Bosnische Salafisten: Prämien für Neumitglieder

4. Juli 2012 - 9:11
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Die von Saudi Arabien finanzierte Moschee in Sarajevo ist einer der
Anlaufplätze für Salafisten in Bosnien und Herzegowina.
Foto: luigig / flickr

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Islam

Die radikal-islamische Bewegung des Salafismus nimmt in Bosnien und Herzegowina mittlerweile eine besorgniserregende Größe an. Laut dem Direktor des staatlichen Nachrichten- und Sicherheitsdienstes (OSA), Almir Dzuvo, halten sich bereits etwa 3.000 potenzielle Terroristen dschihadistisch-salafistischer Ausprägung im Land auf. „Ein Attentat wie jenes von Mevlid Jasarevic (der 23-jährige Islamist attackierte 2011 die US-Botschaft in Sarajevo, Anm.) kann jederzeit wieder passieren und wir haben Sorge, dass wir noch mehrere solcher Fälle erleben werden“, schildert Dzuvo. Der Gesetzgebung und den Sicherheitsbehörden seien in Bezug auf die Überwachung und Präventivmaßnahmen weitgehend die Hände gebunden.

Mit seiner Einschätzung Recht behalten dürfte auch der bosnische Islamwissenschaftler Resid Hafizovic. Vor einigen Jahren warnte er öffentlich davor, dass die „salafistischen Militanten nicht nur auf unsere Kinder aus sind, sondern die Übernahme des gesamten Landes und seiner Institutionen planen“. Die Gemeinschaft ist außerordentlich gut miteinander vernetzt und betreibt unzählige Internetseiten, auf denen Informationen ausgetauscht werden. Über einige Portale werden wiederum gezielt junge Menschen angeworben. Die Mitgliederwerbung findet jedoch nicht nur im Inland statt. Alarmierend ist, dass die salafistische Gemeinschaft mittlerweile viele Anhänger zählt, die nur temporär in Bosnien leben und sich auch in Deutschland, Österreich, Großbritannien und Frankreich aufhalten. Sie nutzen die salafistischen Dörfer in Bosnien meist um sich von drohenden Verurteilungen wegen Gewalt- oder Drogenverbrechen zu entziehen oder um sich weiter zu radikalisieren.

Ungewöhnlich stark scheint es um die Finanzkraft der Islamisten bestellt zu sein. Die Anführer der Salafisten zahlen dem Vernehmen nach für jedes neue Mitglied eine Prämie von 100 Euro aus. Ferner erhält jedes männliche Mitglied der Gemeinschaft monatlich 300 Euro, Frauen sogar 400 Euro. Die Beträge werden in bar ausbezahlt – woher das viele Geld stammt, weiß niemand. Vermutungen über versteckte Finanzkanäle nach Saudi Arabien und andere streng islamische Länder sind jedoch naheliegend.

Auswirkungen auf den traditionellen Islam

Die starken Werbeaktivitäten der Salafisten haben auch Einfluss auf die gemäßigten Anhänger des Islam, die sich von der Propaganda zunehmend manipulieren lassen. Täglich werden über einschlägige Internetseiten Fatwas veröffentlicht, die vorschreiben, was für Muslime erlaubt sei und was nicht. Unter anderem verbieten Salafisten das Schachspiel, weil Schachfiguren „eine bestimmte Symbolik aufweisen, die verboten ist. Kein Engel betritt ein Haus, in welchem solche Figuren vorhanden sind“. Darüber hinaus sei es untersagt, bei der Polizei zu arbeiten, „weil ein schariagläubiger Muslim jegliche weltliche Gesetzgebung und deren Exekutivorgane ablehnen muss.“ Nach salafistischer Auffassung ist jedes Gesetz, das mit der islamischen Gesetzgebung in Widerspruch steht, automatisch nichtig und darf nicht exekutiert oder verteidigt werden.

Eine andere Fatwa etwa besagt, dass Muslime keine Versicherungsverträge abschließen dürfen: „Jeder Vertrag und jedes Geschäft, bei dem man sich zwischen Gewinn und Verlust (Schaden) bewegt, gilt als Glücksspiel, das ebenso verboten ist wie Alkohol und Götzenverehrung.“ Die Salafisten verbieten den Muslimen auch, zur Wahl zu gehen: „Man braucht nicht zu den Wahlen zu gehen, weil wir nicht an sie glauben und Wahlergebnisse nicht als verbindlich betrachten, zumal auch die Ungläubigen an die Urnen gehen und eine Abstimmung gegen den islamischen Glauben anstreben.“

Kurztitel: 
Bosnien: Prämie für neue Salafisten
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Kommentare

Bitte verwenden Sie nicht das ideologisch geprägte Kunstwort "Bosniak".  Es sind gewöhnliche muslimische Bosnier.

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Die Bezeichnung "Bosniaken" ist im Deutschen, im Englischen und anderen Sprachen durchaus üblich. Sie stammt aus dem Türkischen (Boşnaklar) und ist frei von pejorativen Untertönen, d.h. sie ist "politisch korrekt" und somit durchaus "Gutmenschen-geeignet". Die englische Wikipedia unterstützt diese Ethniebezeichnung sogar ausdrücklich: "Bosniak has replaced Muslim as an official ethnic term in part to avoid confusion with the religious term Muslim – an adherent of Islam".

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Es stimmt, viele Bosniaken werden immer radikaler und radikaler! Anstatt, dass die EU und die USA  etwas gegen die Islamisierung Bosniens bzw. Europas unternehmen und Klartext mit Saudi-Arabien sprechen, sehen sie nur zu, weil ihnen das Öl und das Geld wichtiger sind. Immerhin leben neben den Bosniaken auch andere zwei (christliche) Volksgruppen (bosnische Serben und bosnische Kroaten) in Bosnien, die die neuen Opfer von diesen Islamisten werden könnten!
Leute, wir dürfen nicht wegschauen, sondern etwas unternehmen!

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Ich stimme dem Artikel im Allgemeinen zu, möchte aber hinzufügen dass, wo es doch bekannt ist das so etwas stattfindet, man eben die Finanzierung durch die Saudis unterbrechen sollte. Das würde das Ende der Salafisten in Bosnien herbeiführen.

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In der Ära Vranitzky wurde 1988 der Islam salonfähig gemacht. Seither nimmt die Radikalisierung auch bei uns ständig zu. Aus einer religiösen Bewegung wird durch massive Zuwanderung von Radikalen zusehends eine intolerante, diktatorische politische Ideologie, die die moderne Demokratie unterwandert und die bürgerlichen Freiheiten zunichtemachen will.
Vor der zunehmenden Radikalisierung der Anhänger dieser Weltanschauung wurde erst gestern wieder vom Staatssicherheitsschutz gewarnt. Es ist also für Österreich höchst an der Zeit, dieser negativen Entwicklung mit aller gebotenen Autorität entgegenzutreten.

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der Islam würde Frauen diskrimieren!

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