Unzensuriert-Nachlese: Spindelegger und der Oerlikon-Skandal
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Bundesheer, SPÖ, ÖVP, Michael Spindelegger, ÖGB, Parteienfinanzierung, Verteidigungsministerium, Eurofigther, Weisung, Munition, Große Koalition, ÖAAB, Robert Lichal, Oerlikon, Waffenindustrie, Matra Manurhin Defense, Wolfgang Mekis, Egmont Foregger, Josef Martinz, Kärnten, Ernst Strasser, Hannes Rauch
Foto: European Peopole's Party - EPP / flickr (CC BY 2.0)
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KorruptionAngesichts der Malversationen in Kärnten ist die ÖVP bemüht, den Skandal nicht in die bundespolitische Sphäre dringen zu lassen. Ex-Innenminister Ernst Strasser, den der zurückgetretene Kärntner VP-Obmann Martinz konsultiert haben will, wird seit seiner „Lobbying-Affäre“ als EU-Parlamentarier behandelt wie ein weggelegtes Kind. Auch dessen ehemaliger Pressesprecher und heutiger ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch will ihn kaum gekannt haben. Und der aktuelle Obmann Michael Spindelegger zeigte sich „zutiefst enttäuscht“ von Martinz, vergisst dabei jedoch, dass er einst Teil einer ähnlichen Affäre war. Unzensuriert.at hat im Vorjahr im Vorfeld des aktuellen Korruptions-U-Ausschusses über die Skandale der Republik berichtet. Dazu zählt auch die Beschaffung von Munition vom Schweizer Konzern Oerlikon. Hier aus aktuellem Anlass noch einmal der Bericht darüber:
Oerlikon-Skandal wirft Schatten auf ÖVP-Obmann Spindelegger
Beschaffungsvorgänge zwischen Regierungsstellen und der Waffenindustrie waren immer schon eine Fundgrube für mutmaßliche oder tatsächliche Korruption. Diskutiert man aktuell über die Eurofigther und damit im Zusammenhang stehende Unregelmäßigkeiten, so ging es vor rund 25 Jahren um Munitionskäufe des österreichischen Bundesheeres beim Schweizer Fabrikanten Oerlikon. Nach der Neuauflage der Großen Koalition zwischen SPÖ und ÖVP war das Bundesministerium für Landesverteidigung nach 17 Jahren wiederum an die Österreichische Volkspartei gefallen. Bundesminister wurde der mächtige ÖAAB-Chef Dr. Robert Lichal.
Lichal führte das Verteidigungsministerium mit harter Hand
Als Robert Lichal Verteidigungsminister wurde, hatte er bereits eine lange Funktionärskarriere in Personalvertretung und ÖVP hinter sich. Bereits mit 36 Jahre war er Ende der sechziger Jahre Obmann der Zentralpersonalvertretung der niederösterreichischen Landesbediensten geworden - eine Position, die er bis zum Amtsantritt als Minister innehatte. In dieser Funktion war er für die ausschließlich nach ÖVP-Manier betriebene Personalpolitik im niederösterreichischen Landesdienst hauptverantwortlich. 1973 wurde Lichal stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, 1976 folgte die Entsendung in den Bundesrat, 1979 der Einzug in den Nationalrat. Lichal wurde Sicherheitssprecher der ÖVP, Landesobmann des ÖAAB, Präsidiumsmitglied des ÖGB und schlussendlich Bundesminister und ÖAAB-Bundesobmann. Auch die neue Aufgabe führte er ausschließlich nach parteipolitischen Gesichtspunkten und mit harter Hand. Den Spitzename „Django“, den er wegen seiner exponierten sicherheitspolitischen Ansichten erhalten hatte, trug er mit Stolz.
35 Millionen Schilling für Flakmunition wurden zur Causa prima
Lichals Amtsführung wurde von Anfang an von einem umfangreichen Beschaffungsvorgang in Sachen Munition überschattet. Als Minister ließ Lichal dem Schweizer Waffenproduzenten Oerlikon-Bührle AG einen Lieferauftrag über 50.000 Stück Leuchtspur-Flak-Übungsmunition erteilen. Mitbieter für diesen Auftrag war damals die französische Munitionsfirma Matra Manurhin Defense. Diese legte ein Anbot, das Gesamtkosten von rund 15 Millionen Schilling aufwies, also um satte 20 Millionen günstiger war. Jahre später kam noch dazu an die Öffentlichkeit, dass man die Munition überhaupt nicht gebraucht hätte und der Beschaffungsvorgang nutzlos war. Sogar bundesdeutsche Medien wie Der Spiegel berichteten.
Lichal entschied gegen Matra Manurhin Defense und ordnete per Weisung die Beauftragung der Schweizer mit der Munitionslieferung an. Damit entstand der Republik ein Schaden von 20 Millionen Schilling. Zwei Jahre später ermittelten die zuständigen Strafbehörden wegen Untreue und Amtsmissbrauch. Als Folge dieser Affäre kam es zu Hausdurchsuchungen sowohl im Bundesministerium als auch im ÖAAB-Hauptquartier. Grund dafür waren die Ergebnisse einer anderen Amtshandlung. Beim Wiener Repräsentanten der Oerlikon-Bührle AG, dem Waffenindustrielobbyisten Walter Schön, wurden brisante Schriftstücke gefunden, die auf Parteienfinanzierung in Richtung ÖAAB und ÖVP hindeuteten.
Michael Spindelegger als Ministersekretär involviert
Schön war durch Provisionen für Waffengeschäfte mit dem Österreichischen Bundesheer zu einem wohlhabenden Mann geworden. Unter anderem war er auch ein Duzfreund des amtierenden Bundesministers Lichal. Die bei Schön gefundenen Schriftstücke enthielten folgenden Aktenvermerk: „Spindelegger: 1. Parteienfinanzierung; zwei Millionen; 2. Auftragsvolumen: 35 Mio..“ In Schöns Büro fand man eine Brief Lichals, der sich auf ÖAAB-Briefpapier für einen schönen „Fliederbusch“ an seine Frau bedankte. Die Kriminalisten deuteten dies in der Wiener Ganovensprache als „viel Geld“. Der heutige Vizekanzler, Außenminister und ÖVP-Obmann war damals als Ministersekretär engster Mitarbeiter von Lichal. Zudem war Spindeleggers Vater Erich einer der treuesten Parteifreunde Lichals und sein Vorgänger als Bundesrat von Niederösterreich. Laut Medienberichten gab es auch bei Spindelegger in dessen Privatwohnung eine Hausdurchsuchung in Sachen Oerlikon. In Folge wurde die Liste der zu untersuchenden Delikte immer länger: Verdacht der Beihilfe zum Amtsmissbrauch, Verdacht des Amtsmissbrauches, Vergehen der Verleitung zu Pflichtwidrigkeiten, Verbrechen der Untreue, Verdacht der strafbaren Handlung und Ausnützung einer Amtsstellung standen schlussendlich auf der Agenda der Strafbehörden.
Oberstaatsanwaltschaft Wien stellte die Erhebungen ein
Drei Jahre nach dem Beschaffungsvorgang wurden die Ermittlungen gegen Schön, Lichal, Spindelegger und Co. eingestellt. Dem war eine Weisung des auf Vorschlag der ÖVP in die Bundesregierung berufenen Justizministers Egmont Foregger vorausgegangen, der dem ermittelnden Staatsanwalt Wolfgang Mekis den Fall aus bis heute nicht nachvollziehbaren Gründen entzogen hatte. Mekis berief sogar eine Pressekonferenz ein, um sich gegen diese Vorgangsweise des Justizministeriums zu wehren. Lichals Ministerkarriere ging im selben Jahr dennoch zu Ende, er übergab sein Amt an seinen ÖAAB-Nachfolger Werner Fasslabend und zog sich für die nächsten vier Jahre auf den politischen Altenteil als Zweiter Nationalratspräsident zurück. Auf die Causa wollte er seitdem nie mehr angesprochen werden. Und auch ein anderer will vergessen. Als die Zeitung Der Standard im Mai 2011 Spindelegger auf die seinerzeitige Affäre ansprach, wurde jeder Kommentar durch sein Büro abgelehnt.









Kommentare
Vielleicht kann man es auch mit Aschenputtel erklären.
Da werden die Lieblinge (sind das vielleicht die Banken? Oder doch die Globalplayer?) mit Allem verwöhnt und der Rest der Bürger wartet auf den Märchenprinz, ..... und der kummt net, ja er kummt net ... und zwischenzeitlich sondern sie das Korn für die Lieblinge und den Streu für ihre Kinder ...... und er kummt net, ja er kummt net ....
T'schuldigung, Passt schon.
Jö schau, da kommt der Strache ......... (damit die "Guten" jetzt wieder auf die "Rechten" einschlagen können)
Und nun für die Linken: ...... und er tut nix, ja er tut nix .......
also
erstens, der Strache kummt ah net, weil der is grad saufn auf Ibiza. Prater Dome im Sommer is jo a fad.
zweitens. In Kärnten gehört mal ordentlich aufgeräumt. Die Blauen und Schwarzen korrupten Deppen mal rechtskräftig wegsperren. Wem soll man denn noch vertrauen in den politischen Lagern ? Alle haben Dreck am Stecken. Alle!
und drittens. ich weiß hier gibt es fast nur anhänger der Blauen, aber ihr habt zu schnell vergessen was vor ein paar jahren durch die schwarz-blaue koalition alles schief gegangen ist. Grasser hat genascht. Haider ebenso und wurde auch noch von paar Jungs vernascht. Alle blauen haben mit ach so strenger Asylpolitik geworben, tatsächlich ist nicht viel passiert ausser dass " Ausländerhass und Nationalismus " en vogue geworden ist. Und heute ? HC macht einen auf Sozialist in dem er alles " unsren Leut " verspricht .
No idea, wer noch die Guten sind aber hinterfragt doch ein wenig! bitte!
Heino, auch nicht richtig wichtig finde ich die derzeitigen
Plagiatsvorwürfe. Egal von wem sie kommen. Es ist nicht richtig und aber .....
Aber das sollten doch derzeit unsere geringsten Probleme sein und für mich zählt die Person und nicht der Titel.
Aber da für mich die Person zählt, müßten alle Politiker zurücktreten. Manche davon ganz, ganz schnell.
richtig papajoe
Richtig. Dieses ganze Plagiatszeugs ist wirklich nicht so wichtig. Ehrlich gesagt, haben wir doch alle irgendein Blödsinn in unserer Jugend getrieben. A bissi geschummelt oder ein wenig Paintball gespielt. Jo mei ! Wenn jemand seine politische Macht ausnützt um sich privat zu bereichern oder seinen Weg nach der politischen Karriere zu ebnen gehört an den Pranger gestellt und verurteilt.
Daher auch mein Motto Toleranz mit Grenzen.
Ich kenne den Begriff Toleranz. Aber wenn es Toleranz ohne Grenzen, wie die von unseren Toleranzzwangsbeglückungskulturbereicherernverordnungsdiktatoren, gibt, dann schränke ich die Toleranz lieber doppelt ein. Wenn sie wissen was ich meine.
Hallo Heino
Du schreibst richtig: Alle haben Dreck am Stecken.
Dann schreibe bitte auch von den ganzen großen Skandalen über SkyLink, AKH, Finanzpalast Himmelpfortgasse, .........
Und wenn ich mir die Beträge der Skandale ansehe, dann waren die der Blau-Schwarzen gegenüber der anderen bescheiden. !!Ich heiße sie sicher nicht richtig!! Aber der ganze Zirkus wird doch veranstaltet, um eben von den wirklich großen Problemen, samt der unverzeihlichen Ratifizierung des ESM, abzulenken.
Und was man mit Grasser aufführt ist auch nicht schön. Wenn sie etwas handfesten haben, dann sollen sie ihn anklagen, aber nicht ständig Rufmord begehen, um von ihren Schweinerein abzulenken. Und wenn Grasser Dreck am Stecken hat, gehört er vor den Kadi. Wie aber alle anderen auch. Ohne Weisungseinfluß der Regierungen
Für mich zählt der ESM zum Hochverrat. Und dagegen müßte man etwas unternehmen können. Es sei denn, die Regierung hat schon wohlweislich die Gesetze so geändert, daß sie jetzt straffrei ausgehen können.
richtig
ja, stimme ich voll zu. Im Moment werden einfach nur schmutzige Kampagnen von allen Parteien gegen die anderen geführt anstatt, dass man sich wirklich aufs Regieren konzentriert. Das ist ja schon fast an der Tagesordnung , dass jemand irgendwas ausgräbt und die anderen Schreien nach "Rücktritt" in der skurilen Vorstellung dass da nicht nachbesetzt wird.
Ja ESM ist wirklich nicht das Optimum, da sind wir uns einig aber wenn der HC nicht mal mit konstruktiven Vorschlägen sondern nur mit seinem klassischen " wir sind dagegen " daher kommt, dann wird sich immer jeder gegen ihn stellen. In unserer Regierung sitzen doch alles nur geldgeile Teenager die sich immer nur stur stellen und dann herum trotzen. Kindergarten, wirklich ! Ich weiß im Moment auch nicht wen man noch wählen kann. Für mich ist HC halt zu sehr ein Dampfplauderer und kein Regierer. Die Grünen ? hmm, weiß nicht, an der Macht ? eher nicht. Echt schlimm!
Da sind wir einer Meinung
Nur der ESM hat mit Strache nichts zu tun. Außer daß er die Parteienförderung für die "plakative" Aufklärung verwenden soll. Zugegeben, hat er. Aber das war für die Parteisoldatenwähler geistig zu hoch.
Der ESM ist doch das Allerschlimmste, daß man uns vorgesetzt hat. Ein Geldkanal zu den Banken, der in keiner Weise von einem Staat rückgängig, steuerbar und absetzbar ist. Wie deppert sind den die Bürger, daß sie das nicht durchschauen oder kapieren?? Die totale Überwachung und der Lissabonvertrag mit der Legalisierung der Todesstrafe bei EU-Widrigkeit ist schon unverzeihlich. Aber es war und ist die Vorstufe zum ESM.
Gute Nacht Österreich. Gute Nacht EU. Die Oligarchen haben uns übernommen. Hat nicht einmal Amerika bemerkt. So verstehe ich auch langsam die enge und freundschaftliche Beziehung von BP Dr. Fischer zu Nordkorea.
Man muß ja schon fragen, wer da oben nicht Dreck am Stecken hat,
denn das ist leichter und kürzer zu beantworten als umgekehrt.
Hätten die nicht Dreck am Stecken, hätten sie auch nicht den ESM ratifiziert.
Denn mein Neffe weiß schon, dass, wenn sein Bruder sein Geld verwaltet, er zu kurz kommt.
Das ist aber sein Bruder!!!
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