WM-Tagebuch 7: Bierkrieg im Stadion

 

Noch einmal Werbung: In Südafrika gibt es zwar vermutlich keinen Werberat, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, "böse" Werbekampagnen durch öffentliche Geißelung noch populärer zu machen, dafür übernimmt dieser Aufgabe der Weltfußballverband FIFA. Zwei Holländerinnen wurden verhaftet, weil sie jene Gruppe von 36 Damen organisiert haben sollen, die im Stadion in kurzen orangen Kleidern mit einem winzigen Logo der Bavaria-Brauerei Stimmung gemacht haben.

"Diese Frauen, die Teil einer größeren Gruppe waren, stehen unter dem Verdacht, an der Organisation unrechtmäßiger Werbeaktivitäten beteiligt gewesen zu sein" , heißt es in einem Statement der südafrikanischen Polizei. Ihnen droht nun sogar eine Haftstrafe. 

Das unverhältnismäßige Vorgehen von Polizei und FIFA hat den Erfolg der sogenannten Schamrotzer-Werbekampagne exponentiell vorangetrieben. Google-News weist innerhalb der letzten 24 Stunden weltweit hunderte Artikel zur Bavaria-Brauerei auf. In nur knapp 20 davon wird.auch der offizielle Werbepartner der FIFA auf dem Bier-Sektor erwähnt. Falls Sie sich fragen, wer das überhaupt ist: Auf diesem Screenshot der FIFA-Homepage finden Sie in der zweiten Zeile links ein Budweiser-Logo.

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Budweiser sollte sich überlegen, die FIFA wegen Geschäftsschädigung zu klagen. Ihr aggressives Vorgehen gegen die hübschen Damen in Orange tut dem Ruf des offiziellen Partners gewiss nicht gut. Schon bei der jüngsten EM in Österreich war der Nutzen für den Biersponsor Carlsberg zweifelhaft. Rund ums Stadion und in allen Fanzonen wurde nur dieses Bier ausgeschenkt – zu völlig überteuerten Preisen und sehr zum Unmut der Fußballfans, die nach dem Ende der Meisterschaft wohl umso begeisterter ihr Ottakringer, Stiegl oder Gösser genossen haben.

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