 70jährige ehemalige Pastor und Leiter der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen eine Alternative zum Kandidaten von CDU/CSU und FDP, Christian Wulff? Rein rechnerisch scheinen seine Chancen gering: Anders als in Österreich wird der deutsche Bundespräsident nicht vom Volk, sondern von der Bundesversammlung, einer Institution die aus den Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Länder besteht, gewählt. Dort haben die Regierungsparteien die absolute Mehrheit. Dennoch scheint es, als ob Gauck nicht ganz chancenlos ist. Seine Popularität ist hoch, und es mehren sich die Stimmen, die fordern, die Parteien sollten ihren Wahlmännern freistellen, wen sie wählen. Vor allem einige FDP-Wahlmänner liebäugeln mit Gauck. Weiterlesen...