Ökonomen legen Fahrplan aus dem Euro-Dilemma vor

25. Juli 2012 - 11:08
Bild: 
Die politischen Gräben im Euroraum vertiefen sich.
Foto: ds-foto :: dembelkandidat / flickr (CC BY-SA 2.0)

Bereiche 

Euro

Die Eurokrise schreitet immer schneller voran. Trotz unzähliger Gipfel scheint die Politik kein taugliches Rezept zu besitzen. Griechenland macht kaum nennenswerte Fortschritte bei der Sanierung des Staatswesens. Für Spanien wird die Luft ebenfalls immer dünner. Doch es gibt Lösungskonzepte. 17 renommierte Wirtschaftswissenschaftler haben ein Papier präsentiert, die Ergebnisse der Forscher geben dennoch wenig Anlass zur Freude.

Die wirtschaftlichen Verwerfungen im Euroraum erreichen in regelmäßigen Abständen neue Rekorde. Die wirtschaftlichen und politischen Gräben zwischen südlichen Mitgliedsstaaten und den nördlichen vertiefen sich. Nach Griechenland und Portugal benötigt jetzt auch Spanien unzählige Milliarden. Das Bankensystem des Landes muss saniert werden. Trotz mehrerer hundert Milliarden, die nach Griechenland fließen, ist kaum Besserung in Sicht. Die Parteienlandschaft führte hitzige Wahlkämpfe um die Macht im Land. Reformeifer scheint zu kurz zu kommen.

Keine Eurobonds

17 Wirtschaftswissenschaftler – darunter zwei Mitglieder des deutschen Sachverständigenrates der Bundesregierung – haben mögliche Lösungsvorschläge präsentiert. Demnach könne die Eurokrise gemeistert werden, ohne den Euroraum teilweise aufzulösen. Die Mitglieder des „Institute for New Economic Thinking“ halten den Europäischen Stabilitätsmechanismus für zu wenig umfangreich dimensioniert. Anstatt des ESM solle ein Schuldentilgungsfonds geschaffen werden. Dadurch könne das Verschuldungsniveau von ins Trudeln geratenen Ländern auf ein vernünftiges Niveau gesenkt werden. Dennoch wäre es möglich, langfristig von einer Vergemeinschaftung von Staatsschulden abzusehen. Den umstrittenen Eurobonds wird also eine Absage erteilt. Die Konstruktionsfehler der Gemeinschaftswährung müssten gelöst werden. Dabei könnten auch kurzfristige Stabilisierungsmaßnahmen helfen. „Werden die nicht behoben, verschwinden auch die Probleme der Euro-Zone nicht“, erklärte Lars Feld – eines der beiden Mitglieder des genannten Sachverständigenrates.

Bankenaufsicht und -union

Die Denkfabrik und ihre Mitglieder sprechen sich für die Etablierung der im nördlichen Teil des Euroraumes eher ungeliebten Bankenunion aus. Die Volkswirtschaften und der Finanzsektor seinen bereits zu eng verflochten. Der Zusammenbruch einzelner Banken könne bereits dramatische Folgen haben. Deshalb fordern die Ökonomen eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht in Kombination mit der Bankenunion. „Die Verwerfungen am spanischen Bankensektor bedrohen auch die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland“, argumentierte Feld.

Doch auch diese Maßnahmen werden ihren Preis haben. Wer diesen bezahlen wird, liegt auf der Hand. Spanien und Griechenland werden es jedenfalls nicht sein.

Kurztitel: 
Der Fahrplan aus der Krise?
Spende für Unzensuriert
 

Kommentare

wenn Europa schon auf der Kippe steht.

Wenn man die Reaktionen über Parkpickerl, Donauinsel, Halal oder Pilz-Dissertation mit den heftigen Reaktionen betrachtet und beim ESM und der EU-Krise man sich in Stille hüllt, dann frage ich mich schon, warum wir überhaupt noch existieren.

Solange der ESM im Raum steht, sind alle anderen "Problemchen" nebensächlich.

Wie in einem Posting das ehemalige Jugoslawien gut angeführt oder das Vorbild der EU, die ehemalige UdSSR, werden unsere Zukunft sein. Korruption pur.

Ein "Staat" im Staat mit der Allmacht der diktatorischen Unantastbarkeit, das ist der ESM. Das moderne legale Raubrittertum.

1
2

Alles schon zu spät.

Unserer Vaterlandsverräter haben ihre Aufgabe zur Zufriedenheit ihrer Auftraggeber erfüllt.

Jetzt haben sie sich noch, zumindest glauben sie es, sich mit dem ESM aus der Affäre gezogen.

Wir sind nicht schuld, macht alles der ESM. Wir nicht. Wir sitzen hier im Sandkasten und können ja gar nichts machen. Jö schau, das Kübelhaus ist zusammen gebrochen. Na das war ja sicher der Gouverneursrat, der den zerstört hat. Du Spindel, macht's was, ich habe jetzt in die Hose gepinkelt und den Sand nass gemacht. "Eh Wurscht, egal".

1
1

Chefverhandler Mock uns in die EU diktiert. Für damals faire Wahlen traue ich mich nicht zu garantieren. Alleine die Meinung der breiten Bevölkerung, die keinen Grund hatte, falsche Angaben zu machen, war Zum Beitritt EU ablehnend. Wenn ich an die Abstimmungen Irlands und der Slowakei denke, dann finde ich diese auch sehr bedenklich.

Für mich gibt es keine Entschuldigungen zur Entlastung unserer Politheinis. Ob sie erpresst werden oder nichts im Schädel haben ist nicht relevant für diese Vergehen, Verbrechen.

Immer mehr verstehe ich Darabos Ruf nach einem Berufsheer. Immer mehr verstehe ich die Verschärfung des Waffengesetzes. In der Schweiz hat jeder Soldat seine ganze Ausrüstung zu Hause im Schrank versperrt. Ohne Vorkommnisse. Und die Verbrecher bekommen auch auf Umwegen zu ihren Schusswaffen.

4
0

Neuen Kommentar schreiben

Beim Verfassen von Kommentaren sind folgende Regeln zu beachten:
  1. Die Meinungsfreiheit bewegt sich im Rahmen der geltenden Gesetze. Wer zu Gewalt aufruft oder gegen Teile der Bevölkerung hetzt, kann die Meinungsfreiheit für sich nicht in Anspruch nehmen. Ebenso gilt dies bei Beleidigungen oder Anschuldigungen gegenüber konkreten Personen. Wer die Gesetze missachtet, muss damit rechnen, straf- oder zivilrechtlich verfolgt zu werden. Als Betreiber sind wir bei entsprechenden Ermittlungen zur Kooperation mit den Behörden verpflichtet.
  2. In der Diskussion mit anderen Kommentatoren erwarten wir einen respektvollen und höflichen Umgang, auch wenn verschiedene Meinungen aufeinander prallen.
  3. Beziehen Sie sich in ihren Kommentaren bitte auf das Thema des Artikels.
  4. Sollten Sie sich durch den Inhalt eines Kommentars in Ihren Rechten verletzt fühlen, kontaktieren Sie uns bitte unter kontakt@unzensuriert.at.
Unzensuriert.at behält sich vor, Kommentare wegen Verstößen gegen diese Regeln zu löschen und in besonders krassen Fällen oder bei Wiederholung einzelne Benutzer zu sperren.
Die Länge der Kommentare ist auf 1.000 Zeichen begrenzt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind, um automatisiertem Spam vorzubeugen.
Füllen sie das Feld aus.