Schönborn hält Homo-Pfarrgemeinderat die Stange

1. April 2012 - 23:28
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Die Entscheidung von Kardinal Schönborn stößt
auf massive Ablehnung bei vielen Gläubigen.
Foto: Th1979 / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

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Kirche

Die krisengeschüttelte Erzdiözese Wien ist von einem neuen Skandal betroffen. Bei den Pfarrgemeinderatswahlen am 18. März wurde in Stützenhofen im Weinviertel der Homosexuelle Florian Stangl als Pfarrgemeinderat gewählt. Da er in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem Mann lebt, wollte ihn der Ortspfarrer nicht zu diesem Amt zulassen. Daraufhin wurde der Fall zur Chefsache erklärt. Kardinal Schönborn lud Stangl und seinen Lebensgefährten ins erzbischöfliche Palais und bestätigte kurz darauf die Wahl des „verpartnerten“ Pfarrgemeinderats.

Kardinal Schönborn

Kardinal Schönborn

Die Entscheidung von Kardinal Schönborn stößt
auf massive Ablehnung bei vielen Gläubigen.
Foto: Th1979 / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Dieser Vorfall brachte für die konservativen Kreise in der Erzdiözese das Fass zum Überlaufen. Katholische Internetforen wie Gloria.tv, Kath.net oder Kreuz.net gehen mit dem Kardinal hart ins Gericht. Vorgeworfen wird Schönborn, dass seine Entscheidung, an Stangl festzuhalten, wider die Lehre der Kirche stehe.

Dieser Befund ist naheliegend. Denn im Can. 512 des Codex Iuris Canonici ist in § 3 geregelt, dass in den Pastoralrat nur Gläubige berufen werden dürfen, die sich durch festen Glauben, gute Sitten und Klugheit auszeichnen. Auch ist in der Pfarrgemeinderatsordnung für die Erzdiözese Wien festgelegt, dass sich die Wahlkandidaten zur Glaubenslehre und Ordnung der Kirche bekennen müssen.

Heutiger Papst Ratzinger klar gegen Homoehe

Das Lehramt der Kirche hat sich eindeutig gegen eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften ausgesprochen. So hat die Kongregation für die Glaubenslehre unter dem damaligen Präfekten Joseph Kardinal Ratzinger folgendes zur Homoehe festgehalten:

Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. Denn bei den homosexuellen Handlungen bleibt die Weitergabe des Lebens [...] beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.

Aber nicht nur Kritik von konservativer Seite macht Schönborn derzeit zu schaffen. Auch eine Anfechtung der Wahl in Rom wurde von Pfarrer Christian Sieberer aus Penzing aufs Tapet gebracht. Da die Sachlage klar ist, werden diesem Vorstoß von Kirchenrechtsexperten große Chancen eingeräumt.

Kurztitel: 
Schönborn stützt Homo-Katholiken
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Kommentare

Schönborn ist humanistisch, freimaurerisch und hat mit dem Christentum nichts zu tun, stattdessen ist er familienfeindlich.

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Welche Daseinsberechtigung hat eine „christliche“ Gemeinschaft noch, wenn sie sich von der Grundlage ihres Glaubens, der Bibel, abwendet und genau das propagiert, womit man sich laut dieser Botschaft keinesfalls einlassen soll?
Also scheint Luther doch recht gehabt zu haben, als er den Antichristen, vulgo den Erzfeind, darin zu erkennen glaubte.

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Bild des Benutzers der faule Willi

... schon ein Kracher:
Schönborn hält Homo-Pfarrgemeinderat die Stange

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dfW

Das ist doch nicht wider die Lehre der Kirche. Das ist Güterabwägung, wie sie in der Moraltheologie propagiert wird. Schönborn hat ja nicht einen homosexuellen Pfarrgemeinderat eingesetzt, um die christliche Ehe auszuhöhlen, sondern einen bereits gewählten Kandidaten genauer unter die Lupe genommen und entschieden, dass er im Wesentlichen den Kriterien entspricht - wenn auch nicht unter ganz strengen Bergpredigt-Maßstäben. Aber solche wendet die Kirche bei anderen Geboten als dem sechsten ja auch nicht an. Sie predigt ja auch keinen Radikalpazifismus.

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..theologisch gesehen ein widernatürliches sexuelles Empfinden. Davon können Ex-Homos (ja die gibt es auch!) Zeugnis ablegen! Es ist aber ein Unterschied ob Homos an einem Gottesdienst teilhaben oder ob sie aktiv als PGR die Pfarrgemeinde mitgestalten und mitrepräsentieren. Was würde Jesus tun mit Homos? Erstens würde er sie lieben so wie sie sind und sie einfach annehmen als Mensch. Zweitens würde er sie lieben und sie heilen damit sie dem zentralen Aufruf ..."und vermehret euch" mit Freuden wieder nachkommen können. Gottgewollter Sex ist einfach das Beste für uns Menschen :)

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Ihrer Logik folgend, könnte man einen Mörder als PGR einsetzen, wenn man ihn nicht zum töten einsetzen will... Eine Güterabwägung kann man bei gleichwertigen Gütern ins treffen führen. Wenn ein Gut jedoch die klare Lehre der Kirche ist, kann man persönliche Befindlichkeiten/Schicksale nicht überordnen. Erläutern sie doch die Abwägung....

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Okay, ich versuche es. Das andere Gut sind nicht die persönlichen Befindlichkeiten von irgendwem, sondern - ganz der katholischen Lehre entsprechend - der Glaube an den heiligen Geist, dass der auch in diesem Pfarrgemeinderat wirkt und nicht nur in denen, die sich als Alleinverfechter der kirchlichen Lehre verstehen. War da nicht irgendwas mit "Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig"? Auf jeden Fall bin ich erstmals seit langem von Schönborn positiv überrascht. Bisher war er mir immer zu salbungsvoll.

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