Kommission des Mittelmaßes
Am 9. Februar wird im Europäischen Parlament in Straßburg die neue EU-Kommission gewählt. Diese Wahl ist freilich nur ein reiner Formalakt, weil die großen Fraktionen im Europäischen Parlament, Konservative und Sozialdemokraten, die Kommission Barroso II bestätigen werden. Aber das überrascht nicht, weil – Österreich läßt grüßen – die Zusammensetzung der Brüsseler Behörde von Schwarz und Rot ausgepackelt wurde. Die freiheitliche Delegation im Europäischen Parlament wird der neuen EU-Kommission jedenfalls die Zustimmung verweigern, und das aus mehreren Gründen.
Kommentar von Andreas Mölzer, Mitglied des Europäischen Parlaments
Im wesentlichen ist die neue EU-Kommission eine Negativauslese, die aus charismalosen und gescheiterten, weil in der Heimat abgewählten Politikern besteht. Nicht nur, dass Mittelmaß und Zweitklassigkeit regieren, vielmehr bestehen darüber hinaus auch erhebliche Zweifel an der fachlichen Eignung einiger Kommissionsmitglieder. Catherine Ashton etwa, eine in den Adelsstand erhobene britische Sozialistin, die den neugeschaffenen Posten der „EU-Außenministerin“ besetzen wird, verfügt über so gut wie keine außenpolitischen Erfahrungen. Daher wird sich Europa künftig weder außen- und sicherheitspolitisch von den USA emanzipieren können noch nach außen hin nicht mit einer starken, sondern wohl nur mit einer Piepsstimme sprechen.
Gemeinsam ist den Damen und Herren Kommissaren, dass sie allesamt glühende Befürworter des Vertrags von Lissabon und damit bekennende EU-Zentralisten sind. Und damit wird in den kommenden fünf Jahren der Irrweg, den die Europäische Union seit langem schon beschreitet, weiter fortgesetzt. Aber die wirklichen Herausforderungen, vor denen Europa steht, etwa die Bekämpfung der Wirtschaftskrise oder die Stärkung des außenpolitischen Profils, wird man nicht bewältigen können.
Besonders bedenklich ist jedoch die Tatsache, dass auch in der nächsten EU-Kommission Ex-Kommunisten vertreten sein werden. Der Tscheche Stefan Füle etwa, der in den kommenden fünf Jahren für das Erweiterungsressort verantwortlich sein wird und der obendrein ein ausgewiesener Befürworter des Türkei-Beitrittes ist, war von 1982 bis 1989 Mitglied der Kommunistischen Partei und studierte an einer sowjetischen Eliteuniversität. Und der bisherige Verwaltungskommissar, Siim Kallas, der obendrein Vizepräsident der Kommission ist und nun die Verkehrsagenden übernimmt, begann seine berufliche Laufbahn Ende der 70er Jahre im Finanzministerium der damaligen estnischen Sowjetrepublik.
Ohne eine Sympathie für diesen verbrecherischen Totalitarismus des 20. Jahrhunderts bzw. ohne eine entsprechende ideologische Zuverlässigkeit wäre es den beiden nicht möglich gewesen, den Grundstein für eine berufliche Laufbahn zu legen, die sie bis in die Europäische Kommission geführt hat. Natürlich kann jeder Mensch im Laufe der Jahre seine politische Einstellung ändern, aber dennoch wäre es interessant zu erfahren, wie Füle und Kallas heute dazu stehen. Aber in der politisch überkorrekten Europäischen Union ist eine mögliche Nähe zum Kommunismus kein Problem, obwohl diese Ideologie dafür verantwortlich ist, daß die Völker Osteuropas Jahrzehnte in Unfreiheit und Knechtschaft verbringen mussten.
Andreas Mölzer schreibt regelmäßig in der Wochenzeitung "Zur Zeit".


Kommentare
EU-Kommission
Was muß ich in den deutschen Nachrichten hören? Auch die LIBERALEN im Eu-Parlament stimmen der mittelmäßigen Kommission zu. Da gehören wohl die Freiheitlich auch dazu? Und unlängst behauptete Herr Mölzer an dieser Stelle, daß die FPÖ NICHT zustimmen werde. Was ist also Fakt???Erbitte von "unzensuriert" eine sofortige(!) Aufklärung in dieser Sache. Die meisten Österreicher mögen ja alles verschlafen. Es gibt aber auch ein paar "Ausgeschlafene" unter uns.
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FPÖ ist fraktionslos
Die FPÖ gehört keiner Fraktion im EU-Parlament an, auch nicht den Liberalen. Die stehen politisch eher zwischen Sozialisten und Konservativen. Die FPÖ-Abgeordneten haben wie angekündigt gegen die neue Kommission gestimmt.
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EU Kommission
"Daß ein derartig unnötiges und unvernünftiges Vorhaben wie die Schaffung eines europäischen Superstaates je in Angriff genommen wurde,dürfte zukünftigen Betrachtern als die größte Idiotie unserer Epoche erscheinen!" (Margaret Thatcher, frühere britische Premierministerin und "Eiserne Lady")Warum regt sich Herr Mölzer über Kommunisten in der Kommission auf? Barroso war ja auch einer von dieser Sorte. Wenn sich die Freiheitlichen der Stimme enthalten, dann sollten sie einmal Nägel mit Köpfen machen und den Austritt aus dieser E(ntsorgungsanstalt) U(nerwünschter) anstreben. Solange das nicht geschieht, sind sie genau so unglaubwürdig wie die übrigen Brüsselkriecher!!!
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