ORF: Doku über Ungarn führt zum diplomatischen Zwist

18. Oktober 2012 - 9:02
Bild: 
Wrabetz macht sich Sorgen um die Medienfreiheit in Ungarn, die Lage
des von ihm geführten Senders klammert er dabei aus.
Foto: escaustria.at / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Bereiche 

Ungarn

Ungarn ist seit der Übernahme der Wahl von Viktor Orbán, der mit seiner rechts-konservativen Fidesz-Partei eine Zweidrittelmehrheit erreichen und so eine sozialistische Misswirtschaft beenden konnte, einer regelrechten Hetzjagd des ORF ausgesetzt. Schon mehrmals gab es für den ungarischen Botschafter in Wien, Vince Szalay-Bobrovniczky Anlass, bei ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz über die Berichterstattung zu protestieren. Noch nie aber hat der Botschafter so scharfe Worte gefunden, wie nach der einseitigen Sendung von Paul Lendvai „Nationale Träume – Ungarns Abschied von Europa?“.

Laut Szalay-Bobrovniczky würden in dem Film „nahezu nur die Gegner der ungarischen Regierung zu Worte kommen“. Dies sei „nicht nur eine einseitige, sondern auch eine ungerechte Informierung“ der österreichischen Gesellschaft. Der Botschafter berief sich auch auf das ORF-Gesetz, dessen Paragraf 4 das öffentlich-rechtliche österreichische Fernsehen  verpflichte, die „Vielseitigkeit der Meinung im öffentlichen Leben bei Wahrung des Grundprinzips der Objektivität wiederzugeben“. In dieser Hinsicht wirft der ungarische Botschafter dem ORF Versäumnisse vor. Bei allen Diskursen zwischen dem Botschafter und dem ORF habe der „gegenwärtige Fall das bisher größte ablehnende Echo ausgelöst“. Das würden Briefe an die ungarische Botschaft in Wien belegen, in denen Ungarn und Österreicher gleichermaßen ihre Empörung zum Ausdruck brachten. Auch Organisationen der in Österreich lebenden Ungarn krisitierten die „einseitige Information“, betonte der Botschafter im Brief an den ORF-Generaldirektor.

Wrabetz sorgt sich um Mediensituation in Ungarn

Wrabetz wies über die APA und in einem persönlichen Schreiben an Botschafter Vince Szalay-Bobrovniczky die Kritik an der Ungarn-Dokumentation zurück. Paul Lendvais Dokumentation sei beim Fernsehpublikum auf großes Interesse gestoßen, Lendvai selbst ein ausgewiesener Experte und Kenner Ungarns. Die einseitige Berichterstattung sei eine Sichtweise, die der ORF-Chef nicht nachvollziehen könne. Sowohl in der Dokumentation als auch in einem anschließenden Club 2 seien Regierungsvertreter zu Wort gekommen, im Übrigen habe sich der ORF mehrmals um ein Interview mit Ministerpräsident  Viktor Orbán bemüht.
Wrabetz behauptet tatsächlich, dass der ORF auch der ungarischen Regierung gegenüber nach den „Grundsätzen journalistischer Fairness, Glaubwürdigkeit und Professionalität“ agiere.

Darüber hinaus äußerte Wrabetz Sorge über die Mediensituation in Ungarn: „Unser Unternehmen hat seit seiner Gründung die Entwicklung in den Nachbarländern journalistisch begleitet. Dabei waren uns in der Beurteilung dieser Entwicklungen immer zentrale europäische Werte wie Meinungs- und Medienfreiheit Richtschnur für die Berichterstattung. Meine Gespräche mit vielen Kollegen aus der EBU zeigen: Die Besorgnis über die aktuelle Entwicklung der Medienfreiheit in Ihrem Land teilen ich und meine österreichischen Kollegen mit vielen anderen Kollegen in- und außerhalb der europäischen öffentlich-rechtlichen Anstalten.“

Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen

Das tatsächliche Handeln von Alexander Wrabetz als Diener seiner Herren im SPÖ-Generalsekretariat in der Löwelstraße, das schon bei den skurrilen Einladungen zu politischen Sendungen anfängt und bei Faymann- freundlicher Berichterstattung aufhört, lässt es geradezu grotesk erscheinen, dass gerade er sich berufen fühlt, für Medien- und Meinungsfreiheit - noch dazu in anderen Ländern - zu werben. Wer im Glashaus sitzt, soll bekanntlich nicht mit Steinen werfen. Oder durch die Billigung von Lendvais journalistischem Rachefeldzug gegen auf Ungarn von eigenen Unzulänglichkeiten am Küniglberg ablenken.

Kurztitel: 
Botschafter über Ungarn-Doku empört
Spende für Unzensuriert
 

Kommentare

Dass der Rotfunk einen Kommunisten Spitzel, es gilt die Unschuldsvermutung (für den Spitzel), wie den Paul Lendvai beschäftigt ist ja klarund personalpol. logisch, aber dass die einen Orban anpatzen, welcher der selben politischen Anschauung entstammt wundert mich. Da ich den ORF nicht mehr konsumiere und auch den Beitrag nicht gesehen habe, will den Inhalt nicht kommentieren. Hoffentlich wird der Spuk Rotfunk bald beendet und der Wrabetz mit seiner geplanten Haushaltsabgabe wieder in die SPOE verbannt.

0
1

Der Rotfunk, Zensursender und Gebührenverpulverer macht sich sorgen. Ist ja lustig.

2
1

Jemand der noch helle im Kopf ist, nimmt diesen Sender, sowie alle anderen Medien die in der Hand einiger weniger Familien sind, noch ernst. Die haben mit ihren Lügen und Verharmlosungen jedwede Glaubwürdigkeit verloren. Alles korruptes Lumpenpack! Sorry aber ist ja wahr ....

3
1

herung nimmer an. Zahle natürlich auch nix mehr. Das Internet hat alles was nötig ist. Aber die Unterhaltungssucht, lässtdiesen Schwindel weiterleben.

3
1

...daß dieser Wrabetz auch mit Stimme der FPÖ gewählt wurde! So wie dieser Hübner dem Saudi-Islamzentrum zugestimmt hat, hat man diesen Steger in den ORF entsandt, wo dieser alte Kryptobolschewik natürlich für seinen Gesinnungsgenossen gestimmt hat.
Soviel zur Prinzipienfestigkeit dieser FPÖ. Wer diesen Leuten glaubt, sie würden Österreich verändern wollen, ist ein Narr! Die ersetzen nur die roten Nehmer durch blaue und rücken selbst in die Sozialbürokratie ein. Bisher KEINEN EINZIGEN Vorschlag, welche Gesetze sie abschaffen wollen, welche neu kommen sollen, wer bestraft wird. Nur nicht festlegen. Kennt man ja...

3
2

Schau dir einmal den Wahlmodus in Wikipedia an! Von 35 Stiftungsräten stehen nur 6 den Parteien zu. Also 1 der FPÖ. In einem hast du recht: sollte die FPÖ wieder in Machtpositionen kommen, die eine Abänderung dieser undemokratischen Wahlfarce des ORF beenden kann und es dann nicht tut, ist ihr der Niedergang wie damals bei Haider sicher. Strache ist nicht Haider und die heutigen wichtgsten Funktionäre nicht die Versager (teils auch Verräter) des BZÖ. Bisher finde ich, hat sie alles richtig getan, was sie eben in ihrer beschränkten Macht tun kann.

0
2

Nun, soviel steht fest,dass Strache nicht Haider ist. Ohne den schon viel zu früh verstorbenen Jörg Haider beleidigen zu wollen-über Tote spricht man ohnehin nichts Schlechtes,muss man feststellen,dass sich die Zeiten sowieso verändert haben und sich Strache in einer ganz anderen Situation befindet als Haider. Damals konnte man sozusagen noch ehrlich- als unterhaltsamer, sicher unumstritten redegewandter Hofnarr die Dinge beim Namen nennen,wohl wissend ,dass sie sich nicht ändern werden!
Österreichs Lage hat sich inzwischen mehr als verkompliziert und auch noch so intelligente Hofnarren und Hofschranzen haben sich erübrigt und wer heute Hof hält,weiß man mittlerweile ohnehin!
Strache weiß hoffentlich,dass es richtig ist die Nationalen beisammen zu halten,die Liberalen draußen und den Gedanken der Freiheit hochzuhalten! Nicht alle ,die nach "Freiheit" rufen agieren richtig. Es ist ein großer Fehler nur Freiheit zu verlangen,wenn sie in das internationale Konzept passt.

0
1

Bist du jetzt extra auf diese Seite gekommen um die FPÖ zu denunzieren? Seit ich denken kann war dieser Sender in roter und schwarzer Hand. Seit über 5 Jahrzehnten reGIERen die Roten und Schwarzen jetzt die Geschicke unseres Landes. Na und da sind jetzt die Grünen (meines Erachtens die schlimmste Brut) auch gut in diesem linken Sender vertreten. Also was soll mich dazu bewegen diese korrupten Politdarsteller noch zu wählen? Ich kann doch nicht die wählen die diese ganze Krise zu verantworten haben. Das wäre ja so, als ob man ein dickes Kind auf eine Torte aufpassen lässt. Nein dieses korrupten Lumpenpack (sorry bin echt erzürnt) hat ihre Chance verspielt. Zitat von Theordor Körner (1791-1813) "noch sitzt ihr da oben ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt dem Volke zum Spott, doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade euch Gott". (sowas von treffend und vor so langer Zeit)

2
1