Bures: Imagekur statt Innovation

9. Februar 2011 - 8:36
Bild: 
Innovation ist ein Schlagwort, dass sich zur Imagepflege besonders gut eiget,
dachten sich die Werbestrategen um Infrastrukturministerin Doris Bures.
Foto: Astrid Knie / SPÖ / flickr

Bereiche 

Werbung

Doris BuresTechnischer Fortschritt ist die Basis unserer Wohlstandes. Effizienz und ein hohes Bildungsniveau sind die Voraussetzungen für den Erhalt des Wirtschaftsstandortes Österreich. Das sieht auch Bundesministerin Doris Bures so. Sie und ihr Ministerium starteten eine Informationskampagne mit dem Titel "Innovationen sichern Österreichs Zukunft" Die Kampagne soll dazu beitragen, ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen.

Doris Bures

Doris Bures

Innovation ist ein Schlagwort, dass sich zur Imagepflege besonders gut eiget,
dachten sich die Werbestrategen um Infrastrukturministerin Doris Bures.
Foto: Astrid Knie / SPÖ / flickr

Weshalb dazu teure Einschaltungen in Printmedien benötigt werden, ist fraglich. "Neue Ideen. Jährlich unterstützen wir 2000 österreichische Unternehmen. Damit Geistesblitze auch zur Serienreife geführt werden. Mehr unter www.bmvit.gv.at", heißt es im Stakkato-Stil. Natürlich durfte auch ein Foto der innovationsfreudigen Ministerin nicht fehlen. Freilich kostet Medienarbeit Geld. In diesem Fall mehr als 720.000 Euro, wie der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des freiheitlichen technologiesprechers Gerhard Deimek zu entnehmen ist. "Wenn Doris Bures für sich werben will, dann durch Leistung und konkrete Ergebnisse. Nicht durch sündhaft teure Kampagnen auf Kosten des Steuerzahlers", kritisiert Deimek. Tatsächlich handelt es sich mehr um mediale Selbstinszenierung als um einen Beitrag zur Erhaltung des Wirtschaftsstandortes Österreich.

Imagepflege statt Innovation

Im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sieht man das freilich anders: "Die angesprochene Kampagne wirbt für das Innovationsland Österreich. Als Absender treten das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), das Austria Institute of Technologie (AIT) und die Industriellenvereinigung (IV), sowie ausgewählte, hochinnovative Firmenpartner auf. Die Kampagne richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit und soll ein verstärktes Interesse an Innovation und Forschung erzeugen und so zu einem innovationsfreundlichen Klima beitragen." So weit, so schwammig. Ein innovatives Land braucht Techniker, und da ist es in Österreich nicht zum Besten bestellt. "Wer soll die Zukunftstechnologien entwickeln, wenn wir kein geeignetes Personal haben?", sorgt sich Deimek. Die zuständige Wissenschaftsministerin Beatrix Karl glänzt in ihrem Verantwortungsbereich durch Untätigkeit. Diese muss medial irgendwie ausgeglichen werden, und deshalb lässt Karl ebenfalls Inserate schalten. Diese sind zwar mit etwa einer halben Million Euro etwas günstiger als die jene ihrer Kollegin aus dem BMVIT, aber immer noch zu teuer.

[adsense:468x60:9459532571]

Teure Selbstdarstellung

Insgesamt wurden 1,2 Millionen Euro im Endeffekt in Medienförderung investiert und ergebnislos verpulvert. Anstatt die Allgemeinheit mit Eigenwerbung zu überfluten, hätten mit diesem Geld die Bedingungen an den Universitäten verbessert werden können. Gerade Studien im Innovationsbereich brauchen entsprechende Ausstattung. Obwohl Studenten der sogenannten MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - akute "Mangelware" sind, fehlt es an Studienplätzen. Der freiheitliche Technologiesprecher bekräftigt seine Kritik an der Eigenwerbung der beiden Ministerinnen: "Das Geld wäre in eine Aufstockung des Lehrpersonals und gezielte Information von Maturanten – und nicht der Allgemeinheit - wesentlich besser investiert gewesen." Deshalb fordert Deimek einen strengen finanziellen Rahmen, damit Kampagnen nur für sinnvolle Informationsarbeit genutzt werden können und nicht zur Imagepflege von Politikern.  

Kurztitel: 
Innovation als Eigenwerbung
Spende für Unzensuriert
 

Kommentare

anhand der täglichen 2 Seiten bezahlter Inserate in der Kronenzeitung aufzeigte. Bezahlt nicht von der SPÖ, sondern vom Steuerzahler. Jeweils mit viel Blabla und dem Bilderl des jeweiligen roten Politikers.

Wozu ? Ein altes deutsches Sprichwort klärt auf: " Wes Brot ich ess, des Lied sing ich".

Ein Schelm ist, wem dabei Korruption einfällt.

0
0

... auch von etwas leben, wenn schon nicht von der Güte ihres redaktionellen Inhalts!

0
0