Pensionssystem: Handeln statt reden!

Mit der Milchmädchen-Rechnung „Vier Jahre länger arbeiten sichert das Pensionssystem“ brachte sich Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl in die unselige, alljährlich von der Wirtschaft in Gang gebrachte Pensionsdebatte ein.

Werner NeubauerGastkommentar von Werner Neubauer 

Im Jahre 1970 betrug das durchschnittliche Pensionsantrittsalter von Männern 61,3 Jahre, heute liegt es trotz der deutlich gestiegenen Lebenserwartung nur bei 58,9 Jahren. Dafür verantwortlich sind wohl jene, die dieser Entwicklung tatenlos zugesehen haben, um die Senioren bei anstehenden Wahlen – und sei es durch die so genannten Pensionistenbriefe – nicht zu verlieren.

Noch im Jahre 1970 hatte man im Schnitt mit 19 Jahren zu arbeiten (und damit Pensionsbeiträge zu zahlen) begonnen, heute tut man das im Schnitt erst mit 23 Jahren. Aufgrund eines erhöhten Bedarfs an gut qualifiziertem Fachpersonal ist der Wunsch nach höherer Bildung erfreulicher Weise in den letzten Jahren stark gestiegen. Wegen der – gelinde gesagt – katastrophal organisierten Universitäten – hat sich jedoch die Studiendauer massiv verlängert, weswegen die jungen Menschen auch immer später in den Arbeitsprozess gelangen mit – für alle Beteiligten – oft fatalen Folgen.

Immigration als „Pensions-Lückenfüller“ hat sich bereits in den vergangenen 30 Jahren als untaugliches Mittel erwiesen, da wir ansonsten ja jetzt nicht vor Problemen stehen würden. Außerdem verfügen Ausländer überwiegend nur über eine geringe Bildung, tragen daher kaum zur Produktivität bei und sind zu einem viel niedrigeren Anteil als die Österreicher berufstätig, sprich beitragszahlend.

In Kenntnis all dieser Fakten erhebt sich die Frage, was Leitl mit seinem Vorstoß bezwecken will. Warum wirkt er als Wirtschaftskammer-Präsident nicht auf die Bundesministerin aus der eigenen Partei ein, alles zu unternehmen, um die Ausbildungszeit (Studium) bei Jugendlichen massiv zu verkürzen? Wo sind die Initiativen der Wirtschaftskammer, das Berufseintrittsalter zu senken? Das wären wichtige Schritte zur Stärkung des Umlagesystems. Doch Leitl beschränkt sich lieber aufs Reden, anstatt zu handeln.

Werner Neubauer ist Nationalratsabgeordneter sowie Seniorensprecher der FPÖ.
 

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