Paraguay durch Kopfschuss dezimiert, durch Einbürgerung verstärkt

Heute abend steigt Paraguay gegen Italien ins WM-Geschehen ein. Die Südamerikaner zeigten bei der Qualifikation eine starke Leistung und belegten den dritten Platz: punktgleich mit Chile hinter dem fünffachen Weltmeister Brasilien.

BildIn Südafrika will sich Paraguay in der Gruppe F gegen Italien, Neuseeland und die Slowakei behaupten und hat sich dafür Verstärkung vom Nachbarn Argentinien geholt. Lucas Barrios, der in der deutschen Bundesliga bei Borussia Dortmund kickt und nicht im WM-Kader von Argentinien aufgeschienen ist, wurde kurzerhand eingebürgert – immerhin ist seine Mutter Paraguayerin.

Beim heutigen ersten Spiel der Gruppe F treffen die Südamerikaner auf den Titelverteidiger Italien. Zwar mit dem eingebürgerten Argentinier, aber ohne Salvador Cabanas, der im Jänner in Mexiko bei einem Attentat durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde. Mutig, dass er nach diesem Erlebnis als Zuseher in das als auch nicht sehr sicher geltende Südafrika mitreist.

In der Vorbereitung auf das meistgesehene Sportereignis – jedes Spiel verfolgen durchschnittlich 1 Milliarde Menschen an den Fernsehgeräten – quartierte sich die Nationalmannschaft aus Paraguay in Frankreich ein. Auch dort ist die Kriminalität ausufernd: Ein Unbekannter hat das WM-Team um etwa 110.000 Dollar erleichtert. Der Mann mit spanischem Akzent habe sich im Team-Hotel in Evian-Les-Bains als Mitglied der Begleitmannschaft ausgegeben und sich so Zugang zum Safe der Südamerikaner verschafft.

BildAbseits von Fußball bietet das Binnenland, das etwas größer als Deutschland ist, aber weniger Einwohner als Österreich hat, vor allem schöne Landschaften: Im Westen auf fast zwei Drittel der Staatsfläche die trockenheißen Aufschüttungsebenen des Gran Chaco (bild links); im Osten bis zu 700 Meter hohes subtropisches Tafel- und Bergland. Das Leben spielt sich jedoch im zentralen Tiefland ab, das vom mächtigen Paraguay-Strom durchflossen wird. Dort hat sich der Großteil der etwa 6,4 Millionen Einwohner angesiedelt.

Estadio Defensores del Chaco

Auch die großen Fußballklubs sind dort beheimatet. Von den zwölf Mannschaften der Primeria Divison kommen acht aus der Hauptstadt Asuncion. Auch das größte Stadion des Landes – mit einem Fassungsvermögen von 38.000 Zuschauern überraschend klein – steht hier: Das Estadio Defensores del Chaco (deutsch: Verteidiger-des-Chaco-Stadion; Bild rechts) wurde zu Ehren der am Chacokrieg teilnehmenden Soldaten so benannt. Der WM-Teilnehmer Paraguay verteidigte zwischen 1932 und 1935 das Gebiet am Gran Chaco gegen den Nicht-WM Teilnehmer Bolivien.

Fotos: Ssolbergj / Peer V / Bkbid

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