Wiener Völkerkundemuseum wurde zum "Weltmuseum" verfremdet

28. April 2013 - 13:00
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Völkerkundemuseum - Foto:  Gryffindor / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Das Völkerkundemuseum wurde ohne Gesetzesgrundlage umbenannt.
Kurztitel: 
Völkerkundemuseum in Gefahr

Bis zum Jahr 2016 sollen 27,5 Millionen Euro in die „Neuausrichtung“ und den „Umbau“ des bisherigen Völkerkundemuseums fließen. Das Museum für Völkerkunde ging aus der Ethnograpischen Abteilung des k.u.k. Naturalienkabinetts hervor und bezog im Jahr 1928 den heutigen Standort. Der neue Generaldirektor Steven Engelsmann, ein Holländer, der seit dem 1. Mai 2012 diese Position innehat, hat das traditionsreiche Museum in „Weltmuseum“ umbenannt. Gesetzliche Deckung gibt es für die Umbenennung bisher keine. Im § 1 des Bundesmuseen-Gesetz heißt es immer noch „Kunsthistorisches Museum mit Museum für Völkerkunde und Österreichischem Theatermuseum“.

FPÖ ist für Beibehaltung des Völkerkundemuseums 

Klar gegen die Umbenennung des Völkerkundemuseums stellt sich die FPÖ. Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner erinnert an die nunmehr schon seit mehr als zehn Jahren stattfindenden Experimente mit dem Völkerkundemuseum:

War schon die Zusammenlegung von Kunsthistorischem Museum und Völkerkundemuseum eine krasse Fehlentscheidung des Chaos-Duos Gehrer/Seipel, so stellt die jetzige Umbenennung eine Verlängerung dieses Schildbürgerstreiches dar. Es besteht nicht der geringste Anlass, dieses traditionsreiche und weltberühmte Museum in einer Nacht- und Nebelaktion heimlich umzubenennen. Das Völkerkundemuseum ist eines der ältesten Museen Österreichs, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1806 zurückreichen. Offenbar sind für die Umbenennung, deren Kosten tunlichst verschwiegen werden, ideologische Gründe verantwortlich, da gewissen Kreisen alles was das Wort Volk beinhaltet, von Vornherein suspekt ist.

 Unterreiner erinnerte an den Einsatz der FPÖ für die Eigenständigkeit des Volkskundemuseums:

Die FPÖ wird sich jedenfalls mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen diese Bilderstürmerei wehren. So wie die FPÖ erfolgreich verhindert hat, dass das Volkskundemuseum  im Keller und Dachboden des Völkerkundemuseums verschwindet, werden wir auch für den eigenständigen Erhalt des Völkerkundemuseums unter genau diesem Namen kämpfen.

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Kommentare

Der Name des Museums steht in Gesetzesrang.
Durch welchen Rechtsakt benennt der "Direktor" das Museum um? Er ist nur ein Beamter. Um Gesetze zu ändern, braucht er den Nationalrat.

Was machen die Juristen, wenn eine Verordnung des Ministers gegen ein Gesetz läuft? Sie leiten eine Verordnungsprüfung ein!? Antrag beim VfGH / VwGH?

Oder man befragt den Minister, was die rechtlichen Grundlagen dieser Verordnung bzw. dieses Bescheides (?) sind. In der Verwaltung gibt es den Grundsatz: Kein Rechtshandeln ohne Rechtsgrundlage. Der Minister sollte bei der Befragung rot werden.

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Stück für Stück wird der Garant für eine blühende Wirtschaft, nämlich die auf nationaler Autarkie (weitgehend möglich) und der damit untrennbar verbundenen Autonomie fußenden Volkswirtschaften, abgebaut um letztlich in einen internatinalen Eintopf eingerührt zu werden.
Dazu muss, wie hier das Wort "Volk", alles einem Abbau unterworfen werden, was überschaubare und damit demokratische Abläufe möglich macht.
Ob das jetzt gebrochene "Bail-out-Klauseln" betrifft, unübersichtliche Geldflüsse aus dem nationalen Hoheitsbereich in obskure Fonds etc. oder die erzwungene (?) Übernahme von Bürgschaften für Länder, die über die Jahrzehnte nichts zusammen gebracht haben außer Schulden in oft mehrfacher Höhe ihres Bruttoinlandproduktes.

Die Mittel dazu sind vielfältig.
Die Kombattanten, bzw. "5.-Kolonnen-Mächte" auch.
Wohlgefällig geschützt und gestärkt von einer fremdgesteuerten Medienlandschaft, der kein Mittel zu blöd ist, die Bürger zu desinformieren und damit einzulullen.

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Aber der sich abzeichnende "dies irae" ist nicht auf Dauer aufzuhalten.
Wollen wir hoffen, das er demokratisch abläuft und nicht in ein blutiges Chaos mündet, wie das unsere suversiven Chaoten samt deren Auftraggebern so gerne hätten.

Holzauge, sei wachsam!
Den Typen, die zu nichts imstande, aber zu allem fähig sind, begegnet man überall.

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