Express-Lehre: Fachkräftemangel treibt bei Politikern seltsame Blüten
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Christoph Leitl, Wirtschaftskammer, ÖVP, Egon Blum, ÖGB, Norbert Loacker, Vorarlberg, Lehre, Lehrlingsausbildung, Maturanten, Jugendarbeitslosigkeit, Sozialministerium, Rudolf Hundstorfer, SPÖ
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LehreBeinahe jeder dritte Wiener Handwerks- und Gewerbebetrieb ist auf der Suche nach Mitarbeitern. Eine aussichtslose Suche, wie sich herausstellt. Denn einer Studie zufolge gibt es zu wenig qualifizierte Fachkräfte am Arbeitsmarkt. Diese Situation hat Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (ÖVP) jetzt zum Anlass für einen ungewöhnlichen Vorschlag genommen: Er fordert einen Lehrabschluss für Maturanten nach nur einem intensiven Praxisjahr, sozusagen eine Express-Lehre. Gewerkschafter laufen dagegen Sturm.
Jugendarbeitslosigkeit auf der einen, Lehrlingsmangel auf der anderen Seite. Wie passt das zusammen? Die Politik muss in den vergangenen Jahren drastische Fehler und fatale Fehleinschätzungen gemacht haben, sodass diese Situation entstehen konnte. Bis dato kam noch hinzu, dass sowohl Wirtschaft als auch der SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer sich darauf konzentrierten, Nachwuchskräfte im Ausland zu rekrutieren. Und dadurch die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich noch weiter in die Höhe zu treiben. Dass Leitl jetzt offenbar umdenkt und, statt nach Arbeitswilligen im Ausland zu schielen, andere Ausbildungsmöglichkeiten für die heimische Jugend aufs Tapet bringt, ist zumindest ein positiver Ansatz und diskussionswürdig. Der Wirtschaftskammerpräsident glaubt zudem, dass Universitäten entlastet würden, wenn man praktisch veranlagte Maturanten einen alternativen Ausbildungsgang zum Studium anbiete.
70.000 junge Menschen fit für eine Lehre machen
Leitls Vorstoß bleibt nicht ohne Kritik. Der Lehrlingsexperte Egon Blum etwa lehnt den Vorschlag ab. Dies sei ein Ausdruck der Panik und Ratlosigkeit der Politik gegenüber dem Fachkräftemangel. Es sei unvorstellbar, dass ein AHS-Maturant in einem Jahr eine technische Lehre absolvieren solle, für die man üblicherweise vier Jahre lang brauche. Die Lösung des Facharbeitermangels liege vielmehr darin, jene 70.000 jungen Menschen in Österreich, die als nicht ausbildungsfähig gelten, fit für eine Lehre zu machen. Der ÖGB-Landesvorsitzende in Vorarlberg, Norbert Loacker, bezeichnet Leitls Vorschlag als „Schnapsidee“ und unverantwortlich. Die Anforderungen würden ständig steigen, daher sei die Lehre in High-Tech-Berufen ja auch von dreineinhalb auf vier Jahre verlängert worden, so Loacker.









Kommentare
maturanten
maturanten in einem jahr einen beruf erlernen???.was soll den dieser blödsinn!!!wenn einer die matura nicht schafft,schafft er auch einen lehre nicht!!!.ich spreche aus eigener erfahrung.man muß nur mit sogenannten schulabbrechern zusammen arbeiten............
Ein Maturant
hat eine Matura abgschlossen und nicht abgebrochen.
Warum denn nicht?
Ich kann mir vorstellen dass manche Berufe durchaus in einem Jahr erlernbar sind. Noch wichtiger wäre es aber während der Oberstufe des Gymnasiums auch einige parktische und nützliche Fähigkeiten zu vermitteln. Die Grundzüge der Buchhaltung, oder eine Minieinfühung in das Betreibswirtschaftliche Handeln würden sich da anbieten.
Technische Berufe werden dann halt um einiges längere Zeit in Anspruch nehmen.
Es gibt schon Gymnasien die paralell zur Matura einen handwerklichen Beruf anbieten. Das finde ich toll!
Warum nicht?
Auch schon früher hat es einige gute Möglichkeiten gegeben, nach der Matura (also einer allgemeinen Bildung) in 1 oder 2 Jahren eine fundierte spezielle Berufsausbildung zu erwerben. Welch Vorteil, etwas zu erwerben, was angeblich sofort gebraucht wird. Besser als die Massenzahlen an Hochschulabsolventen, die nur in der EU-Propaganda so erwünscht sind. WO gibt es echte Zahlen, wie viele Akademiker nach Ende des Studiums Arbeit mit entsprechender Bezahlung gefunden haben und wie viele dann in nichtakademischen Berufen mit schlechter Bezahlung arbeiten müssen ?
Ein Lehrling ist anders als ein Maturant!
Und beide können auch nicht besonders gut miteinander. Genauso wenig sind Hauptschüler und Kinder die ins Gymnasium gehen Freunde. Daher hört auf mit der Gleichmacherei. Unfähige und unwillige Maturanten sollten nicht in eine Lehre abgeschoben werden. Dort gibt es bereits genug faule Versager. Denn die Lehrling ausbildenden Betriebe sind jetzt schon die Trotteln der Nation. Verändert gehört nur der ganze Sozialhilfe Scheiß. Es kann nicht sein daß jeder Faule in Österreich vom Staat Geld bekommt. Jeder 10 jährige weiß, daß man in Österreich über 700.- Euro fürs nichtstun bekommt. Warum sollten sich dann noch Kinder in der Schule oder im Beruf anstrengen??? Glauben sie wirklich unsere Jungen sind so dumm und versuchen einen Meister oder Ing. zu machen und Euro 2000.- zu verdienen wenn Sie dann Euro 1000.- an den Staat in Form von Steuern und Sozialversicherung abgeben müssen und der damit einen arbeits- oder Lehrunwilligen mit über Euro 700.- finanziert.
Das
alles ist ja nichts Neues. Ein Bekannter hat in den 80ern nach seiner Matura eine Buchhändlerlehre in einem Jahr gemacht. Es gibt ja auch Berufe, welche man wirklich in einem Jahr erlernen kann (wie eben z.B. Buchhändler), weil eben der Lehrstoff von der Oberstufe bis zur Matura in die Lehre übernommen werden kann. Bei technischen Berufen sieht das wahrscheinlich anders aus. Ich find das grundsätzlich ganz gut, weil einer, der zwar studieren möchte, vorher noch in einem einzigen Jahr einen richtigen Beruf lernen kann. Studieren kann man dann immer noch.
Ausgerechnet Maturanten
mit zwei linken Händen, von praktischer Arbeit nicht viel Ahnung, sollen in einem Jahr das können, wozu andere 4 Jahre brauchen. Der Leitl geht wohl von einer Politikerkarriere aus. Das sind ja Alleskönner, ohne Lehre!- Spindelegger faselt in den USA, daß die Eurokrise der EU überhaupt nichts anhaben kann. Geht's noch?
find ich gut
Endlich mal doch ein guter Ansatz. Warum nicht ? Viele 15 jährige entscheiden sich für die AHS und sind dann nach der Matura ziellos jedoch (meiner Meinung nach ) auf einem höherern Bildungsstand und entwickeln ein Interesse am handwerklichen Beruf, jedoch ist der Schritt zurück zur 4 jährigen Lehre dann doch eher absurd. An dem vorschlag müsste man noch herumpfeilen aber ich bin dafür !
Wenn die Zeit des Kloputzen von der Lehrzeit abgezogen wird,
wenn man die höhere Reife durch das Alter berücksichtig und den höheren geistigen Horinzont berücksichtigt, warum nicht? Warum sollte man einem Maturanten auch handwerkliche Geschicklichkeit absprechen? Wenn er sich nicht berufen fühlt, wird er auch nicht in die Lehre einsteigen.
Die Frage bleibt ja auch offen, in welchen Sparten man diese Maturanten einsetzen möchte. Im Drogeriemarkt oder beim Billa könnte man sie gleich ohne Lehre einsetzen.
Andersrum
Warum nicht Lehre und dann 1 Jahr Studieren mit Abschluß. Am besten Politikwissenschaft ist auch nicht so anspruchsvoll wie man hört. Wann dann muss das System in beide Richtungen funktionieren.
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