Der lächelnde Kanzler macht sich lächerlich

29. Oktober 2011 - 16:31
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Der lächelnde Faymann macht sich mit seinen ersten
Schritten im sozialen Internet gerade lächerlich.
Foto: Werner Faymann flickr (CC BY-ND 2.0)

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BildEine Inseraten-Affäre, die an Ostblock-Methoden erinnert, Machenschaften als Wiener Wohnbaustadtrat, die ihn jetzt einholen, und ein Riesenloch im Lebenslauf, worüber keine Auskunft erteilt wird: Politiker vom Schlage eines Werner Faymann (SPÖ) halten das aus, weil das Volk solche Dinge bis zur nächsten Wahl geflissentlich vergisst. Jetzt aber hat der Bundeskanzler seinen vielleicht größten politischen Fehler gemacht, denn über seinen Facebook-Auftritt lacht ganz Österreich.

Faymann klatscht

Faymann klatscht

Der lächelnde Faymann macht sich mit seinen ersten
Schritten im sozialen Internet gerade lächerlich.
Foto: Werner Faymann flickr (CC BY-ND 2.0)

Politiker dürfen viel, aber wenn sie sich lächerlich machen, ist es meistens bald aus mit der Karriere. Bundeskanzler Werner Faymann erntet für seinen Ausflug in die virtuelle Welt (Facebook und Twitter) seit Wochen Spott und Hohn. Nicht nur, weil er sieben hoch bezahlte Mitarbeiter dafür beschäftigt und für das Projekt aus dem Steuertopf 200.000 Euro gestibitzt hat, sondern vor allem für seinen tollpatschigen Auftritt im Web. Den gibt es seit dem Nationalfeiertag, nachdem die Vorbereitung fast acht Monate in Anspruch genommen haben. Zumindest hat Faymann das Interesse des Krone-Kolumnisten Michael Jeannée geweckt. Aber selbst der „Postler“ der sonst eher regierungsfreundlichen Zeitung schreibt: „...schon die ersten Zeilen des Promi-Autors sind eine herbe literarische Enttäuschung. Weil die zwei Sätze ‚Herzlich willkommen auf meiner Facebook-Seite! Ich freue mich sehr auf den Dialog mit Ihnen und bin gespannt auf die Erfahrungen in diesem für mich neuen Medium’ mich nicht minder gelangweilt haben wie die reichliche Bebilderung mit lächelnden Faymännern.“

Mit dieser negativen Rezension steht Jeannée nicht alleine da. „Sehr defensiv, sehr brav, sehr auf Sicherheit bedacht“, urteilt der renommierte Politikberater Thomas Hofer. Und in der Zeitschrift Woman macht man sich über den Bundeskanzler und seine Fehltritte lustig, in dem man mit einem gewissen Werner Failmann ein ausführliches Interview führte. Dieser Failmann avancierte als Bundeskanzler-Double binnen weniger Tage zum Star auf Facebook und Twitter. In Woman sagt er zum Beispiel: „Es müsste mittlerweile bekannt sein, dass es meine Aufgabe ist, die Welt zu retten. Und Österreich. Die Zeitung.“ Und auf die Frage, wie viel Nähe er aushalte, antwortet Failmann: „Je näher mir meine Frau, der Josef (Ostermayer, Anm.), die Laura (Rudas Anm.), der Wolfi Fellner und die Dichands sind, desto lieber.“

Kurztitel: 
Kanzler macht sich lächerlich
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Kommentare

Wirklich peinlich, der heitere Clone Failmann hat längst mehr Stimmen als das Original. Ehrlich gesagt, Failmann ist auch eindeutig authentischer und zumindest einen Besuch der Seite wert!

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Unser Kanzler macht sich dadurch NICHT lächerlich, denn er ist unser Kanzler. Wenn, dann macht er uns lächerlich.

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