Schokoladeindustrie kostet viele Kinderleben in Afrika
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Schokolade, Kindersklaverei, Plantagen, Mali, Harkin Engel Protokoll, Westafrika, Europäisches Parlament, Kinderrechte, Sklavenhandel, Entführung
Foto: Anonymous101 / Wikimedia
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AfrikaTäglich verschwinden im afrikanischen Land Mali Kinder zwischen 10 und 15 Jahren. Sie werden von Sklavenhändlern an Plantagebauern an der Elfenbeinküste weiterverkauft. Dort werden sie wie Sklaven gehalten. Die Kinder sind oftmals krank, weil sie direkten Kontakt mit Pestiziden haben. Wenn sie zu langsam oder ungenau arbeiten, werden sie stark misshandelt und geschlagen. Aufgrund der medialen Aufmerksamkeit, entschied man sich nun, Maßnahmen gegen diese moderne Sklaverei einzuleiten.
Internationales "Harkin Engel Protokoll" sollte Situation verbessern
2001 wurde das internationale "Harkin Engel Protokoll" von den amerikanischen Senatoren Harkin und Engel, Schokoladenherstellern und NGOs ausgearbeitet. In diesem Protokoll verpflichteten sich die Schokoladeproduzenten, die Regierungen und die lokalen Bauern dazu, die schlimmsten Fälle von Kinderarbeit in Westafrika zu beheben. Doch es geschah nicht viel, weswegen um eine verlängerte Frist zur Umsetzung der Ziele bis 2010 gebeten wurde. Nun schmücken zwar die Schokoladenkonzerne ihre Produkte mit dem "Harkin Engel Siegel", jedoch ist klar, dass nach wie vor Kindersklaven auf den Kakaoplantagen arbeiten.
Europäisches Parlament interveniert ohne rechtliche Folgen
Das Europäische Parlament verabschiedete im März dieses Jahres eine Resolution, welche die Produzentenstaaten dazu aufruft, die UN-Kinderrechtskonvention sowie die Kinderschutz-Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation zu ratifizieren und umzusetzen. Außerdem fordert die Resolution, dass in Handelsabkommen der EU mit anderen Staaten konkrete Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und Schaffung menschenwürdiger Arbeitsverhältnisse integriert werden. Auch das Fair-Trade-Netzwerk soll künftig stärker unterstützt werden. Doch nach wie fehlen rechtlich bindende Schritte, die Gewissheit bringen, dass die Ziele tatsächlich umgesetzt und keine Kinder mehr zur Produktion von Schokolade ausgebeutet werden.









Kommentare
Und Kakao ist nur ein Ding!
Vieles andere wird ebenfalls durch Kinderarbeit erzeugt.
Nur ein Beispiel ist die Förderung von Erzen der "Seltenen Erden" Metalle, die unter anderem für die Herstellung von Computer-, Handy und sonstiger Elektronik benötigt wird.
In Afrika müssen Grubenarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen mit primitivsten Methoden ohne besonderen Schutz diese Erze aus Erdlöchern holen. Sie werden dabei allerdings von Mitgliedern der mächtigen einheimischen Clans überwacht und ausgebeutet. Diese Clans erst haben Kontakt zu den Industrien, die diese Erze brauchen.
Sicher, die Industrie zahlt nicht viel, aber es würde doch immerhin reichen, um allen dort Beschäftigten ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen. Da aber dort die Clans ebenso raffgierig sind, wie hier die Spekulanten, Anleger und Investoren, werden die Arbeiter schlechter behandelt als Vieh.
Und das alles, damit unsere verwöhnten Schratzen alle halbe Jahr ein neues Ei-Pott bekommen ...
dfW
...nicht zu vergessen die Kleidungsindustrie...
...die in Indien usw. Kinder u.a. teure Markenkleidung nähen läßt! Gerade Firmen die von der Marke leben und oft ein Vielfaches für einen Fetzen verlangen, nur weil ein paar Striche und Logos (Werbung!) draufgedruckt ist und die Menschen so deppert sind dafür tieeeef in die Tasche zu greifen, wären hier imho gefordert etwas vom Mehrpreis an die Erzeuger bzw. deren Arbeiter abzugeben!
Ja, ich weiss, da gibt es noch viele Beispiele, ...
... bloß schränken die erlaubten 1000 Zeichen Aufzählung und Erläuterungen dazu stark ein ...
dfW
Apropos faule Gütesiegel
http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/D...
Es gibt auch Positivbeispiele:
Das Bio- und das Fairtrade-Siegel sind natürlich auch nicht hundertprozentig sicher, werden im Gegensatz zum Harkin Engel zumindest aber auf ihre Einhaltung kontrolliert.
Produzenten (also Plantagenbesitzer), die mehrfach (zweimal, glaube ich) gegen die Zertifizierungsrichtlinien verstoßen, dürfen das Siegel nicht weiter verwenden.
Zotter (Steiermark), BioArt (Salzburg) und Maestrani (Schweiz) machen die bessere Schokolade:
http://marktcheck.greenpeace.at/schokolade.98.html