Euro-Griechenlandhilfe weiter auf wackeligen Beinen

21. Februar 2012 - 14:19
Kurztitel: 
Athen mit Zwang gegen GlÀubiger

Griechen-BankrottAuf weiterhin wackeligen Beinen steht die in der Nacht auf den 21. Februar verabschiedete Euro-Griechenlandhilfe. Im Zuge eines nĂ€chtlichen Sitzungsmarathons vereinbarten die Euro-LĂ€nder ein weiteres Griechenland-Hilfspaket. Als Gesamtsumme wurden 130 Milliarden Euro fixiert, diese Summe ist allerdings bis 2014 begrenzt. Mit dieser neuerlichen Geldspritze möchte man durch Umschuldungen und der StĂŒtzung eines mittel- und langfristigen Reformkurses die Gesamtverschuldung auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) herunterdrĂŒcken. Ob dies definitiv gelingt, wird erst am 11. MĂ€rz endgĂŒltig klar sein.

Unklarheit ĂŒber Schuldenerlass durch Banken und Versicherungen

Griechen-Bankrott

Griechen-Bankrott

Griechenland will die GlÀubiger zwingen,die investierten Euros zu versenken.
Foto: Stefan Merkle / Fotolia.com

WĂ€hrend die ersten Stellungnahmen noch die bereits sattsam bekannten Jubelmeldungen ĂŒber eine Rettung des kranken Euro-Mitgliedslandes Griechenland waren, werden jetzt Details bekannt, die erste Zweifel aufkommen lassen. So gibt es insbesondere im Zusammenhang mit dem angestrebten privaten Schuldenerlass durch Banken und Versicherungen noch große Unsicherheiten. Weder die definitive Höhe, noch das Ausmaß, wie viele Finanzinstitute tatsĂ€chlich bei einem solchen Schuldenschnitt mitmachen, ist klargestellt. Vielmehr wollen die Griechen bei den privaten GlĂ€ubigern gesetzlich nachhelfen. Diese sollen auf einen großen Teil ihrer Forderungen von insgesamt rund 200 Milliarden Euro verzichten, was durch einen Staatsanleihentausch durchgesetzt werden soll.

Griechenland will Private zum Schuldenerlass gesetzlich zwingen

Trotz der vielen offenen Fragen geistert bereits ein Wert von 53,5 Prozent Schuldenerlass durch die Gazetten. UrsprĂŒnglich war ein 50-Prozent-Anteil verhandelt worden. Um diesen Betrag zu erreichen, möchte Griechenland ein eigenes Gesetz verabschieden, das unwillige PrivatglĂ€ubiger zum Schuldenverzicht zwingen soll. Durch eine verbindliche gemeinsame Umschuldungsklausel soll eine Mehrheit der GlĂ€ubiger entscheiden, wie hoch der kollektive Forderungsverzicht letztendlich ausfĂ€llt. Die unterlegene Minderheit mĂŒsste in jedem Fall mitziehen.

FPÖ-Delegationsleiter Andreas Mölzer sieht sich bestĂ€tigt

Durch diese weiter bestehenden Unsicherheiten sieht sich der freiheitliche Delegationsleiter im EuropĂ€ischen Parlament, Andreas Mölzer, bestĂ€tigt: "Jede weitere Hilfe fĂŒr Athen ist sinnlos. Schließlich haben die bisher an Athen ĂŒberwiesenen Milliarden nicht den geringsten Beitrag zur Lösung der griechischen Misere beitragen können“.

DRUCKEN +++ PDF +++ E-MAIL
Wollen Sie tĂ€glich per Mail ĂŒber die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
GefĂ€llt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstĂŒtzen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN

Spende fĂŒr Unzensuriert
 

Kommentare

Bild des Benutzers der faule Willi
Bild des Benutzers der faule Willi

... hat sich in den letzten Jahrzehnten einen - wie nenne ich es - justizfreien Raum geschaffen, in dem sie ihre "Investitionen" tÀtigen können. Diese "Investitionen" haben verschiedene Formen angenommen, die teilweise Casinogezocke (Wetten auf steigende und/oder fallende Kurse) und teilweise echtem Mundraub (Spekulation mit Grundnahrungsmitteln wie Reis o.À.) Àhneln.
Der Grundgedanke ist aber vom kleinsten Minianleger bis zum Magnaten ala Soros der gleiche.
GIER! Er will ohne Arbeit sein Geld vermehren.
Aktie - Dividende und Kursgewinn
Staatsanleihe - Zinsen
selbst das Sparbuch - Zinsen
...
Eine spezielle Art ist z.B. die "Anlegerwohnung".
Diese Art von Geldanlage hat den Nebeneffekt, daß Wohnungspreise unnatĂŒrlich hoch sind, zum Nachteil derer, die eine Wohnung nur zum Wohnen brauchen.
Das heisst bei jeder Anlageform gibt es Verlierer!
Und zu fast 100% ist nicht der Anleger der Verlierer!

22
25

dfW

ohne LeihgebĂŒhr, vulgo: Zinsen, dafĂŒr zahlen zu wollen, dass andere Vorleistungen in die Wirtschaft eingebracht haben,die diesen Konsum - anteilig - erst ermöglichen.

Raub ist es, mit fremdem,geliehenem Eigentum ein eigenes GeschÀft zu machen, ohne dem Geldleiher einen gerechten Anteil aus dem Ertrag zuzugestehen.

Und zur Anlegerwohnung:
ZĂ€hlen Sie nur alle,durch stĂ€ndig steigende Verwaltungsauflagen immer höher werdenden Betriebskosten zusammen, berechnen Sie die Inflation ein, & rechnen Sie sich dann aus, welche - rein nominellen - VerĂ€ußerungsgewinne man erzielen mĂŒsste,um eine ertragreiche oder auch nur wertbestĂ€ndige Veranlagung gemeistert zu haben! Der Nominalgewinn mĂŒsste mindestens 100 % pro 10 Jahre betragen, bei normaler Inflation. - Wer erzielt das schon?

Zur Vermietungsmöglichkeit: Der Vermieter hat ĂŒberhaupt keine Rechte, er muss damit rechnen, dass ein Prozess die Erlöse (von Gewinnen ist noch keine Rede!) aus der VermietungstĂ€tigkeit von drei Jahren auffrisst.

20
25
Bild des Benutzers der faule Willi
Bild des Benutzers der faule Willi

... der ach so armen Besitzenden, denen es sooo wahnsinnig schwer gemacht wird, ihr Vermögen zu mehren?
Wenn dieses Geldsystem, das sie so vehement verteidigen, so ausgesprochen gut ist, warum geht dann die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinander, statt daß sich der Reichtum ausgewogen auf alle Menschen aufteilt? (mit Ausnahme der Faulen natĂŒrlich, die erst mal den Zusammenhang zwischen Leistung und Einkommen verstehen mĂŒssen)
Mit all der Technik, die die Menschheit entwickelt hat, mĂŒĂŸten wir alle - ob nun der Planet ĂŒbervölkert ist oder nicht - einen recht hohen Lebensstandard haben und das bei einer Durchschnittsarbeitszeit von 5-6 Stunden tĂ€glich.
In Wahrheit aber kommt all der Fortschritt nur einigen wenigen zu Gute, die vor lauter Gier den Hals nicht vollkriegen. In Fachkreisen nennt man die auch Money-Junkies, die Bezeichnung von Börsenspekulanten!

26
15

dfW

Und die Schere zwischen arm und reich sagt gaaar nichts. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Genausowenig kann man Leute, die haushalten, mit solchen vergleichen, die nicht sparen. Abgesehen davon wenden die Statistiken in der Regel relative MaßstĂ€be an statt absolute: Es kommt aber nicht drauf an, ob mit Mateschitz, Gates und Co mitgehalten werden kann, sondern wieviele Menschen genug haben, um ansparen zu können. Angesichts steigender SV-Kosten, die zur Finanzierung ĂŒppiger Zusatzpensionen staatsnaher BeschĂ€ftigter eingesetzt werden, wahrlich ein Problem, aber aus anderen GrĂŒnden als den behaupteten "kapitalistischen" ....

19
19

Abgesehen davon:
Es kommt nicht auf die Technik an, sondern wer sie einsetzt. Die industrielle Wertschöpfung findet außerhalb Europas statt. Bei uns findet nur Wertschöpfung aus der BefĂŒrsorgung, Kontrolle, GĂ€ngelung des Menschen statt, deshalb lĂ€uft bei uns - ganz im Sinne des Club of Rome - ja ein wirtschaftliches Selbstmordprogramm ab, weil es angeblich nicht fĂŒr alle reicht.

Und wenn Sie meinen 5-6 Stunden tĂ€glich: Dazu braucht's energiebetriebene Maschinen, um die Arbeit zu erledigen. Energie ist aber SĂŒnde bzw CO2, wie die Weltenlenker predigen.

22
25

Eingangs eine Berichtigung: den Werterhalt kann man schon mit AufschlĂ€gen zw 50 und 60 % nach 10 Jahren sichern, sofern man darunter nur den Inflationsausgleich versteht und nicht die Teilhabe am globalen Wachstum, wie sie in einer ĂŒber der Inflation liegenden Verzinsung zum Ausdruck kommt.

Das berechnet sich so: fĂŒr ein um 100.000 EUR (inkl. Nebenkosten) angeschafftes Objekt mĂŒssen Sie bei 3 %iger Durchschnittsinflation nach 10 Jahren 131.539,- verlangen, um die Wertentsprechung von 100.000 vor 10 Jahren zurĂŒckzuerhalten (nicht zu verwechseln mit Zinseszins-Berechnungen, da Inflationsverluste degressiv - mit Exceltabellen leicht nachzuvollziehen). FĂŒr die Betriebskosten mĂŒssen Sie in 10 Jahren nochmals mit rd 20.000 rechnen.

16
27
Bild des Benutzers der faule Willi
Bild des Benutzers der faule Willi

... einen Teil des Anleger-Spekulanten-Investoren Gesocks!
NatĂŒrlich erst mal die kleineren Anleger, also die "Privaten". Die Banken verzichten natĂŒrlich erst, wenn gar nix mehr geht.
Aber jeder Anleger will ja nichts anderes, als aus Geld - wie immer er dazu gekommen ist - noch mehr Geld zu machen. Ohne auch nur einen Finger krumm machen zu mĂŒssen wohlgemerkt.
Mein Mitleid mit solchen Individuen hĂ€lt sich in sehr engen Grenzen, zumal jeder halbwegs vernĂŒnftige Anleger ausschließlich das Geld anlegt, das er ĂŒbrig hat, also nicht wirklich zum Leben braucht. So gesehen passiert ja eh nix, er kann weiter von seiner Arbeit leben.
Derart gierige Anleger, die Kredite aufnehmen, um anlegen zu können, möchte ich eher als Casino-Spieler bezeichnen und die sind eh selbst schuld.

15
18

dfW

Wie sollten Ihrer Meinung nach Unternehmen zu Geld kommen, wenn es böse ist, mit Krediten Geld zu verdienen oder durch Aktien am Gewinn beteiligt zu werden? Schließlich riskiert man dabei ja auch Verluste. Und warum jene Anleger, die fĂŒr ihr Alter vorsorgen mĂŒssen (weil sie keine Beamten- oder Politikerpension erwarten können und sich daher unter das "Anleger-Spekulanten-Investoren-Gesocks" begeben mĂŒssen) nicht wenigstens ein bisschen mehr Geld erhalten dĂŒrfen, als ihnen durch die Inflation weggenommen wird, ist auch nicht einzusehen.

20
17
Bild des Benutzers der faule Willi
Bild des Benutzers der faule Willi

... verehrte "GegenEcke" (oder womöglich der kleine Fisch "Antigonia"/ kommen sie mir nicht mit Ödipus' Tochter ...) auch nur ein klein wenig vom Geldsystem verstanden hĂ€tten, wĂŒĂŸten Sie daß niemals genug Geld da ist um es zu "vermehren". Denn wenn jemand sein Geld "vermehrt", fehlt es einem anderen!
Hier eine recht gute Darstellung, wie das Geldsystem entstanden ist:
http://www.youtube.com/watch?v=H3DGEG3lOPk

20
21

dfW

Sie hĂ€tten ja Recht, lieber Willi, wenn Geldmenge und GĂŒter gleichbleibende GrĂ¶ĂŸen wĂ€ren. Nur wĂ€chst die Geldmenge rasant, weil die Notenbanken wie verrĂŒckt Geld in Umlauf bringen. Wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihr Geld zumindest so zu "vermehren", dass Sie mit der Inflation mithalten können, sind Sie derjenige, dem dann etwas fehlt, was ein anderer (meist Staaten, die auf diese Weise Schulden abbauen) hat. Zum GlĂŒck wĂ€chst aber auch die Menge der GĂŒter inklusive Dienstleistungen, wenn auch langsamer als die Geldmenge. Weil dank Fortschritt nicht mehr 90 Prozent der Leute in der Landwirtschaft tĂ€tig sein mĂŒssen, gibt es KapazitĂ€ten, um alte Leute zu pflegen. Und die Pfleger können mit dem Geld Computer kaufen und im Internet surfen.
P.S. Was sich Ödipus und Iokaste gedacht haben, als sie ihre Tochter Antigone nannten, ist meines Wissens nicht ĂŒberliefert.

21
26

Seiten