Senioren-Festakt im rot-schwarzen Politkorsett

Der Seniorenrat ist die gesetzliche Interessenvertretung von etwa 2 Millionen Senioren in Österreich. Darin sind alle maßgeblichen Pensionisten- und Seniorenorganisationen vereint, um eine starke Vertretung aller Senioren zu gewährleisten. Natürlich auch die Freiheitlichen. Beim Parlaments-Festakt anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Seniorenrats als Sozialpartner war davon allerdings kaum etwas zu spüren.

Abgesehen von der Begrüßung, bei der auch der Präsident des freiheitlichen Seniorenrings, Dr. Edwin Tiefenbacher, ein paar Worte verlieren durfte, war die Rednerliste streng im rot-schwarzen Proporzschema gehalten. Geradezu „brüderlich“ aufgeteilt, wie es der Seniorensprecher der FPÖ, NAbg. Werner Neubauer, formulierte. Verantwortlich für die eigenartige Einladungspolitik ist – wenig verwunderlich – Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Sie zeigte, wie zuletzt bei einer Veranstaltung zum Frauentag, dass sich das Hohe Haus fest in ihrer Hand befindet.

Neubauer fordert nun, dass ein dritter Präsident im Seniorenrat geschaffen wird, der analog zum Wahlergebnis der letzten Nationalratswahl vergeben wird. Damit würde den freiheitlichen Senioren ein Präsidentenamt zustehen. „Unter der Ägide von Blecha und Khol geschieht leider wenig Positives für die ältere Generation. Die Vorschläge des Seniorenrats werden kaum ernsthaft diskutiert, sondern vom zuständigen Sozialminister überwiegend ignoriert“, argumentierte Neubauer. Er kritisierte unisono mit Tiefenbacher, dass der Seniorenrat zwar als Sozialpartner bezeichnet werde, allerdings bis dato ausgeschlossen blieb.

Man müsse dem Seniorenrat mehr Rechte verleihen, damit Sozialpartnerschaft auch im „rauen politischen Alltag“ gelebt werde. „Unser Land darf niemals Schauplatz eines Verteilungskampfes zwischen den Generationen werden. Unser Motto muss vielmehr sein: Der Jugend alle Chancen gewähren, dem Alter die hart erarbeiteten Rechte bewahren“, richtete Tiefenbacher an die Gäste des Festaktes.

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