Zwangsanleihen: Enteignungsdebatte nun auch in Österreich
Tags
Eurokrise, Zwangsanleihen, Zwangshypotheken, Verschwörungstheorie, DIW, Österreich, Deutschland, Schuldenstaaten, Vermögen, ESM, Anleihen, Josef Cap, SPÖ, ÖVP, FPÖ, Norbert Hofer, Budget, Fiskalpakt, Dirk Müller, Umverteilung, Jens Ehrhardt, Immobilien, Gold, Inflation, Zinsen
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / flickr (CC BY-ND 2.0)
Bereiche
FinanzkriseAuf manchen Internetseiten ist bereits seit Jahren davon zu lesen, dass die Eurokraten am Höhepunkt der Eurokrise auch vor Maßnahmen wie Zwangsanleihen oder Zwangshypotheken nicht zurückschrecken würden. Man war geneigt, diese Warnungen ins Reich der Verschwörungstheorien zu verschieben. Doch nun wir die Theorie zur Realität. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Debatte um einen entsprechenden Vorschlag „bereichert“. Im linken Lager wird er positiv bis begeistert aufgenommen – nun auch in Österreich.
Würde man Zwangsanleihen im Ausmaß von zehn Prozent aller 250.000 Euro übersteigenden Vermögen einheben, so wären rund acht Prozent der Deutschen betroffen. Gleichzeitig würde man aber 92 Prozent des Vermögens mit einer solchen Abgabe belegen, rechnet das DIW vor. Damit ließen sich Einnahmen für den Staat in der Höhe von 230 Milliarden Euro erzielen. Das ist nur unwesentlich mehr als die deutsche Haftungssumme für den ESM.
Rückzahlung eher unwahrscheinlich
Nachdem das Geld in Form von Anleihen eingehoben wird, ergibt sich daraus für den Staat natürlich auch eine Rückzahlungsverpflichtung. Die wird jedoch auch von den die Idee unterstützenden Politikern als eher theoretisch betrachtet. De facto läuft der Vorschlag in Richtung Enteignung. Ein Stichwort das Linke beflügelt, auch in Österreich: Es sei mit Sicherheit eine Möglichkeit, einen ausgeglichenen Haushalt zu erzielen. Und: Wohlhabende könnten ihr Geld ja „sogar“ zurückbekommen, wird Josef Cap in der Zeitung Die Presse zitiert. Immerhin will Cap das Modell erst einmal bei unseren deutschen Nachbar beobachten. Warum Cap ausgerechnet Deutschland – neben den „Ländern, die große finanzielle Probleme haben“ – als mögliches Einsatzgebiet für die finanzpolitische Kampfmaßnahme sieht, erklärt der SPÖ-Klubobmann nicht.
FPÖ sieht klaren Zusammenhang mit ESM
Auffälliges Schweigen kommt vom Regierungspartner ÖVP, der sonst eher gegen vermögensbezogene Abgaben eintritt. Empörung ist nur aus der FPÖ zu vernehmen. Vizeparteiobmann Norbert Hofer meint, Cap wolle das durch jahrzehntelange rote Regierungspolitik völlig aus dem Ruder gelaufene Budget sanieren, indem er in das Grundrecht auf Eigentum eingreife und den Bürgern vorschreibe, wie sie ihr Geld anzulegen haben. Dass die Chance, es vom Staat jemals wieder zurück zu bekommen, angesichts des Milliarden-Verschenkschirms ESM verschwindend gering sei, komme noch dazu. Und es gibt für Hofer einen zweiten Hintergrund: „Caps Vorschlag ist eine Konsequenz aus der Zustimmung zum ESM und zum Fiskalpakt. Wenn diese Verträge in Kraft treten, geht die Gestaltungsfreiheit über unser Budget gegen Null. Daher baut die SPÖ offenbar schon vor, um neue Geldquellen zu erschließen.“
Warnung vor großer Umverteilung
Anlegeexperten hatten zuletzt immer eindringlicher vor derartigen Entwicklungen gewarnt, etwa auch der deutsche Börsenmakler und Buchautor Dirk Müller, der vor einer Umverteilung von oben nach unten warnte.
Zu spät für vernünftige Lösungen?
Nach den aktuellen Vorschlägen des DIW zeigt sich auch Anlageexperte Jens Ehrhardt in der deutschen Ärztezeitung alarmiert. Selbst wenn der Staat die Zwangsanleihen zurückzahlen sollte, würde es sich für die Betroffenen mit großer Wahrscheinlichkeit für ein Verlustgeschäft handeln, weil die Inflation bereits jetzt über den Anleihezinsen liegt. Ehrhardt befürchtet weitere „unkonventionelle“ Maßnahmen, wenn er schreibt:
Da die erzielbaren Effekte aus Sparmaßnahmen oder mehr Wachstum wegen der Größenordnung der Verschuldung bei Weitem nicht mehr ausreichen, ist es für "vernünftige" Lösungen wohl zu spät.
Ehrhardt rechnet mit künstlich niedrig gehaltenen Zinsen, damit sich die Staaten im Wege der Inflation entschulden könnten. Immobilien seien für Investoren interessante Alternative, könnten aber in den staatlichen Fokus rücken, wenn es um neue Besteuerungsmöglichkeiten geht. Gold sei ebenfalls ein wichtiger Baustein, „solange kein Goldbesitzverbot droht“.









Kommentare
Am Golde hängts, zum Golde drängts
Eine Vermögensanlage für Mündige, welche die Verantwortung selbst übernehmen. Mit einem guten Versteck, ist es in guten Zeiten mindestens so sicher wie eine gute Bank. In schlechten Zeit sogar noch sicherer. Und oben drauf gibt es das Gute Gefühl, das solche capperl wie der cap (und dessen Auftraggeber) durch die Finger schauen.
Wird er nicht
denn man wird eben den Privatbesitz von Gold verbieten analog zu den Waffenverboten - die Menschen sollen sich in keinlerlei Weise gegen die Machenschaften der wirtschaftlichen und politischen Machthaber wehren können.
Jetzt sehen wir die Fratze ...
Als ich vor einem halben Jahr davon schrieb, wurde ich beschimpft und ausgelacht. Na ja, da wa der Zeitpunkt noch nicht ....
Enteignet die kriminellen Besitzer des Zentralbankensystems!
Es gibt nur eine echte Lösung für die Finanzkrise: die Verhaftung und Enteignung jenes kriminellen Geldschöpfer-Kartells (Globalisten), welches aus dem Britischen Empire hervorgegangen ist und dem die Zentralbanken in den USA/Europa bzw. die BIS in der Schweiz gehören. Dieses kriminelle Bankerkartell besteht aus sehr alten und extrem mächtigen Aristokraten. Wir leben seit Jahrzehnten - für die meisten unbemerkt - unter ihrer Feudalherrschaft. Das kriminelle Bankerkartell hat 1871 die USA in eine Corporation umgewandelt und im Dezember 1913 die private Federal Reserve erschaffen, wodurch es die Geldschöpfung der modernen industriellen Zivilisation stahl. Über Proxies organisierte es beide Weltkriege in Europa und ist verantwortlich für die schleichende Coporatisierung der Nationalstaaten (sog. corporate states, Firmenstaaten). Jede Lösung der Finanzkrise, die diesem kriminellen Kartell nicht den Prozess macht, ist absolut unakzeptabel!
Die Gieranden wissen nicht mehr, woher sie noch das Geld
für ihre Säcke nehmen sollen.
Egal wieviel und was sie besteuern, egal welches Geld und Güter sie ergaunern, einzig und allein fließt es in ihre Taschen. Und denen der Globalplayern.
Bei den Globlaplayern trauen sie sich nicht, hinzulangen. Im Gegenteil, die lassen sie an der Umverteilung kräftig mitnaschen. Kein Wunder, werden sie doch von denen eingesetzt und berufen.
Grundgesetz
Es gilt das Grundgesetz, auch der § 20,4.
Artikel 20.
1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Â
Schmecks, denn zu Punkt 4 hat
die EU sich das Recht herausgenommen, solchen Widerstand ("Aufruhr") mit Waffengewalt bis hin zu Tötungen zu beantworten" ... (auch wenn sie in Syrien jetzt mit der üblichen Doppelzüngigkeit agiert)
So was hatten wir doch schon mal
zB: K.K. Staatsschuldenkasse, 5. Österr. Kriegsanleihe, 5.5 %
amortisable Staatsanleihe, Serie 603
http://www.schoene-aktien.de/a48c-gross.jpg
Damals war halt noch der Doppeladler drauf, der bald nix mehr wert war.
Umkehrschluss: wir haben wohl heute auch schon wieder Krieg, nur eben "mit anderen Mitteln"...?
Neuen Kommentar schreiben
- Die Meinungsfreiheit bewegt sich im Rahmen der geltenden Gesetze. Wer zu Gewalt aufruft oder gegen Teile der Bevölkerung hetzt, kann die Meinungsfreiheit für sich nicht in Anspruch nehmen. Ebenso gilt dies bei Beleidigungen oder Anschuldigungen gegenüber konkreten Personen. Wer die Gesetze missachtet, muss damit rechnen, straf- oder zivilrechtlich verfolgt zu werden. Als Betreiber sind wir bei entsprechenden Ermittlungen zur Kooperation mit den Behörden verpflichtet.
- In der Diskussion mit anderen Kommentatoren erwarten wir einen respektvollen und höflichen Umgang, auch wenn verschiedene Meinungen aufeinander prallen.
- Beziehen Sie sich in ihren Kommentaren bitte auf das Thema des Artikels.
- Sollten Sie sich durch den Inhalt eines Kommentars in Ihren Rechten verletzt fühlen, kontaktieren Sie uns bitte unter kontakt@unzensuriert.at.
Unzensuriert.at behält sich vor, Kommentare wegen Verstößen gegen diese Regeln zu löschen und in besonders krassen Fällen oder bei Wiederholung einzelne Benutzer zu sperren.Die Länge der Kommentare ist auf 1.000 Zeichen begrenzt.