Japanische Softies verweigern Nachkommenschaft
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Abtreibung, Wirtschaft, Bevölkerung, Krieg, Familie, Sex, Arbeitsmarkt, Anti-Baby-Pille, Frieden, Forschung, Pornographie, Japan, Berufsheer, Boom, Lebensstil, Softie, Samurai
Foto: Winston Sumalia / Wikimedia
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Asien
In Japan wird schon seit einigen Jahren ein neuer Trend unter den jungen Männern wissenschaftlich untersucht: „Softies“ (von der Soziologin Maki Fukusawa „Soshokukei Danshi“, eigentlich „Pflanzenesser“, getauft, weil sie „fleischlichen Genüssen“, wie in Japan Sex umschrieben wird, so sehr abgeneigt sind) lösen den Samurai als Vorbild ab. Etwa zwei Drittel der Männer orientieren sich nicht mehr am traditionellen maskulinen Typ, dem aggressiven Jäger und Kämpfer. Sie sind nicht mehr erpicht auf gut bezahlte, fordernde Jobs, essen bewusst wenig, um schlank zu bleiben, bleiben häufig im „Hotel Mama“ und begleiten gerne zum Shoppen. Sie zeigen kein (sexuelles) Interesse an Mädchen, nur an platonischer Freundschaft - und schon gar nicht interessieren sie Ehe und Kinder. Sie sind sehr zurückhaltend bei Alkohol und Ausgehen, und sie sind sparsam bis zur Knausrigkeit, legen aber dennoch großen Wert auf sehr gepflegtes Aussehen.

Foto: Winston Sumalia / Wikimedia
Viele Zeitungen sehen bereits einen starken Bevölkerungsrückgang auf Japan zukommen, bis zu 50 Millionen Einwohner weniger in den nächsten 40 Jahren werden prognostiziert.
Es gibt mehrere Erklärungsversuche dazu:
- Ein ähnliches Verhalten unter einem erheblichen Anteil der Männer gab es schon einmal, als in der Edo-Zeit Japan einen 260 Jahre währenden Frieden hatte. Nur eine kleine Schicht - die Samurais - orientierte sich damals noch am traditionellen Männerbild des Kriegers, sonst setzten sich eher weiche, feminine Züge durch. Auch heute hat Japan eine lange Friedensepoche und nur ein kleines, abgeschottetes Berufsheer.
- Die japanische Gesellschaft hat seit 20 Jahren wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die jungen Männer haben die Boomphase, als jeder das Geld mit vollen Händen ausgeben konnte, nicht selbst erlebt. Heute ist eine fixe Anstellung mit guter Bezahlung nicht mehr die Regel, gerade die Jungen finden oft nur begrenzte Zeitverträge und geringe Entlohnung.
- Gut die Hälfte dieser Männer gibt an, schon lange keinen Sex gehabt zu haben, aber viele schauen gerne Pornoseiten im Internet und befriedigen sich selbst mit entsprechendem Sexspielzeug.
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Ist also der „neue Mann“, der Softie oder - wie er in den 1970-er Jahren hieß - der Latzhosen-Träger schuld am Rückgang der (autochtonen) Bevölkerung in den Industriestaaten und nicht die Pille oder die Abtreibungsfreigabe?Â









Kommentare
Und die Internet-Sucht ist schuldlos?
In den (englischen) Artikeln zum Thema wird ein "üblicher Verdächtiger" nicht erwähnt: die zunehmende Internetsucht der jungen Männer in den Industriestaaten.
Oder ist der Hinweis im Artikel auf die "Pornoseiten im Internet" ein versteckter Hinweis darauf?
Gibt es Internet etwa nur in
Gibt es Internet etwa nur in Japan?
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