Unterschriftenschwindel: Sparpaket verfassungswidrig!

28. März 2012 - 17:34
Bild: 
Der umstrittene Antrag mit handschriftlichen Ergänzungen.

Bereiche 

Budget

Dem heute im Nationalrat debattierten Sparpaket droht die Verfassungswidrigkeit. Grund dafür ist ein Abänderungsantrag der Abgeordneten Krainer (SPÖ) und Auer (ÖVP), der bereits von sieben Abgeordneten unterschrieben war, jedoch danach handschriftlich geändert wurde. Erst dann wurde der Antrag eingebracht, Nationalratspräsidentin Prammer schloss nach dem letzten Redner die Debatte zum Sparpaket.

Antrag

Antrag

Der umstrittene Antrag mit handschriftlichen Ergänzungen.

Der kaum leserliche handschriftliche Vermerk rief die Opposition auf den Plan. FPÖ, BZÖ und Grüne kritisieren, dass nun ein Antrag abgestimmt werden soll, der in seiner vollständigen Form nicht von der nötigen Zahl der Abgeordneten unterschrieben wurde, wie Antragsteller Krainer selbst bestätigte. Prammer erwies sich als schlechte Krisenmanagerin und ließ die Abgeordneten die Echtheit ihrer Unterschriften bestätigen. Diese stand jedoch ohnehin nie in Zweifel. Entscheidend ist vielmehr, dass sie vorzeitig geleistet wurden. Der zusätzliche Punkt wurde also blanko unterschrieben.

FPÖ-Obmann HC Strache sprach in einer ersten Reaktion von einem "demokratiepolitischen Skandal der Sonderklasse". Seine Fraktion werde die beiden anderen Oppositionsparteien einladen, eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof einzubringen. Grünen-Chefin Eva Glawischnig kündigte an, den Bundespräsidenten umgehend über die Vorgänge zu informieren. Der Fehler sei "irreversibel".

Fischer muss Beurkundung verweigern

Der peinliche Vorfall, der auch ein schiefes Licht auf den Entstehungsprozess wesentlicher Gesetze wirft, könnte tatsächlich zum Fallstrick für das gesamte Sparpaket werden. Wird der Abänderungsantrag nun tatsächlich angenommen, so ist davon auszugehen, dass die Gesetze nicht verfassungskonform zustande gekommen sind. Bundespräsident Heinz Fischer müsste daher die Beurkundung verweigern.

Kurztitel: 
Sparpaket verfassungswidrig
Spende für Unzensuriert
 

Kommentare

"Prammer erwies sich als schlechte Krisenmanagerin und ließ die Abgeordneten die Echtheit ihrer Unterschriften bestätigen. Diese stand jedoch ohnehin nie in Zweifel." auch häupl praktiziert es in der heimkinder-malaria-affäre : er untersucht die spritzen statt die taten an den kindern. wilhelminenbergkommission etc. funktionieren ebenso.
ganz einfaches system ! schuld dran sind die, die sich's gefallenlassen - also WIRKLICH dranbleiben !

1
0

Herr Fischer wird genauso "sorgsam" seine Unterschrift setzen, wie er es beim Lissabonner Knebelvertrag gemacht hat.

4
0

alles zu den Schlawinern in Wien!

4
0

jetzt schon als Zuckerl. Also brauchen wir gar nicht daran denken, dass er nicht unterschreibt - aber das wird er sicher "GEHEIM" (wo auch immer) machen. Nach den Ostern sieht alles wieder anders aus - denkt er. Er ist sicher keine Leuchte - aber auch ihm müsste bald mal klar werden - welcher Kummertruppe er angehört.
Normal soll man vor Politikern - egal ob BP/Minister-usw. etwas Respekt haben - aber diese Regierungstruppe kommt mir vor wie Menschen aus dem tiefsten Anatolien - die Brüssel`s Befehle brauchen - um zu gehorchen und zu dienen. Und das ganze ohne uns zu fragen und um unser Steuergeld .
WANN KOMMT ENDLICH DIE ABWAHL DIESER TRUPPE ?????

9
0

Erst dann, wenn wir dieses Gesindel mit nassen Fetzen aus dem Parlament jagen.

3
0

Neuen Kommentar schreiben

Beim Verfassen von Kommentaren sind folgende Regeln zu beachten:
  1. Die Meinungsfreiheit bewegt sich im Rahmen der geltenden Gesetze. Wer zu Gewalt aufruft oder gegen Teile der Bevölkerung hetzt, kann die Meinungsfreiheit für sich nicht in Anspruch nehmen. Ebenso gilt dies bei Beleidigungen oder Anschuldigungen gegenüber konkreten Personen. Wer die Gesetze missachtet, muss damit rechnen, straf- oder zivilrechtlich verfolgt zu werden. Als Betreiber sind wir bei entsprechenden Ermittlungen zur Kooperation mit den Behörden verpflichtet.
  2. In der Diskussion mit anderen Kommentatoren erwarten wir einen respektvollen und höflichen Umgang, auch wenn verschiedene Meinungen aufeinander prallen.
  3. Beziehen Sie sich in ihren Kommentaren bitte auf das Thema des Artikels.
  4. Sollten Sie sich durch den Inhalt eines Kommentars in Ihren Rechten verletzt fühlen, kontaktieren Sie uns bitte unter kontakt@unzensuriert.at.
Unzensuriert.at behält sich vor, Kommentare wegen Verstößen gegen diese Regeln zu löschen und in besonders krassen Fällen oder bei Wiederholung einzelne Benutzer zu sperren.
Die Länge der Kommentare ist auf 1.000 Zeichen begrenzt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind, um automatisiertem Spam vorzubeugen.
Füllen sie das Feld aus.