IWF-Spezialisten fordern Entmachtung der Banken und neues Geldwesen

31. August 2012 - 3:30
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Ökonomen fordern "Vollgeld" statt Kredit.
Foto: Images_of_Money / Flickr (CC BY 2.0)

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Finanzkrise

Das Bankensystem schafft viele Probleme. Die Politik scheint im Hamsterrad deregulierter Finanzmärkte gefangen. Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben eine Lösung erarbeitet. Banken sollen an die Leine genommen werden und der Geldkreislauf eine neue Grundlage erhalten. Konjunkturschwankungen sollen dadurch überwunden werden und der Vergangenheit angehören.

Der Chicago-Plan

Das Kreditportfolio von Banken übersteigt ihre Einlagen. Rechtlich ist das erlaubt, Probleme ergeben sich dennoch. Andererseits beschränken höhere Eigenkapitalanforderungen – etwa in Form von Basel III – die Kreditvergabe. Die Realwirtschaft leidet unter Liquiditätsmangel und das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich. Die Katze aus Risiko und Wachstum beißt sich in den Schwanz. Ökonomen des Internationalen Währungsfonds präsentierten einen Ausweg aus diesem Dilemma.

In Zukunft sollen Kredite zu 100 Prozent gedeckt in Bargeld oder Wertpapieren sein. Banken würden dadurch einen großen Teil ihres Einflusses einbüßen. Die Geldschöpfung per Buchung würde der Vergangenheit angehören. Anstatt Geschäftsbanken sollen Notenbanken das Geldvolumen stärker kontrollieren. Ausleihungen sollen nämlich durch Zentralbankgeld gedeckt werden. Der staatlichen Notenpresse käme in der Folge das Geldmengen- und Kreditmonopol zu. Kreditwirtschaft und Geldpolitik wären durch einen klinischen Schnitt voneinander getrennt und entflochten.

Roosevelts Trennbanken

Der Plan ist nicht neu, scheint aber dennoch aktuell. Während der Großen Depression zu Beginn der dreißiger Jahre entwarfen renommierte Wirtschaftswissenschaftler wie Henry Simons und Irvin Fisher den Chicago-Plan. In den rund 80 Jahren seit der Entwicklung des Modells wurde es niemals verwirklicht. US-Präsident Franklin D. Roosevelt konnte sich in der Sache nicht gegen den Druck der Wallstreet durchsetzen. Als Erfolg konnte er den Glass-Steagall-Act verbuchen, der Geschäfts- und Investmentbanken voneinander trennte. Die Einlagen von Sparern waren verhältnismäßig sicher und spekulative Verluste mussten von den Investoren getragen werden. Für milliardenschwere Bankenhilfspakete – wie sie heute verabschiedet werden - würde in einem solchen System kein Anlass bestehen.

Die IWF-Mitarbeiter Michael Kumhof und Jaromir Benes haben das Konzept wieder aufgegriffen. Konjunkturzyklen würden ihrer Argumentation zufolge der Vergangenheit angehören. Banken wäre es nicht mehr möglich, durch ausufernde Kreditvergabe Blasen zu erzeugen. Die Schaffung von Geld sei „ein Privileg, das kein anderer Wirtschaftszweig genießt“, rechtfertigt einer der Autoren der Studie den Einschnitt. Das Auf und Ab des Wirtschaftsgeschehens würde sich eindämmen. Niedrigere Inflation und stabiles Wachstum wären das Ergebnis.

Kurztitel: 
IWF-Experten fordern Geldrevolution
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Kommentare

Der Plan wird in dem zitierten Papier gut argumentiert und könnte tatsächlich viel zur Krisenbewältigung beitragen.

Er wird aber nicht umgesetzt werden.

Denn er ist nicht im Interesse der Spekulanten, Krisengewinnler und ihrer Politik-Büttel. Er würde wahrscheinlich ein Ende der Umverteilung von Arm zu Reich, von Bürger zu Politiker bedeuten.

Wer sollte da noch extreme Boni "verdienen"(?), wer die abgehalfterten Politiker (von Viktor Klima über Gerhard Schröder, von Joschka Fischer bis Charly Blecha etc.) fürstlich entlohnen für ihren Verrat am "kleinen Mann"?

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