Trafikanten streiten um ihre defizitäre Wohlfahrtseinrichtung
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Peter Trinkl, Gabriele Karanz, Trafikanten, Wohlfahrtseinrichtung, Filterlos, Wirtschaftskammer, Wirtschaftsbund, Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender, RFW, ÖVP, Flügelkämpfe, Niederösterreich, Firtz Amann, Ernst GehringFoto: eweth / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Rauchverbote, Tabaksteuer, Ausweitung der Lottoannahmestellen, Zigarettenschmuggel, Überfälle, Preiskampf – die Liste der Probleme, mit denen die heimischen Trafikanten zu kämpfen haben, ist lang. Doch obwohl diese Berufsgruppe wie kaum eine Zweite von äußeren Schwierigkeiten gebeutelt wird, schafft sie es, auch intern für Unruhe zu sorgen. Grund dafür ist ein jüngst ausgebrochener Streit um die Zukunft der Wohlfahrtseinrichtung der Tabaktrafikanten. Nachdem bei einer Prüfung des Jahresabschlusses 2011 ein Minus von einer Million Euro aufgedeckt worden ist, gehen bei den heimischen Trafikanten die Wogen hoch. Innerhalb der Mehrheitsfraktion in der Wirtschaftskammer, dem ÖVP-Wirtschaftsbund ist ein Konflikt um die Verantwortung für diese ökonomische Schieflage entbrannt. Dabei kamen auch aufklärungsbedürftige Beauftragungen an ÖVP-nahe Lobbyisten ans Licht.
Gremialobmann Trinkl im Visier der Trafikanten
Studiert man jüngst an die Öffentlichkeit gespielte Sitzungsprotokolle der Wohlfahrtseinrichtung, dann erahnt man das Ausmaß der Krise dieser Institution, die 2010 ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert hat. Ob der Hunderter erreicht wird oder man vorher vor dem Insolvenzrichter landet, scheint offen. Von einem Minus von einer Million Euro allein 2011 ist die Rede. Dazu kommen offene Kreditlinien mit den Tabakwarengroßhändlern Tobaccoland bzw. Austria Tabak/JTI. In einer Sitzung der Tiroler Landessektion der Wohlfahrtseinrichtung vom 21. Juni 2012 wird etwa von einer Kündigung des Vertrages mit dem Verleger des Branchenmagazins Filterlos, einer Einschränkung des Großhandels und einer Aufgabe der derzeitigen Büroräumlichkeiten gesprochen. Die Kritik konzentriert sich auf den bisherigen Obmann der Wohlfahrtseinrichtung Peter Trinkl, der gleichzeitig Bundesgremialobmann der Trafikanten in der Wirtschaftskammer ist. Wirtschaftsbündler Trinkl ist Multifunktionär, so übt er neben Ämtern auf Bundes- und Länderebenen auch noch die Funktion des Finanzreferenten der Wirtschaftskammer Niederösterreich aus.
Verträge mit ÖVP-nahen Lobbyisten ist Diskussionsgegenstand
Neben Vorwürfen wegen Gebarungsabgängen und Freunderlwirtschaft stehen auch diverse Verträge mit ÖVP-nahen Lobbyisten in Diskussion. Für eine Kampagne gegen die EU-Tabakrichtlinie sollen die Trafikanten gemeinsam mit der Tabakindustrie sowohl mit dem Lobbyisten Wolfgang Rosam als auch mit der ÖVP-nahen Agentur Headquarter vertragliche Beziehungen aufgenommen haben. Headquarter war unter anderem im laufenden Untersuchungsausschuss durch deren Miteigentümer Christoph Ulmer, ehemals Kabinettschef von Ernst Strasser, ins Gerede gekommen. Am Ende soll die Wohlfahrt auf Forderungen von 150.000 Euro sitzen geblieben sein, die die Agenturen nun einfordern. Auch hier steht Peter Trinkl am Pranger.
RFW will Justiz gegen Trinkl und Co einschalten
Peter Trinkl und Gabriele Karanz, gleichzeitig Stellvertreterin und Lebensgefährtin des Bundesgremialobmanns, wehren sich nun. Sie sprechen von einem „Putsch“ ehemaliger Weggefährten aus der Wirtschaftsbundfraktion, die handstreichartig die Führung der Wohlfahrtseinrichtung und wohl auch des Bundesgremiums an sich reißen wollten. Von Undankbarkeit und Verrat in den eigenen Fraktionsreihen ist die Rede. Doch die Kritiker in der eigenen Fraktion sind nicht alleine. Auch der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) hat sich nun in die Diskussion eingeschaltet. Der freiheitliche Wirtschaftskammer-Vizepräsident Fritz Amann und der Bundesobmann der Freiheitlichen Trafikanten, Ernst Gehring, fordern den sofortigen Rücktritt von Trinkl und Karanz aus allen Funktionen. Zudem soll ein Untersuchungsausschuss mögliche Malversationen zwischen Wohlfahrtsvereinigung und Wirtschaftskammer aufklären. Da auch mögliche strafrechtliche Tatbestände in Diskussion stehen, wird der RFW eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft einbringen.









Kommentare
Defizit Wohlfahrtseinrichtung.
Es ist eine Frechheit, wie manche Medien andere Menschen in Misskredit bringen, nur weil einige Emporkömmlinge es nicht erwarten können früher an die Macht zu kommen. Es ist ihnen zu Wünschen, dass sie einmal dasselbe erleben sollen, was sie diesen Menschen fälschlicherweise jetzt unterstellen.Â
Ein Empörter Leser!
Schlecht recherchiert
Leider ein klassischer Fehlschuss, dieser Artikel. Es könnte beinahe der Verdacht aufkommen, hier würde "gesteuerte Redaktion" betrieben.
Die von Frau Riccabona betriebene "Palastrevolution" sollte ganz offensichtlich ein paar Profilierungsneurotikern zu verfrühtem (und unverdienten) Aufstieg ins Echelon der WE dienen, wurde aber abgeschmettert. Die Geschäftsbeziehung zur Agentur Rosam ist bis ins Detail dokumentiert und wurde einstimmig beschlossen. Dass im Nachhinein ein paar Leute beleidigte Kehrtwendungen vollführt haben, ist wohl einem Naheverhältnis zu Agenturen zu verdanken, die in der Ausschreibung nicht zum Zuge kamen (und Abschlagszahlungen erhalten haben bzw. werden).
Najo ... abwarten, sagen wir mal. Der "Wirtschaftsbund-Sumpf", von dem hier die Rede ist, könnte ja auch eine Oase sein.
Also meinetwegen kann ...
... die gesamte Tabakbranche den Bach runtergehen!
Seit diese Wahnsinnigen in den Zigaretten bis zu 100 "Zusatzstoffe" mitverarbeiten, von denen mehr als die Hälfte nur dazu dient, die nicht so Suchtanfälligen auch süchtig zu machen, ist diese Branche mindestens genau so kriminell wie ein Drogendealer, der Jugendliche mit "Gratisproben" anfixt!
Reiner Tabak ist ja lange nicht so suchterzeugend wie diese gottverdammten industriellen Glimmstengel. Allerdings ist auch der Tabak im Packerl genauso verseucht, so daß die "Selbstgewuzelte" ebenso erfolreich süchtig macht.
Sch... auf die Tabakindustrie!
dfW
Man kann es sehen wie man
Man kann es sehen wie man will, aber aus Ihren Kommentar strotzt purer Haß.Vielleicht denken sie mal in einer ruhigen Minute darüber nach.Auf solche Leute wie Sie können wir gerne verzichten.
Ja, sie haben recht, ...
... ich habe einen Hass, aber jetzt nicht unbedingt nur auf den einzelnen Raucher, sondern auf die Industrie und vor allem ihren Anlegern, denn die Tabakindustrie (weltweit) ist mit Sicherheit an den Börsen notiert. Die machen zwar, wie alle Börsianer, auch nichts anderes, als ihren Gewinn zu maximieren, in diesem Fall aber auf Kosten der menschlichen Gesundheit. Sie nehmen ihres Gewinnes wegen Krankheit, Siechtum und Tod von Menschen billigend in Kauf. Wenn das nicht hassenswert ist, weiss ich auch nicht ...
Ja, manche Raucher, die glauben es wäre ihr spezielles Recht, immer und überall rauchen zu dürfen, ... ja, die mag ich auch nicht!
dfW
Mein lieber der faule Willi
Mein lieber der faule Willi,haben sie sich schon auch einmal über der Alkohol Gedanken gemacht.Dort gibt es auch zahlreiche Todesfälle ,in den Familien kommt es oft zu gewaltsamen Übergriffen an Frauen und Kindern,Verkehrsunfälle unsw..Von den Rauchern hört man auch von Todesfälle , jedoch nicht von gewaltsamen Übergriffen an Frauen und Kindern, Verkehrsunfälle unsw.Auch diese Alkoholkonzerne sind an den Börsen notiert und zocken ab. Im Übrigen was ist gesund, gehen sie mal in die Stadt holen zweimal tief Luft und sie atmen gesunde Abgasluft ein.Haben sie sich auch schon darüber Gedanken gemacht.Also hassen sie auch diese. Sind sie also nur vom Haß besessen.
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Zusatz
Nikotin selbst ist die am stärksten süchtig machende Substanz überhaupt und steigt in 7 Sekunden ins Gehirn. Das liegt nun mal in der Natur der Sache. Durch die Zusatzstoffe soll vor allem der der herbe Geschmack des Tabaks überdeckt werden. Auf die Suchtwirkung haben diese Stoffe, wenn überhaupt nur einen geringen Einfluss. Es ist daher scheinheillig Zusatzstoffe zu verbieten. Entweder man lässt Zigaretten wie sie sind, oder verbietetet sie ganz. Vo mir aus kann die Tabakindustrie aber auch den Bach runtergehen.
Wenn ich richtig informiert bin, dann
sollten diese Zusatzstoffe aber wesentlcih giftiger sein als Nikotin. Stark Krebserregend.
Falsch
Nö, das bist du falsch informiert. Weder Nikotin noch Zusatzstoffe sind krebserregend. Krebserregend sind die vielen Stoffe, die erst im Abbrennprozess entstehen (Teer, Blausäure, Kohlenmonoxid). Diese entstehen bei Tabak ohne Zusatzstoffe genauso.
Nein, RICHTIG!
Hier die Information dazu ...
http://www.stern.de/wissen/gesund_leben/zigaretten-zusatzstoffe-von-vani...
dfW
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