Androsch' Bildungsvolksbegehren geriet zum Flop
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SPÖ, Claudia Schmied, Tirol, Hannes Androsch, Wien, Innere Stadt, Unterrichtsministerium, Industriellenvereinigung, Josefstadt, Bildungsvolksbegehren, Wieden, Alsergrund, Volksbegehren gegen die 13. Schulstufe
SPÖ / flickr (CC BY-ND 2.0)" /> unterstützt und will weiter die Einführung der Gesamtschule betreiben.
foto: SPÖ / flickr (CC BY-ND 2.0)
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Bildung
Mit lediglich 383.820 Unterschriften, das sind 6,07 Prozent der Wahlberechtigten, geriet das gestern zu Ende gegangene Bildungsvolksbegehren zum Flop. Somit konnte man lediglich Platz 17 unter den bis heute in der Zweiten Republik durchgeführten Volksbegehren erzielen. Rund ein dreiviertel Jahr mediales Trommelfeuer, Unterstützung durch die SPÖ, die Industriellenvereinigung, den Staatsrundfunk ORF und zahlreiche Prominente konnten die magere Ausbeute offensichtlich nicht verhindern. Sogar das bereits im Jahre 1969 durchgeführte Volksbegehren gegen die 13. Schulstufe erzielte mit 6,77 Prozent seinerzeit ein besseres Ergebnis und landete damit in der Statistik auf Platz 14.
94 Prozent lehnten die Androsch-Initiative ab

unterstützt und will weiter die Einführung der Gesamtschule betreiben.
 foto: SPÖ / flickr (CC BY-ND 2.0)
Analysiert man die Zahlen auf der Grundlage der einzelnen Bundesländerergebnisse, dann erkennt man den vergleichsweise hohen Ablehnungsgrad gegen die Androsch-Initiative. Während in Wien 91,2 Prozent der Wahlberechtigten das Volksbegehren ablehnten, waren dies in Tirol sogar 96,34 Prozent. Die besten Ergebnisse auf lokaler Ebene erzielte die Initiative in den Wiener Innenstadtbezirken Innere Stadt (72 Prozent Ablehnung), Neubau (81,5 Prozent Ablehnung), Wieden (84,6 Prozent Ablehnung) sowie Alsergrund (85,3 Prozent Ablehnung). Die Bildungsinitiative konnte somit bei weitem nicht das von Androsch angestrebte Ziel von bis zu 800.000 Unterschriften erzielen, das Erreichen von nicht einmal der Hälfte der Unterschriften ist für die Inhalte, viel mehr aber noch für die Unterstützer rund um Androsch ein deutlicher Dämpfer.
Androsch Schmied sehen dennoch Auftrag an Politik
Pure Realitätsverweigerung herrscht allerdings sowohl im Lager der Volksbegehrensunterstützer, als auch im eigentlich für Schulfragen zuständigen SPÖ-Unterrichtsministerium. Während Androsch einen Auftrag an die Politik in den nicht einmal 400.000 Unterschriften sieht, zeigt sich auch die amtierende Unterrichtsministerin Claudia Schmied bestätigt. So fordert Androsch einen Bildungsgipfel sowie eine rasche Umsetzung der im Begehren vertretenen Anliegen. Auch Schmied sieht SPÖ-Standpunkte in Richtung Ganztags- und Gesamtschule gestärkt. Demgegenüber sieht etwa die ÖVP, die als Gesamtpartei gegen das Begehren war, ihre Haltung gegen eine Vereinheitlichung des Schulsystems bestätigt. Von einem "Riesenbauchfleck" spricht die FPÖ, vor allem auch angesichts der brietne Medienunterstützung.









Kommentare
Ich habe das Volksbegehren
Ich habe das Volksbegehren auch nicht unterschrieben, weil die Forderungen zum Teil zu schwammig waren (im Sinne von "nona") und weil Ganztagesschule und höhere Akademikerquote per se nicht zu besserer Bildung führen (obwohl sie vielleicht aus anderen Gründen sinnvoll sind). Da werden Dinge vermischt, die miteinander nichts zu tun haben.
Ich stelle hiemit aber klar, dass ich NICHT zu einer Gruppe von 94 Prozent gehöre, die im Bildungsbereich alles so lassen will, wie es ist. Ich wäre nur für eine ideologiefreie Diskussion zuerst über Ziele (geht es darum, dass wir beim Pisa-Test gut abschneiden, soll die Schule für die Wirtschaft ausbilden oder auch darüber hinaus, wozu brauchen wir überhaupt Bildung?) und dann über Methoden (braucht man dafür jetzt eine Ganztagesschule und eine hohe Akademikerquote?).
Eine ideologiefreie Diskussion ist aber derzeit in Österreich völlig illusorisch, wie man auch an der Diskussion hier sieht.
Also super, die Frauen an den Herd, mit den Kindern nachmittags
...Hausübungen machen,
und die Lehrer nachmittags auf den Sportplatz, im Winter auf die Schipisten!
Wie in den guten alten Zeiten! Es hat sich doch seit 50 Jahren nichts verändert, gell? Und die sich beim Lernen schwer tun sollen halt Nachhilfe zahlen...(= zweites Geld für die ohnenhin nachmittags schon bezahlten Lehrer)
Ist es das, wovon die FPÖ träumt? Nur weiter so, das geht nur mit unintelligenten Wählern gut...da müssen wir schon gegen gute Bildung sein, damit das Volk ja nicht zu gescheit wird und nachdenken anfängt!
Und Unzensuriert glaubt wirklich (ohne polemisieren zu wollen), dass 94% der Bevölkerung das Bildungsvolksbegehren ablehnen, nur weil sie nicht hingegangen sind???
Eine seriöse Umfrage würde anderes zutage bringen, aber Unzensuriert schreibt eben die Wahrheit geistig unzensuriert (weil so ein Artikel eigentlich der inneren logisch-geistigen Zensur zum Opfer fallen müsste)!
Politik auf Kosten unserer Zukunft!
Vorweg, ich mag den Androsch auch nicht besonders,
aber ändern sollte sich unbedingt etwas!
Die Auswahl der Lehrer, ist ein Problem.
Es gibt genug junge Menschen die geeignete Lehrer sein könnten, nur die "Falschen" bekommen meistens den Job.
Fragt sich nur, warum?
I
Dafür, wie in allen Medien ...
... für dieses "Volksbegehren" geworben wurde, ist es nicht nur mager, sondern vernichtend!
Ich denke mal, mindestens die Hälfte der Stimmen kamen von den mehr oder weniger prominenten Unterstützern im (politischen) System selbst und nicht aus dem VOLK.
Der Rest rekrutiert sich aus jenen Schichten, deren Kinder aktuell vom Sitzenbleiben gefährdet sind ... und dann eben nicht mehr.
Durch "Nichtsitzenbleibenkönnen" hat in Zukunft bald jeder eine abgeschlossene Schule. Wenn dann auch noch die Noten wegrationalisiert werden, weil eine Leistungsbeurteilung politisch nicht mehr korrekt ist, kann man den Unterricht auch gleich weglassen, weil es eh wurscht ist, was die Kinder in der Schule machen ...
dfW
Ja Gott sei Dank ist es
Ja Gott sei Dank ist es vernichtend! Es ist nicht nur vernichtend,weil es Forderungen wie Nicht Sitzenbleiben stellt,sondern auch Forderungen wie die Zusammenspannung aller Kinder und Jugendlichen bis zu ihrem 15. Lebensjahr!!
Wenn man alle der deutschen Sprache nicht mehr oder noch nicht mächtigen Menschen zusammenzählt - ist 6 % ein beachtliches Ergebnis! Alle sozialistischischen Bürgermeister samt Anhang ! nicht einmal die grünen Radler wollen ihre Kinder unter die Räder kommen lassen!
Gehören´S auch zu den Lehrern, Sie Arme?
Sie tun mir echt leid, dass Sie Gott danken müssen, damit Sie der Fehlinterpretation dieses journalistisch unqualifizierten Artikels folgen können!
Wer will schon schulisch McGleichgemacht werden?
Menschen sind verschieden und nicht gleich! Wer alle verbilden oder für die Nützlichkeit im Markt ausbilden will, geht einen Irrweg! Wir werden in Zukunft einen akuten Facharbeitermangel haben - keine Schule kann die Primärsozialisation und die Sprachkompetenz egalisieren - auch noch so viele teure Zusatzlehrer bei den "Kulturbereicherern" NICHT! Es lebe der Unterschied!
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/707664/Koalition_Konflikt...
Bernsteins grundlegende Aussage: Die Angehörigen der sozialen Mittel- und Oberschicht einer Gesellschaft oder Sprachgemeinschaft verwenden eine Variante der gemeinsamen Einheitssprache, die sich sehr von der Variante der sozialen Unterschicht unterscheidet. Die Mittel- und Oberschicht bedienen sich eines elaborierten, die Unterschicht eines restringierten Codes. D.h.es gibt gravierende Unterschied beider Gesellschaftsschichten hinsichtlich ihrer Wahrnehmung und ihres Denkens.
Sehr gut erkannt!
Dieses politische System will alle auf das Niveau von
"ey, hab isch krasse dreier be emm wäh" drücken.
dfW
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