Bezahlte Miliz: Darabos hat das nächste Zahlenproblem am Hals
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BundesheerVerteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) will die Wehrpflicht abschaffen und ein Berufsheer, ergänzt durch 9.300 bezahlte Milizsoldaten, aufstellen. An Kosten für diese Miliz nannte Darabos bisher nur die jährliche Prämie von 5000 Euro für jeden Milizsoldaten - in Summe 46,5 Millionen. Tatsächlich würde diese Miliz laut Berechnungen im Ministerium jedoch in Vollkostenrechnung mehr als 100 Millionen Euro jährlich kosten, wobei die Kosten für die nötigen Katastropheneinsätze noch gar nicht enthalten sind.
Katastropheneinsätze werden mit Berufsheer teurer
Die Berechnung der Abteilung Einsatzvorbereitung unter Brigadier Thaller hat ergeben, dass ein vierwöchiger Katastropheneinsatz mit 115 Soldaten im jetzigen Mischsystem 237.000 Euro kostet. Derzeit sind bei Katastrophen rund 70 Prozent Grundwehrdiener und 30 Prozent Berufssoldaten im Einsatz. Derselbe Einsatz würde mit 115 Berufssoldaten rund 553.000 Euro und mit Milizsoldaten 260.000 Euro an Personalkosten verursachen. Aufgerechnet auf alle 9.300 Miliz-Soldaten ergeben sich Kosten von 21 Mio. Euro für einen Monat Katastropheneinsatz.
48 Jahre Rekrutierungszeit für bezahlte Miliz?
FPÖ-Wehrsprecher Peter Fichtenbauer macht zudem auf ein massives Rekrutierungsproblem aufmerksam, das im Zuge von Darabos' Pilotprojekten sichtbar geworden sei. So versuche das Heer, zwei Pionierkompanien mit
jeweils 115 Soldaten aufzustellen. "Für das Projekt haben sich erfreulicher Weise 2.000 Freiwillige gemeldet. Das Problem dabei ist nur, dass davon lediglich 128 militärisch brauchbar waren", zeigte Fichtenbauer auf. Rechne man nun das gescheiterte Pilotprojekt hoch und rekrutiere mit der gleichen Auswahlrate von 6,4 Prozent eine Miliz von 9.300 Mann, so wären rund 145.000 Freiwilligenmeldungen nötig, um auf die angestrebte Sollstärke zu kommen. Würde man mit dem gleichen Tempo - 128 Soldaten in rund acht Monaten - vorgehen, würde man für die Rekrutierung von 9.300 Soldaten 48 Jahre brauchen.








