Wahlen in Ägypten stärken Islamisten immer weiter

21. Dezember 2011 - 16:44
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Ägypter stehen Schlange, um ihre Stimmen abzugeben.
Foto: Sherif9282 / wikimedia / (CC BY-SA 3.0)

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Ägypten

BildNoch sind die Ergebnisse der zweiten Wahlrunde in Ägypten nicht offiziell verkündet. Bei der Listenwahl haben die islamistischen Parteien jedoch laut inoffiziellen Angaben noch besser abgeschnitten als im ersten Wahldurchgang: Die Rede ist von siebzig Prozent bis hin zu drei Viertel der Stimmen. Erneut führt die Muslimbruderschaft, den zweiten Platz besetzen nach wie vor die Salafisten, der liberale Block ist weit abgeschlagen.

 

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Ägypter stehen Schlange, um ihre Stimmen abzugeben.
Foto: Sherif9282 / wikimedia / (CC BY-SA 3.0)

Die Wahlbeteiligung ist mit 67 % sogar noch höher als im ersten Durchgang. Weiters konnten die extremen Salafisten in dieser Runde ihren Abstand zu den führenden Muslimbrüdern verringern, in dieser Runde trennen sie bloß 8 Prozentpunkte. Unterdessen gibt es wieder schwere Unruhen in Kairo, weil Aktivisten nach wie vor trotz des militärischen Verbots auf die Straße gehen und demonstrieren. In drei Tagen kamen zehn Menschen ums Leben, über 400 wurden verletzt.

Bezüglich des ersten Wahldurchganges werden mittlerweile Verdachte der Wahlfälschung laut. Der koptische Jurist Nagib Gebraiel zeigt auf, wie lasch mit den gesetzlichen Bestimmungen umgegangen wurde - beispielsweise sah man auf einem Video eine Moderatorin inmitten von Stimmzetteln sitzen, die eigentlich in den Wahllokalen bewacht werden sollten. Gebraiel erwartet, dass die Gesamtheit der islamischen Parteien nach den drei Wahlrunden auf bis zu 88 Prozent der Sitze kommen.

Kopten erwarten keinerlei Hilfe durch die USA

Bei einer Konferenz mit der amerikanischen Botschaft wurde deutlich, dass die USA zwar den Frieden mit Israel und die eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen schützen wollen, sich jedoch in Bezug auf Menschenrechte für Frauen und religiöse Minderheiten nicht einsetzen werden, da dies "innere Angelegenheiten" seien. Auch von der EU wird befürchtet, dass die Amerikaner der drohenden Vertreibung und Verfolgung der Kopten bloß zusehen wird. Gebraiel bittet daher jeden Bürger, mit Parteien und Parlamenten in Kontakt zu bleiben und die Geschehnisse in Ägypten an die Öffentlichkeit zu bringen.

Kurztitel: 
Islamisten legen noch stärker zu
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Kommentare

als Atheist macht es keinen Unterschied, ob jetzt Muslimbrüder oder eine christlich soziale Partei die meisten Stimmen hat. Mir zeigt das nur, dass in beiden Fällen sowohl die Wähler als auch die Parteien einen ordentlichen an der Waffel haben. Wobei ich es den Arabern noch eher verzeih, da sie noch keine Aufklärung hatten.

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Wie man lesen kann, werden die islamistischen Agitatoren nicht selten in Iran oder Afghanistan ausgebildet, finanziert von Saudi-Arabien. Die Islamisten haben es verstanden, ihre wahren Motive zu verschleiern und Gutgläubige im Namen einer falschen „Toleranz“ und „Religionsfreiheit“ in die Irre zu führen. Doch ihr wahres Motiv ist nicht der Glaube, es ist die Macht.

Auch in Europa entstehen bereits Unruhen durch fundamentalistische Islamanhänger, welche nur die Schariah als die einzige wahre (da göttliche?) Gesetzgebung anerkennen. Es werden demokratische Werte, da sie ja oft westlicher und vor Allem nur rein „irdischer“ Natur sind, abgelehnt.

Und Europas Politiker reagieren, wie die Maus vor der Schlange, mit angstvoller Erstarrung auf das Ende wartend …

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Der Umsturz in Ägypten hat eigentlich nur gezeigt, dass in einem islamisch dominierten Staat das Volk bei demokratischen (?) Wahlen, nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera hat. Beide bedeuten meistens am Ende für die nicht islamische Volksgruppen das Aus für ein ruhiges und friedliches Leben in diesen Ländern.

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