BeWurstSein schärfen: Schweine schlachten per Mausklick
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Deutschland, Karl Marx, Berlin, Ethik, Fleisch, Student, Landwirt, Bauer, Schwein, Brandenburg, Potsdam, Wurst, Vegetarier, Biobauer, Schlachthof, Dennis Buchmann, Bernd Schulz, Fleischkonsum, Freilandhaltung, Bioparkbetrieb
in welcher Reihenfolge sie geschlachtet werden sollen.
Foto: www.meinekleinefarm.org
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Was bestimmt das Bewusstsein? Nach Karl Marx das Sein, nach dem Berliner Studenten Dennis Buchmann (34) das Schwein. Jedenfalls bestimmt das Nutzvieh das Be-Wurst-Sein. Auf der Internetseite www.meinekleinefarm.org wollte er gemeinsam mit dem Brandenburger Bauern Bernd Schulz (54) Bewusstsein für den Fleischkonsum schaffen. Zeigen, dass hinter jedem Fleisch ein Gesicht steckt. Internetnutzer konnten von November bis Februar abstimmen, welches von sechs Freilandschweinen vom Hof des Biolandwirts bei Potsdam der Reihe nach geschlachtet werden sollte.

in welcher Reihenfolge sie geschlachtet werden sollen.
Foto: www.meinekleinefarm.org
Auf der Internetseite springen dem Besucher immer noch sechs rosa Rüssel entgegen. Die Fotos zeigen die Tiere mit erdverschmierter Nase, neben dem Wassertrog, beim Herumtoben, beim Wälzen im Schlamm. Drei Bilder tragen allerdings einen Trauerflor. Sie wurden bereits zu herzhaften Wurstprodukten wie Leberwurst im Glas, Schinken und Mettringen verarbeitet, die restlichen sollen demnächst zum nahegelegenen Schlachthof gebracht werden. Über ihre Sterbereihenfolge haben die Nutzer bereits abgestimmt, ihr Fleisch online vorbestellt. Ein Foto, auf dem das jeweilige Schwein dem Konsumenten entgegengrinst, ziert dann die Verpackung der Produkte.
Mensch hat Bezug zur Nahrung verloren
„Ich habe mir überlegt, dass der Mensch den Bezug zu seiner Nahrung verloren hat“, meint Buchmann. „So eine Wurst isst man so wie eine Karotte, da denkt man nicht großartig drüber nach. Ich glaube aber, dass Fleisch ein bisschen mehr Wertschätzung verdient hat.“ Nicht Fleischesser zu Vegetariern zu missionieren, war sein Ziel. Das im Rahmen seines Studiums entstandene Projekt sollte den Bezug zu dem, was auf unseren Tellern landet, schärfen. „Wer auf anonymes Massenfleisch verzichtet und stattdessen nur ab und zu Fleisch mit Gesicht von glücklichen Schweinen kauft, der bringt gutes Karma – für sich, die Tiere und den Rest der Welt“, schreibt er auf der Internetseite.
Produkte durch Bio-Haltung teurer
Neben den ethischen Absichten verdient der Berliner Student natürlich Geld damit. „Natürlich verdiene ich an jedem Schwein etwas, aber ich habe noch keine Wirtschaftlichkeitsanalyse aufgestellt, vor allem den Zeitaufwand noch nicht beachtet“, erklärt Buchmann. Auch Bauer Schulz zeigt sich zufrieden: „Das Projekt ist gut für meinen Betrieb. Man hat mehr Aufmerksamkeit. Ich möchte ja die Berliner auch hier haben.“ 500 Gramm Schlackwurst – es ähnelt Salami in Konsistenz und Geschmack – kostet 15 Euro plus Porto, rund doppelt so viel wie industriell gefertigte Massenware im Supermarkt. Dies sei vor allem auf die erhöhte Futtermenge durch die Freilandhaltung zurückzuführen, sagt der Diplom-Agraringenieur. Bioparkbetriebe, von denen es in Deutschland etwa 700 gibt, haben strenge Ökorichtlinien zu erfüllen. Genügend Auslauf und betriebseigenes Biofutter gehören beispielsweise dazu.
Vegetarier machen Stimmung gegen "Tiermord"
Insbesondere unter Vegetariern und Veganern ist die Farm jedoch umstritten. Für viele von ihnen ist es allein schon aus ethischen Gründen nicht akzeptabel, Tiere zu töten und sie dann zu essen. Das drücken sie auf der Internetseite auch deutlich aus. „Hier können aber Täter und Opfer eindeutig zugeordnet werden. Jede/r kann auswählen, welches Leben ausgelöscht werden soll. Mord ist demnach für viele ethisch vertretbar – warum auch nicht?!“, meint Tim. Bloggerin Katja schreibt etwas abwägender, es reiche nicht aus, nur Fleisch aus artgerechter Haltung zu essen. „Es muss auch insgesamt weniger Fleisch gegessen werden.“ Buchmann geht darauf nicht ein. Den Tod eines Tieres könne man nicht ändern, sein Leben hingegen schon. Seinen Schweinen gehe es saugut auf dem Acker von Bauer Schulz. „Ich freue mich für die“, sagt er.









Kommentare
Sehr empfehlenswert:
Sehr empfehlenswert ist die "Vegetarische Grillplatte" aus dem Veggie-Sortiment von SPAR!
http://www.spar.at/spar/spar_marken/veggie/sortiment/fleischalternativen...
Ich bin zwar auch kein Fleischtiger, ...
... aber Schleichwerbung für einen Konzern hat hier nix zu suchen!!!
dfW