Unverständnis für Fischers Geschenk-Weitergabe

20. April 2012 - 11:03
Bild: 
Da staunten die Florianis nicht schlecht, als sie vom Bundespräsidenten
einen Lebkuchen des Musikvereins Bad Mitterndorf geschenkt bekamen.
Foto: FF Mürzsteg

Bereiche 

Steiermark

 

„Einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul“, lautet ein altes Sprichwort. Was aber, wenn man den Gaul trotzdem nicht behalten will? Darf man ihn einfach weiterschenken? Über diese Frage wird derzeit im Forum der Kronen Zeitung heftig diskutiert. Auslöser ist Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ). Dieser hatte am Steiermarkdorf am Wiener Rathausplatz von der Musikkapelle Bad Mitterndorf einen gebackenen Riesenlebkuchen als Präsent überreicht bekommen. Eine nette Geste, wie man meinen könnte.

Heinz Fischer mit Lebkuchen

Heinz Fischer mit Lebkuchen

Da staunten die Florianis nicht schlecht, als sie vom Bundespräsidenten
einen Lebkuchen des Musikvereins Bad Mitterndorf geschenkt bekamen.
Foto: FF Mürzsteg

Dieselbe lukullische Köstlichkeit tauchte am selben Tag allerdings auch bei der Atemschutzübung der Freiwilligen Feuerwehr Mürzsteg in der Steiermark auf. Anlässlich seines nachmittäglichen Besuches auf der Sommerresidenz wohnte Fischer nämlich auch der Übung auf dem Dachboden des Pfarrhofes bei und hatte – vermutlich aufgrund des Zeitdrucks, ein passendes Mitbringsel zu besorgen – einfach den Lebkuchen als Stärkung für die Kameraden mitgebracht.

Dass es als unhöflich gilt, ein persönliches Präsent einfach weiterzugeben, ist weitläufig bekannt. Zumindest sollte man Vorsicht walten lassen und es den ursprünglichen Schenker nicht unbedingt wissen lassen. Problematisch wird es nur, wenn das Foto der Übergabe auch den Medien zugespielt wird. Und der besagte Lebkuchen hatte noch eine weitere Besonderheit: Mit Zuckerguss wurde darauf ein Weltrekordversuch des Musikvereins angekündigt. Am 15. September wollen alle 66 Musiker des Vereins auf den Grimming marschieren und in 2.351 Meter Höhe aufspielen. Somit entstand letztlich das unerfreuliche Bild, der Bundespräsident würde seine Gastgeschenke einfach weiterschenken.

Bundespräsident lässt sich nicht „anfüttern“

Dem Feuerwehrchef Arnold Gamsjäger kamen bei der Übergabe ebenfalls leichte Zweifel, ob das Geschenk tatsächlich für die Florianis bestimmt war: „Die Aufschrift mit dem Weltrekordversuch hat uns schon etwas gewundert“, sagte er gegenüber der Krone. In der Präsidentschaftskanzlei will man die Aufregung indes nicht verstehen. Sprecherin Astrid Salmhofer rechtfertigte sich in einem Schreiben an die Tageszeitung, dass „der Bundespräsident Lebensmittelgeschenke in der Regel nicht zum Eigenbedarf verwendet und sich auch nicht ‚anfüttern’ lässt, sondern für wohltätige Zwecke oder an Blaulichtorganisationen weitergibt“. Dann folgt ein etwas eigenwilliges Argument: Fischer hätte dadurch „die Solidarität und Zusammenarbeit der steirischen Musikkapelle Bad Mitterndorf mit dem aus Graz stammenden Bundespräsidenten und der steirischen Freiwilligen Feuerwehr Mürzsteg eindeutig demonstriert“.

Krone-Nutzer würden Fischer Klopapier schenken

Gegenüber dem ORF äußerte sich Fischer auch selbst zur Angelegenheit: „Ich hab’ mir spontan gedacht: Jetzt hab' ich grad einen guten Lebkuchen gekriegt, den haben sich diese tapferen Feuerwehrleute sicher verdient. Die haben sich gefreut. Und ich habe mich auch gefreut über steirische Solidarität von Mitterndorf über die Hofburg bis nach Mürzsteg. Und wir waren alle glücklich“, erklärte Fischer. Im Krone-Forum kann dieser Darstellung freilich keiner so recht folgen. Neben hunderten unfreundlichen Kommentaren überwiegt der Hinweis auf die Peinlichkeit des Bundespräsidenten. Manche sehen es als plumpe Beleidung, andere wiederrum würden Fischer am liebsten eine Rolle Klopapier überreichen, „das schenkt er sicher nicht weiter“.

Kurztitel: 
Kritik an Fischers Geschenkpolitik
Spende für Unzensuriert
 

Kommentare

Alle Lebkuchen sind gut(t), ich weiß nicht welcher besser schmeckt. Wenn ich den einen esse, sind die anderen Lebkuchen womöglich beleidigt! Bitte, danke! Liepe Österreicherinnen und Österreicher ich hape mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, aper auch nach Rücksprache mit meiner lieben Gattin Magit, nach Abwägung aller Für und Witer, diesen gutten Lebkuchen weiter zu schenken! Danke, bitte, danke!
cfe

1
0

Dem Fischer seine Wohnung würde doch wie ein Ramsch- Laden aussehen, wenn er nicht regelmäßig den ganzen Kitsch weiterschenken würde. Und unter uns: Ist ein "Kronen- Zeitung"- Leserbriefschreiber wirklich ein Maßstab? Ist der es echt wert, berücksichtigt zu werden?? :-))

1
0

ist für diesen "herrn" ein wort welches in seinen sprachschatz nicht existiert und er nicht mal buchstabieren kann.

die höflichkeit, der anstand und die ehre verbietet einem anständigen menschen persönliche geschenke weiter zu schenken.

5
0

ist nicht erst seit jetzt "Peinlich". War es er doch, der den Nationalrat mit "Heil Hitler" begrüßte - bei Abstimmungen immer am WC war usw.
Aber was soll`s - der Wähler hat ihn mehrheitlich gewählt - und somit hat er Narrenfreiheit in dem Land.
Nur bei solchen Politikern fragt man sich - mit was für einer Berechtigung üben diese Leute den Beruf aus?? - und wird auch noch überbezahlt mit Dienstsitz und Urlaubssitz den der Steuerzahler brav zahlen darf. Es tut mir leid - denn normal sollte der BP eine "NEUTRALE" Autoritäts - Person sein - aber das sind sie seit Klestil nicht mehr.

7
1

Neuen Kommentar schreiben

Beim Verfassen von Kommentaren sind folgende Regeln zu beachten:
  1. Die Meinungsfreiheit bewegt sich im Rahmen der geltenden Gesetze. Wer zu Gewalt aufruft oder gegen Teile der Bevölkerung hetzt, kann die Meinungsfreiheit für sich nicht in Anspruch nehmen. Ebenso gilt dies bei Beleidigungen oder Anschuldigungen gegenüber konkreten Personen. Wer die Gesetze missachtet, muss damit rechnen, straf- oder zivilrechtlich verfolgt zu werden. Als Betreiber sind wir bei entsprechenden Ermittlungen zur Kooperation mit den Behörden verpflichtet.
  2. In der Diskussion mit anderen Kommentatoren erwarten wir einen respektvollen und höflichen Umgang, auch wenn verschiedene Meinungen aufeinander prallen.
  3. Beziehen Sie sich in ihren Kommentaren bitte auf das Thema des Artikels.
  4. Sollten Sie sich durch den Inhalt eines Kommentars in Ihren Rechten verletzt fühlen, kontaktieren Sie uns bitte unter kontakt@unzensuriert.at.
Unzensuriert.at behält sich vor, Kommentare wegen Verstößen gegen diese Regeln zu löschen und in besonders krassen Fällen oder bei Wiederholung einzelne Benutzer zu sperren.
Die Länge der Kommentare ist auf 1.000 Zeichen begrenzt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind, um automatisiertem Spam vorzubeugen.
Füllen sie das Feld aus.