Kuwait führt Todesstrafe für Gotteslästerung ein

17. Juli 2012 - 7:30
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Das Parlament in Kuwait hat sich mit großer Mehrheit für die
Einführung der Todesstrafe bei Gotteslästerung ausgesprochen.
Foto: Kuwaitelections2012 / flickr

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Naher Osten

Wer im Emirat Kuwait den Islam beleidigt, muss ab sofort mit der Todesstrafe rechnen. Nach saudischem und pakistanischem Vorbild billigten die Abgeordneten der Nationalversammlung mit 41 zu 7 Stimmen einen entsprechenden Gesetzesentwurf für ein „Blasphemiegesetz“, berichtete die Zeitung Gulf News. Bislang drohte den Gotteslästerern nur eine längere Haftstrafe. Wie das Institut für Islamfragen der Evangelischen Allianz in Deutschland, Österreich, Schweiz erklärt, sei dies das erste Mal in der neueren Geschichte der arabischen Länder, dass das Grundgesetz eines dieser Länder die Hinrichtungsstrafe benenne und sie mit der Thematik der Blasphemie in Zusammenhang bringe.   

Es geht dabei um eine Ergänzung des kuwaitischen Strafgesetzbuches, die vorsieht, dass eine Beleidigung oder Verhöhnung Gottes, des Propheten Mohammeds, seiner Frauen oder des heiligen Buches des Islam mit dem Tod zu bestrafen sei, wenn der Täter keine Reue zeige. Die gleiche Strafe droht Personen, die sich selbst als Propheten oder Gesandte Allahs bezeichnen. Nicht-Muslime müssten bei den betreffenden Delikten mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen. Zeigt sich ein Täter einsichtig, sollen Richter maximal fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe von umgerechnet höchstens 27.000 Euro verhängen können.

Gesetz in einer Linie mit Gelehrten-Gutachten

Justizminister Jamal Ahmad al-Shihab sagte, Respekt vor Religionen und religiösen Symbolen widerspreche nicht internationalen Konventionen. „Meinungsfreiheit heißt nicht, Heiligtümer von Nationen zu entehren oder zu beleidigen“, erklärte al-Shihab. Ebenso stehe das Gesetz in einer Linie mit vorausgehenden Gutachten islamischer Rechtsgelehrter. Der kuwaitische Parlamentarier Ali al-Diqbasi betonte, das neue Gesetz sei erlassen worden, um jedem, der Beleidigungen äußert, Einhalt gebieten zu können. „Dies ist ein Sieg für den Islam, unseren vornehmen Propheten und seine Ehefrauen. Es ist das wichtigste Gesetz, dass das kuwaitische Gesetz je besessen hat. Dieses Gesetz muss von allen muslimischen Ländern angewandt werden", so al-Diqbasi.

Die Gesetzesnovelle wurde von streng konservativen Abgeordneten eingebracht, nachdem im April ein junger Mann festgenommen und später zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, der über Twitter den Propheten Mohammed verunglimpft haben soll. Nach Auffassung des Gerichts hatte der 26-jährige Hamad al Naqi in mehreren Kurznachrichten und Internet-Kommentaren von Februar bis März Mohammed, seine Frau Aisha und zwei Kalifen verunglimpft, wie die Zeitung Gulf News berichtete. Der Beschuldigte bestritt dies und beschuldigt Hacker, in sein Konto eingedrungen zu sein. Laut der Zeitung forderten die Initiatoren des Blasphemiegesetzes auch eine strengere Regulierung sozialer Netzwerke.

Zustimmung des Scheichs ist noch ausständig

Wann das Gesetz in Kraft tritt ist noch unklar. Den beiden Paragrafen muss noch von Staatsoberhaupt Scheich Sabah al-Ahmad al-Jabir al-Sabah die Zustimmung erteilt werden. Dieser soll seine Unterschrift angeblich verweigert haben, schreibt die Arab Times. Allerdings könnte sich das kuwaitische Parlament im schlimmsten Fall mit einer Zweitdrittelmehrheit über eine mögliche Ablehnung des Emirs hinwegsetzen.

Kurztitel: 
Kuwait: Todesstrafe für Blasphemie
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Kommentare

Dies zeigt wieder einmal, wie "friedlich" und fortschrittlich der Islam ist !
Der Islam sollte in Europa verboten werden, bzw. absolut keine europäische Staatsbürgerschaft für diese wahnsinnigen Steinzeitmenschen !
Jeder, der den Islam in irgendeiner Weise unterstützt ist ein Verräter der europäischen Kultur.
 

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Es ist unglaublich wie manch einer über den Islam herzieht!
Wehrt Euch, aber es wird Euch nichts bringen. Wirklich nicht! Der Islam ist schon da und er wird in Europa immer stärker.
Irgendwann kannst Du und deine Artgenossen auswandern...

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Bitte, geht es nicht ein bisschen freundlicher? Bei diesen Kommentaren, soll niemand beleidigt werden. Hier in Östereich gilt die Religionsfreiheit, sofern die Handlungen und Aussagen nicht gegen das Gesetz von Österreich verstößt. Todesstrafe und Handabhacken und ähnliches, ist in Österreich verboten. Den Islam schlecht machen, ist sicherlich nicht in Ordnung. Aber wenn terroristische Organisationen, sich hinter dem Islam stellen, erst dadurch wird der Islam schlecht gemacht und führt zu unglaublichen Meinungsverschiedenheiten und Ansichten.

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Wer Gott lästert, missachtet, verspottet und der gleichen, ist das eine Sache zwischen Gott und dem jeweiligen Menschen. Gott spricht für sich selber und braucht keine Menschen, die anderen Menschen wegen Gotteslästerung verurteilen. Das wäre ja so, als täten die Menschen, die dieses Urteil aussprechen, höher stehen als Gott, oder zu versuchen, Gott zu verteidigen, als täte Gott sich nicht verteidigen können. Oder anders gesehen: Gott reagiert auf Gotteslästerung nicht sofort. Also nehmen wir das einfach in die Hand und zwar schneller.

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Die Abstimmung im Parlament Kuwaits war meiner Erinnerung nach Anfang Mai (!) und die Weigerung des Scheichs oder Emirs, das Gesetz zu unterschreiben, ging auch schon Anfang Juni durch die Medien - heute ist der 17. Juli... Sollte man vielleicht dazu sagen, wenn man vermeintlich neue Nachrichten erst so spät bringt.
todesstrafe-nachrichten.jimdo.com

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Hatten wir doch alles schon. Wie Hexenverbrennungen ...... Bitte nicht noch einmal. Dann gibt es bei uns ein Verbotsgesetz, ist, "glaube" ich, so etwas Ähnliches.

Es ist sehr heiß im Süden. Nichts Gutes mit dem Klimawandel. Diese Primitivlinge dürfen bei uns sogar einreisen. Noch schimmer, sie dürfen sich einkaufen. Erschaudernd.

Das zeigt aber auch, wie dünn die Religion(?) ist, wenn man mit der Todesstrafe diese verteidigen muß.

Sag mir dass ich schön bin und ich lasse dich leben, sagte die alte häßliche Königin zu ihrem Untertan.

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Die Salafisten gewannen hier erst nach dem Golfkrieg an Boden und zogen ins Parlament ein, wo sie in den letzten Jahren einige legislative Erfolge erzielen konnten, zB Geschlechtertrennung an der Universität, Beschränkungen gegenüber gemischtem Sport, Tanz, Live-Musik usw. Allerdings setzt das kuwaitische System auf "Kooptierung" der Salafisten, sodass sie von der Mehrheit der Gemäßigten unter Kontrolle gehalten werden können; ein weiterer Grund für die relative Freiheit, die Kuwait den Islamisten gewährt, ist der, dass der herrschende Emir, derzeit Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah, ihre Befugnisse jederzeit überprüfen bzw gegen Gesetzesvorschläge sein Veto einlegen kann, wie etwa im ggst. Fall.

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Auch wenn die kuwaitischen Salafisten immer wieder gerne betonen, sie seien formal "unabhängig", so geht es im Hintergrund natürlich um ein politisches Tauziehen mit den geistigen Vätern der Salafisten, den - im "aufgeklärten" Kuwait vielfach verhassten und verachteten - saudiarabischen Wahhabiten, so wie dies auch in den anderen Golfstaaten, etwa in Katar, der Fall ist. Es ist klar, dass das Vordringen des sunnitischen Salafismus die Machtposition Saudiarabiens nach und nach stärkt. Die Paralleleln zur Entwicklung in Europa, speziell in Bosnien, und der hiesigen Bildung salafistischer Vorposten sollte man jedenfalls unbedingt im Auge behalten!

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