„Graf fordert Volksabstimmung zur Rückkehr Südtirols zu Österreich." Diese Schlagzeile löste wieder einmal einen groß inszenierten Wirbel in der medialen Politlandschaft aus. Liest man jedoch das vom Dritten Präsidenten Martin Graf in der „Presse am Sonntag" vom 26.7.2009 gegebene Interview im Wortlaut durch, so stellt man verblüfft fest, dass Graf diese Worte gar nicht gesagt hat. Graf äußerte, man wisse eigentlich nichts Genaues, „solange man die Bevölkerung nicht fragt. Die Frage ist, ob es ein Tirol geben soll". Das klingt anders, als die Schlagzeile es formuliert! Und es ist sicherlich nicht jener „provokante" Sager, zu welchem Grafs Worte danach hochstilisiert wurden. Dass Graf auf das den Südtirolern vorenthaltene Selbstbestimmungsrecht hinwies und die Pflege der „faschistischen Denkmäler" auch durch das heutige demokratische Italien „schon eine Frage" nannte, steht durchaus im Einklang mit den historischen Tatsachen und klingt auch nicht sonderlich „extrem".– dem Jahr der Streitbeilegung - Walter Ebenberger in Folge 1 der „Freien Argumente" unter dem Titel „Kein Ende für Südtirol" auseinandergesetzt. Weiterlesen...