Hankel: „Systemrelevanz“ ist Coup der Bankenlobby
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BankenEuropas Banken haben sich verzockt und werden um hunderte Milliarden Euro durch die EU-Staaten gerettet. Der Europäische Stabilitätsmechanismus zielt zu einem großen Teil auf die Rettung der maroden Finanzinstitute. Gibt es dazu tatsächlich keine Alternativen? Im Unzensuriert-Interview spricht der renommierte Wirtschaftsexperte Wilhelm Hankel über die Manöver der Bankenlobby, den Etikettenschwindel bei der Finanztransaktionssteuer und die düstere Zukunft des Euro als geächtete Währung. Hankel ist Euro-Gegner der ersten Stunde, geht in Deutschland mit einer Verfassungsklage gegen den ESM vor und legte seine Einwände gegen die Euro-Politik kürzlich als Experte im österreichischen Nationalrat dar.
Es gibt Vorschläge, man solle statt des ESM die Banken rekapitalisieren, damit sie Wachstumsschwächen und Staatspleiten verkraften können. Was halten Sie davon?
Hankel: Der Bankenlobby ist nie ein besserer Coup geglückt als dieser, den Banksektor - selbst den verzocktesten - als "systemrelevant" darzustellen. Das Wort „Systemrelevanz“ ist nur ein anderes Wort für Erpressung. Keine Bank ist systemrelevant. Das Geldsystem ist relevant, aber das besteht aus vielen Banken und es gewährt auch keinen Schutz einer Einzelbank, die sich verspekuliert hat.
War das der Fehler der Politik, dass sie das Bankensystem zu dem hat werden lassen, das es heute ist?
Hankel: Allein schon das Wort Bankensystem ist eine Irreführung. Es gibt kein Bankensystem, es gibt einen Bankenwettbewerb und den sollte es geben.
Wie stehen Sie zum Vorschlag einer Finanztransaktionssteuer?
Hankel: Das ist ein erneuter Versuch, sich Geld zu beschaffen. Der Titel ist ein Etikettenschwindel: Es wird ja nicht der Finanzmarkt besteuert, sondern der Benutzer des Finanzmarkts, der Sparer. Es ist der Versuch der Kommission, sich Geld zu verschaffen. Ich finde es empörend, dass dieses Geld unter dem falschen Etikett eingetrieben wird und dass man so tut - auch Frau Merkel bei uns tut da so -, als ob man die bösen Spekulanten bestraft, aber man bestraft die braven Sparer.
Derzeit wird auch über die Verlagerung von weiteren Hoheitsrechten diskutiert. Bankenunion, Fiskalunion, Strukturfonds, Wachstumspakt, bis hin zur politischen Union. Ist das noch eine Lösung der Probleme oder kommt es bereits zu spät?
Hankel: Ich glaube in der Politik kommt eine Änderung der Politik nie zu spät, wenn sie gut begründet ist. Sie kann vielleicht spät kommen, aber nicht zu spät. Ein Teil der Strategie, über einzelne Finanzschritte den Bundesstaat Europa zu etablieren, ist das Horrorszenario, dass man sagt: „Wenn ihr das nicht macht, gibt es entsetzliche Schulden, da müssen die vorhandenen Schulden durch den Schornstein gejagt werden.“ Das mag sein, aber schon die simple Logik, das kleine Einmaleins sagt einem: Eine endlos Fortsetzung dieser Sanierungspolitik ist teurer als ihr Ende zu einen gewissen Zeitpunkt. Selbst wenn die derzeit registrierten Schulden zu 100 Prozent abgeschrieben werden müssten, wäre es billiger als die Fortsetzung.
Im Prinzip ist der Euro also nicht mehr zu retten. Muss man den Euro abschaffen um die EU zu retten?
Hankel: Ja, das glaube ich. Wenn man weitermacht, bekommen wir unweigerlich für den Euro den Status, den früher der Transferrubel der UDSSR bzw. die Mark der DDR hatte, nämlich dass Auslandszahlungen kontrolliert werden. Dann entsteht eine Mausefallenwährung für Ausländer. Sie wissen, dass sie zwar rein, aber nicht mehr raus kommen, also kommen sie erst gar nicht und der Standort Europa verliert seine Attraktivität. Das trifft vor allem Deutschland, deswegen versuche ich diesen Gedanken vor allem deutschen Industriellen zu vermitteln.
Die argumentieren aber oft, man bräuchte die Währung, um die Exporte aufrecht zu erhalten.
Hankel: Wer so argumentiert, dem sage ich immer: Dann können Sie es doch gleich verschenken, dann haben Sie mehr Erfolg. Denn mit einer unterbewerteten Währung Exportgeschäfte zu machen, heißt doch, dass man einen Teil schon verschenkt. Man begnügt sich mit einem geringeren Gegenwert.
Lesen Sie morgen: Wilhelm Hankel über linke und rechte ESM-Gegner









Kommentare
Danke @PapaJoe. @Schattenloser,
wie der Arzt weiß, wo der Blinddarm ist, weiß der Hacker wo der Wurm (Buck) sitzt. Und nur weil der Arzt weiß wo der Blinddarm sitzt kann er ihn auch bei Entzündung entfernen. Verstehen sie die weiteren Zusammenhänge oder muss ich es ausführlicher darstellen.
Milliarden Pleitier Hankel darf hier sich ausheulen
Warum will Hankel eigentlich bis heute nichts zu dem von ihm mitverschuldeten HeLaBa Skandal sagen? - Einen der ersten Bankenskandale der damals noch recht jungen Bundesrepublik, der ihm damals seinen Posten kostete.
http://de.wikipedia.org/wiki/Helaba-Skandal
Hier wird also ein inkompetenter Milliarden-Pleitier als "Wirtschaftsexperte" herangezogen. Für was eigentlich? Für die Aussage: "ich weiß am besten wie man eine Bank vor die Wand fährt und dann vom Staat milliardenschwer sanieren lässt?" Darin hat der Herr nun reichlich Erfahrung.
Allerdings trat man in den
Allerdings trat man in den 70er auch noch für Sachen zurück für die man heute sogar eine Vertragsverlängerung mit Bonizahlung abzocken würde.
dass er gerade deshalb ein geeignter Experte ist.
Die besten Virenschützer sind auch die Hacker, denn die wissen wie es läuft und laufen kann.
Da sind die Politexperten, wie Angela Merkel oder ihre österreichischen Kollegen Spindelegger, Feymann und Co (dabei voran Glawischnig), die Experten, die wirklich deplatziert sind. Diese Politiker, die sich vor das Volk stellen und mit aufgepusteter Brust das Pallaber der Politflüsterer wiedergeben. Woher sollten sie auch eine Ahnung haben, wenn sie nur lernen, populistisch des Volk hinters Licht zu führen. Diese Materie ist auch viel zu komplex für das politische Gesindel.
Â
Da ich aber all denen vorwerfe, dass sie Geschichte lernen und nichts aus der Geschichte lernen, dann muss ich dass leider auch bei mir feststellen. Denn die Geschichte zeigt, dass noch alle Hochkulturen zu Fall gekommen sind.
Â
Doch schade um die Zeit?? Oder sind wir reifer?? Ich denke nicht. Gute Nacht Europa, Gute Nacht Österreich
Â
HACKER?
Ein Hacker, der erwischt wurde, ist in der Szene verbrannt - unabhängig von seinem Wissen. Da sind andere, die besser als er sind und zu jeder Maßnahme die er ergreift wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen können. Nur um einmal bei dieser Analogie zu bleiben.
Â
Hier haben wir mit Hankel einen verbrannten Banker, der durch seine Inkompetenz 1973 zwei Milliarden DM - damals eine astronomische Summe - verbrannte und damit bewies, dass er an Prognose und Analyse vor allem eines kann - nämlich nichts.
Man ist schlecht beraten, sich seine politischen Meinungen von so einem "Experten" bestätigen zu lassen. Die Wahrsagerin im Prater ist dort sicherlich genauso effizient und vor allem billiger.
Welcher Banker arbeitet anders als Hankel??
Es gibt Leute, die aus Fehlern lernen. Außerdem sind die Geschichten, die wir glauben zu kennen, meistens Zeitungsmärchen. Die Banker, die heute sich in flüstern üben, sind um keinen Deut besser als Hanke seinerzeit. Also was soll die Aufregung?
Und Hacker sind nicht ausschließlich Kriminelle. Unsere Polizei hat auch mit Hackern ihr Wissen aufgebessert.
Welches Management bei welcher Bank betreuen sie? Hedgefonds?
Bringen sie Argumente und angebrachte Kritik zu den Punkten, die nicht stimmen, bevor sie jemanden anschwärzen. Vierzig Jahre sind eine lange Zeit. Da regt mich wesentlich mehr auf, das Kinderschänder frühzeitig als geheilt die Kliniken verlassen dürfen. Aber bei Kinderschänder dürfte bei Politikern Solidarität herrschen. Wie mit den Schuldenstaaten.
@Schattenloser => Hacker
Wikipedia:
Hacker hat im technischen Bereich mehrere Bedeutungen. Das Wort wird alltagssprachlich gebraucht, um jemanden zu bezeichnen, der über ein Netzwerk in Computersysteme eindringt und zugleich Teil einer entsprechenden Subkultur ist. In engerem Sinne gebrauchen seit den 1950er Jahren weitere Subkulturen den Ausdruck zur Selbstbezeichnung. Gemeinsames Merkmal ist dabei, dass ein Hacker ein Technikenthusiast ist ........
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