Plädoyer gegen ein „Weiter so“: Strache stellt sich Euro-Diskussion mit Experten

5. Oktober 2012 - 10:16
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Das politische System darf nicht zur "Fassadendemokratie" verkommen,
warnt HC Strache vor den Fehlentwicklungen bei der "Euro-Rettung".
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„Entrechtungsschirm“ – mit klaren Worten hat gestern HC Strache im Novomatic-Forum (Wien) sein Nein zum Euro-Rettungsschirm und dem damit verbundenen Einstieg in eine EU-Haftungsgemeinschaft bekräftigt. Vor einem wirtschaftspolitisch interessierten Publikum verwies er dabei auf die Stetigkeit freiheitlicher Politik: Schon vor der Euro-Einführung habe die FPÖ vor möglichen Folgen gewarnt, ihre fundierte Kritik sei jedoch damals unter Generalverdacht gestellt und als „europafeindlich“ abgebügelt worden. Ein „Weiter so“ dürfe es deshalb gerade jetzt nicht geben, auch sei der derzeit vom Parteienestablishment eingeschlagene politische Kurs alles andere als „alternativlos“, so Strache in einem Impulsvortrag.

Der FPÖ-Obmann war als Vertreter der Politik Referent der „Free Market Road Show“, die unter anderem vom wirtschaftsliberalen Hayek-Institut und dem Austrian Economics Center organisiert worden war. Die Veranstalter konnten für ihre facettenreiche Vortragsreihe eine hochkarätige Runde von Wirtschafts- und Finanzexperten (u.a. Prof. Erich Weede, Universität Bonn; Prof. Dr. Karl Socher, Universität Innsbruck; Dr. Richard Zundritsch) gewinnen, die sich zum Thema „Der Euro und die europäische Integration“ äußerten und sich anschließend einer Diskussion stellten.

No Taxation without Representation

Zu Beginn erläuterte Dr. Michael Wohlgemuth (Universität Freiburg) in einem faktengesättigten Referat die wirtschaftspolitische Lage in Zeiten der Euro-Krise. Wohlgemuth unterzog dabei die bisherige Politik, die insbesondere von Jean-Claude Juncker personifiziert wird, einer scharfen Kritik. Sie bewege sich einerseits durch mangelnde ökonomische Vernunft, andererseits durch fehlende Rückbindung an den Willen der Bürger der EU-Staaten auf einen unkontrollierten Zentralismus zu. Dieser könne aber keineswegs dem Interesse der Bürger entsprechen. Gegenwärtig setzte die Europäische Zentralbank (EZB) diese abgehobene Politik trotz böser Omen unbeirrt fort: Die nun vom Parteienestablishment angestrebte Haftungsunion sei eine gigantische „Umverteilungsmaschine“, die problematische Folgen für die Volkswirtschaften haben und die Akzeptanz der Europa-Idee weiter schwinden lassen könne. Zudem kritisierte Wohlgemuth den Verstoß gegen den traditionellen demokratischen Grundsatz „No Taxation without Representation“ – keine Besteuerung ohne demokratische Teilhabe bzw. Kontrolle. Der Steuerzahler füttere nämlich in Zukunft eine an Sondergremien der EU ausgelagerte Umverteilung, ohne auf die Verwendung des Geldes Einfluss nehmen zu können. Die Möglichkeit eines Ausstiegs eines Staates sei nicht gegeben.

Demokratie muss nicht „marktkonform“ sein

HC Strache kritisierte, dass sich die Exekutive in Österreich noch nicht einmal zu einer Festsetzung einer Haftungshöchstgrenze habe durchringen können. Österreich hafte daher nahezu unbegrenzt für den ESM, die Regierung habe das Land und die Bürger willfährig der geplanten Umverteilung ausgeliefert. Strache verwies dabei auf die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts (BVG), das der Regierung Merkel zumindest eine Kapitalobergrenze diktiert und die bundesdeutsche Haftung damit limitiert habe. Die Republik Österreich steuere hingegen auf ein Fass ohne Boden zu. Auch Strache thematisierte das Demokratiedefizit, formulierte jedoch pointierter: Das politische System dürfe nicht zu einer „Fassadendemokratie“ verkommen, auch müsse die Demokratie nicht ohne weiteres „marktkonform“ sein – eine Formel Angela Merkels, die man nicht einfach kritiklos stehen lassen könne. Im Zentrum der Politik müsse der Bürger als Souverän stehen. Jener wolle ganz sicher nicht unmündiger „Zahlungsmasochist“ sein, sondern die Verwendung seiner Steuergelder auf nationalstaatlicher, also parlamentarischer Ebene beeinflussen können.

Schweiz als Gegenmodell zur EU

Strache, der zahlreiche Fragen aus dem Publikum beantwortete, nutzte diese Gelegenheit, um erneut das Modell der wirtschaftlich starken, währungsmäßig stabilen und vor allem basisdemokratischen Schweiz in die Diskussion einzuführen. Hier habe der Bürger das Recht, durch Volksabstimmungen und Volksbegehren unmittelbar Einfluss auf die Politik zu nehmen – und zwar jederzeit. Gerade jetzt sei eine ähnliche Rückbindung der Euro-Politik an den Wählerwillen angezeigt und notwendig, um sie zu legitimieren und die schwere Vertrauenskrise zu überwinden. Die FPÖ stehe im Gegensatz zur etablierten Politik als kritische, aber konstruktive politische Alternative genau dafür ein.

Kurztitel: 
Straches Plädoyer gegen „Weiter so“
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Kommentare

die am 26. Oktober 2012 um 14Uhr30 am Staphansplatz stattfindet?

Es ist meines Wissens eine überparteiliche Veranstaltung und jeder, der ein bißchen Hirn und Zeit hat, sollte mit seiner Anwesenheit den Politgangstern zeigen, daß die Masse gegen die Abzocke und gegen das politische Gehabe ist.

Das ist eine einmalige Chance. Die gehört kundgemacht. Die gehört erklärt.

Will HC den Zug versäumen oder sind seine Unkenrufe nur gequake eines alternden Frosches oder gar Kröte??? Hat er sich gar mit denen "da Oben" verbandelt?? In Erwartung eines Ruhekissens in der EU??? War das sein Ziel mit der Reise nach Israel???

Das "Hingehen" "kost fast nix", kann man es doch mit dem Heldenplatz verbinden.

Wer könnte und nicht kommt, der tragt Mitverantwortung am Ausverkauf Österreichs und Europas.

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Warum haben Sie meinen Beitrag gelöscht, wo ich schreibe, daß Strache glaubwürdiger wäre, wenn er für den Austritt aus der EU kämpfen würde? "Nicht nur in der Schweiz" ist eine Antwort drauf.
@Rundertisch. Antieuropäisch zu sein, wird bald strafbar. Monti beruft in Rom einen Gipfel ein, um diese "antieuropäische Strömung" zu BEKÄMPFEN! Rompoy, der "Präsident " der EU, tut mit Freuden mit.Nur ja nicht den ESM (Europas Selbst Mord) in Frage stellen!

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Sie müssen auf die nächste Seite gehen. Der Letzte ist der ihre, der natürlich auch der Erste sein kann.

Vielleicht hat der Zauberlehrling seine schmutzigen Finger im Speil gehabt??
Hätte er gerne, denke ich.

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Vielleicht weil das Medium "unzensuriert" heisst?

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Von 27 EU-Ländern sind nur 17 im Euroland. Unsere Deppen haben natürlich dazugehen müssen!

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In Deutschland darf nicht jeder Fragen zum ESM stellen, zumindest nicht an SPD Abgeordnete, die den abnickten.

http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/09/28/pronold-der-spd-funktiona...

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...Ausrede gilt jetzt eigentlich für die Demokratieverhöhnung der FPK?

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seit das Urteil des Berufungsgerichts des Komitates Bács-Kiskun, Kecskemét gegen József Tibor L., Aktenzahl: 1. Bf. 428/2002/4 vom 13.11.2002, ergangen ist!

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Vorbild Grüner Solidarität, anglehnt an den Landtag in Wien??

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Welche Demokratie? Gibt es sie noch? Es wird dir doch sowieso schon alles auf`s Aug`gedrückt, ob man will oder nicht(siehe Parkpickerl,etc.)!
Das ist ja alles nur noch krank.

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