Käse-Skandal: 15 Mitarbeiter gekündigt – Minister bleibt

Gegen die Hartberger Firma „Prolactal“ wird seit Anfang des Jahres wegen des Listerien-Käses ermittelt. Nun wurde ein Großteil der Mitarbeiter der ruhenden Quargelproduktion gekündigt. Der Standortleiter wurde mittlerweile ins Ausland versetzt – „das Unternehmen brauche ihn dort stärker“, schreibt die Kleine Zeitung.

Amtsschimmel oder Schimmelkäse? Diese Frage werden sich die 15 Mitarbeiter stellen, die bis zuletzt in der Quargelproduktion gearbeitet haben. Weil die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch immer auf Hochtouren laufen und daher die Bänder seit Monaten stillstehen, wurden sie jetzt gekündigt. Immerhin 5 Mitarbeiter haben vorerst im Bereich der Milchpulverproduktion Unterschlupf gefunden.

Die Mitarbeiter sind zwar die ersten der Produktionskette, sicherlich die letzten in der Reihe der Verantwortlichen. Angefangen von der Hartberger Unternehmensleitung bis hinauf zum Gesundheitsminister stinkt’s nämlich gewaltig.

Nicht nur besorgte Konsumenten wurden vom steirischen Unternehmen unzureichend informiert, auch Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) informierte anfangs niemanden. 14 Listerien-Fälle konnten 2009 durch die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) auf den oststeirischen Käse zurückgeführt werden. Am 23. Jänner 2010 wurden dann acht Käseprodukte aus dem österreichischen und deutschen Handel zurückgerufen. Seit 21. Jänner wusste Minister Stöger, dass der Käse die Ursache für die Todesfälle ist. Dennoch hat er die Konsumenten nicht vorm Killer-Quargel gewarnt. Das betroffene Unternehmen durfte selbst noch ran und eine Rückholaktion starten.

Die Antwort Stögers auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein zeigt nun, dass die Firma Prolactal nicht zu oft kontrolliert worden sein dürfte. Stichprobe auf Listerien und andere Erreger wurden – mit Ausnahme der Anlassfallprüfung am 19. Februar 2010 – zuletzt im Juli 2006 gemacht. Dabei handelt es sich um Proben verschiedener Milchpulver.

15 Mitarbeiter durften bisher ihre Koffer packen, der zuständige Minister bleibt dank eines erfolglosen Misstrauensantrag im Parlament weiterhin im Amt.

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