SVP-Nationalrat Freysinger: Ein unkonventioneller Politiker

30. Oktober 2011 - 6:48
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Oskar Freysinger - Foto: Unalienable Rights by our Creator- not congress / flickr
Der Nationalrat Oskar Freysinger ist Stammgast bei europäischen
Rechten. Die Wahl brachte ihm einen starken Rückenwind aus der Bevölkerung.
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Kurztitel: 
Bunter Vogel: SVP-Freysinger

Oskar FreysingerDer Schweizer Abgeordnete Oskar Freysinger ist einer der wenigen in der SVP, die sich eines starken Rückenwinds erfreuen dürfen. Erst vor kurzem war ihm von einigen seiner Parteikollegen vorgeworfen worden, dass er wegen seines provokanten Stils und seiner Besuche bei europäischen populistischen Parteien eine un-schweizerische Politik mache. Bei den Wahlen in der Schweiz kam er jedoch im Wallis an die zweite Position im Nationalrat und an die dritte im Ständerat - in einem Kanton, der traditionell von der Christlich-Demokratischen Partei dominiert wird, die dort eine ihrer Hochburgen hat.

Oskar Freysinger

Oskar Freysinger

Der Nationalrat Oskar Freysinger ist Stammgast bei europäischen Rechten.
Die Wahl brachte ihm einen starken Rückenwind aus der Bevölkerung.
Foto: Unalienable Rights by our Creator- not congress / flickr

Eine Debatte über das Minarett-Verbot im arabischen Fernsehsender Al-Jazeera, ein Besuch beim niederländischen PVV-Chef Geert Wilders, regelmäßige Zusammenkünfte mit der französischen Bewegung Bloc Identitaire in Paris – die provokante Art Politik zu machen hat dem Gymnasiallehrer und Dichter aus Siders schon viele Feinde gebracht. Bei einer Podiumsveranstaltung mit dem Titel „Hat der Dritte Weltkrieg am 11. September begonnen?“ wurde er von einem Studenten mit einer Torte beworfen. Freysinger nahm es mit Humor: „Die Person, die mir die Torte ins Gesicht warf, hätte wenigstens verhindern können, dass sie mir ihren Finger ins Auge drückte. Wenn ich vor solchen Dingen Angst bekomme, höre ich auf mit der Politik.“ Die Freiheit, eine Torte zu werfen, gehöre schließlich zur Demokratie.

Im Zuge des letzten Wahlkampfes sicherte sich Freysinger zusätzlich Schlagzeilen, in dem er seine eigenen Wahlplakate verunstaltete. Als „Débile“ (dt.: Schwachkopf) bezeichnete er sich selbst auf seinem Plakat. Zwischen seine Zähne zeichnete er sich ein furchterregendes Messer. „Verlieren Sie keine Zeit mehr damit, uns zu beleidigen. Das übernehmen wir nun selbst“, schrieb der wortgewandte Volksvertreter in einem Kommuniqué und reagierte damit auf die zunehmende Verhunzung der SVP-Kampagne durch Linke.

Medien spielen sich als Hüter eines Dogmas auf

Im Interview mit dem französischen Nachrichtenportal Novopress äußerte sich der unkonventionelle SVP-Nationalrat auch zum Freispruch des steirischen FPÖ-Chefs Gerhard Kurzmann und des Schweizer Werbefachmanns Alexander Segert vom Vorwurf der Verhetzung. 

Novopress: Was sagen Sie zu dem Skandal, der durch das Spiel „Moschee baba“ entstanden ist, und zur Bewertung des Grazer Urteils vom 14. Oktober?
Freysinger: Eine freie Gesellschaft muss es ertragen, dass Worte, Schriften, auch solche satirischer Art verwendet werden, um Kritik zu üben. Kritik gegen Dogmen, das ist eben Demokratie! Wenn die Demokratie dies nicht zulässt, trägt sie sich selber zu Grabe.

Novopress: Ist die Redefreiheit bedroht?
Freysinger: Ja, denn es gibt eine Art Vierte Gewalt, die von den Medien ausgeübt wird, die sich als Hüter eines neuen Dogmas aufspielen. Es hat der Französischen Revolution und der Aufklärung bedurft, um zur Gedanken- und Redefreiheit zu gelangen. Durch den Multikulturalismus sind diese Werte bedroht. Die ersten Opfer dieser islamischen Dogmen sind die Muselmanen selber! Eine demokratische Gesellschaft hingegen kann die Kritik ertragen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sie überhaupt weiter existieren kann.

Novopress: Fehlt den Muselmanen der Humor?
Freysinger: Alle dogmatischen Figuren der Geschichte, ich denke an die großen Diktatoren wie Hitler und Stalin, vertrugen keinen Spaß. Die Diktatoren schätzen das Lachen nicht. Erst wenn ich lachen kann, kann ich frei sein!

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Kommentare

- erfolgreicher Politiker: von Platz 4 auf Platz 2 im Wallis, alle Achtung - das ist genug Kapital für den Vizeparteiobmann

- erfolgreicher Aktivist: Minarett-Bau-Verbots-Initiative, Zitat: "Die Schweizer Gesellschaft hat gezeigt, dass sie keine Beschlagnahmung der öffentlichen Sphäre durch irgendwelche religiöse Dogmen duldet"

- guter Verkäufer: man lese mal "Was sind die Vorteile der direkten Demokratie in drei Sätzen?" bei http://www.citizentimes.eu/2011/07/06/ein-volk-lasst-sich-viel-schwierig...

- und nicht zuletzt auch Lyriker: siehe sein Gedicht "Affentheater -
Kleine Fabel zur UNO", a.a.O.

Der einzige Nachteil: er "kann" nicht mit der FPÖ. Vielleicht lässt sich da was machen und es gelingt, bestehende Vorurteile zugunsten der gemeinsamen Sache auszuräumen?

L'objectif est que tous les mouvements s'unissent pour qui la défense des identités charnelles et historiques est la priorité, M. Freysinger !

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Aha, aber die FPÖ gehört nicht zu diesen "mouvements"? Geh bitte, Herr Feyersinger, überlegen Sie sich Ihre Haltung der FPÖ gegenüber. Die Freiheitlichen marschieren zum selben Trommelschlag wie die SVP.

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