Ägypten will amerikanische Verschwörer vor Gericht stellen

19. Februar 2012 - 9:08
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Laut den Behörden wurde die Gewalt durch Fremde geschürt.
Foto: Amr Farouq Mohammed / Wikimedia / (CC BY-SA 2.0)

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Ägypten

BildNachdem der ägyptische Präsident Mubarak gestürzt wurde, der bisher eine relativ westliche Politik im Lande etabliert hatte, wendet sich die Gunst des ägyptischen Volkes nun gegen die einstmals verbündeten USA. 19 Amerikaner werden bezichtigt, die gewaltsamen Revolten des letzten Jahres, die zum Sturz Mubaraks führten, durch ausländische Finanzhilfen angestachelt zu haben. Sie sollen nun vor Gericht gestellt werden. Die Namen der Verdächtigen wurden in einer Untersuchung genannt, die den ausländischen Druck analysierte, der über internationale "Pro-Demokratie-Gruppen" zu den Unruhen geführt hatte.

 

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Laut den Behörden wurde die Gewalt durch Fremde geschürt.
Foto: Amr Farouq Mohammed / Wikimedia / (CC BY-SA 2.0)

In Washington kündigte man sogleich an, Sanktionen gegen Ägypten einzuleiten, sollte es tatsächlich die Prozesse gegen jene Amerikaner anstoßen. Kairo ignorierte diese Drohung jedoch. Die 19 Amerikaner sind Teil einer angeklagten Gruppe von 43 Personen, die mit finanzieller Unterstützung aus dem Ausland Gewalt, Unruhen und Revolutionen in Ägypten schürten, so die ägyptischen Behörden. Laut dem Minister für internationale Kooperation, Faiza Aboul Naga, zeigten die Untersuchungen, dass die Angeklagten in "Verschwörungen, die auf Ägyptens Stabilität abzielen" involviert waren. Unter ihnen sind auch fünf Serben, zwei Deutsche und drei Araber.

Susan Rice, Vertreterin Amerikas in der UNO, kritisiert die Entscheidung Ägyptens scharf: "Diese Amerikaner haben absolut nichts falsch gemacht. Sie tun, was amerikanische und internationale NGO-Mitarbeiter in verschiedenen Teilen der Welt tun, was demokratische Entwicklung und die Zivilbevölkerung unterstützen soll." Auch US-Außenministerin Hillary Clinton drohte Kairo mit der Streichung der Entwicklungshilfe, falls die Prozesse durchgeführt werden. Der zuständige ägyptische Minister Mohammed Amr weigert sich jedoch, auf die Forderungen einzugehen: Die US-geführte Intervention würde das demokratische Justizsystem beschädigen, auf dessen Einrichtung die USA bestanden hatten.

Kurztitel: 
Ägyptens Justiz ärgert die USA
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