Schwarzer Trafikanten-Chef zieht Leitl in Skandal hinein

29. Juli 2012 - 22:53
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Christoph Leitl soll seinem schwarzen Kollegen Trinkl die Mauer machen.
Foto: VIPN Art2010 / flickr (CC BY-NC 2.0)

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Wirtschaftskammer

Einem weiteren Höhepunkt steuert der ÖVP-Wirtschaftsbundskandal rund um die undurchsichtige Gebarung der Wohlfahrtseinrichtung der Trafikanten zu. Nachdem Teile der Wirtschaftsbundfraktion ihrem Langzeitobmann Peter Trinkl wegen eines satten Millionenabgangs in der Bilanz 2011 die Gefolgschaft verweigern, ruft dieser den Wirtschaftskammer-Präsidenten Christoph Leitl zu Hilfe. In einem Mail an Leitl, zugleich ÖVP-Wirtschaftsbundschef, und an dessen Generalsekretär Peter Haubner beklagt sich Trinkl über Wirtschaftsbund-Kollegen aus Tirol. Er macht ihnen zum Vorwurf, dass sie mit dem Ring Freiheitlicher Wirtschaftsbundtreibender (RfW) gegen ihn gemeinsame Sache machen würden. Offensichtlich möchte Trinkl seine Fraktion ein letztes Mal vergattern, um sich und seine Stellvertreterin Gabriele Karanz vor einer Abwahl beim kommenden Bundestag der Wohlfahrsvereinigung zu bewahren.

Hilferuf an Leitl fand Weg in die Öffentlichkeit

Dass der Wirtschaftsbund keineswegs geschlossen hinter Trinkl steht, beweist die Tatsache, dass sein Mail nur einen Tag nach Eingang bei Leitl und Peter Haubner bereits den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat. Der Branchenonlinedienst www.Alles-Tabak.net veröffentlichte es bereits am am 27. Juli 2012.  In nahezu weinerlichem Ton beklagt sich Trinkl über die eigenen Parteikollegen. Besonders stößt dem Trafikanten-Obmann auf, dass Wirtschaftsbündler aus Tirol gemeinsam mit dem RfW gegen ihn Front bezogen haben:

Sie werden sicher von den Angriffen des RfW auf mich, sowie auf meine Partnerin KR Gabriele Karanz gehört haben. [...] Ich ersuche Sie daher höflichst, als WB Stellung zu beziehen, und Gespräche mit Tirol zu führen, dass eine solche Vorgangsweise, sich mit dem RfW ins Bett zu legen, einem WB-Mitglied oder einem Funktionär nicht ansteht. In meinen 30 Jahren Tätigkeit als Funktionär der Wirtschaftskammer ist mir sein solcher Fall noch nicht untergekommen.

Trinkl wollte RfW selbst für sich instrumentalisieren

Doch Trinkls Argumentation ist nicht allzu glaubwürdig, belegt doch ein ebenfalls bei Alles-Tabak.net wiedergegebener Mailverkehr, dass er bereits am 14. Juli auch versucht hatte, den freiheitlichen Trafikantenobmann Ernst Gehring, zugleich Bundesgremialmitglied in der WKÖ, auf seine Seite zu ziehen. Was dieser allerdings dankend ablehnte, da er unabhängig von Fraktionszugehörigkeiten mit Reformkräften im Wirtschaftsbund gemeinsam die finanziellen Ungereimtheiten in der Wohlfahrtseinrichtung aufklären möchte.

Kurztitel: 
Trafikanten-Skandal: Appell an Leitl
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