Schmieds Besetzungspolitik: Opernrolle für „Rote Fini“

Wie Bildungsministerin Claudia Schmied in ihrer Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der freiheitlichen Abgeordneten Heidemarie Unterreiner bestätigte, ist die berüchtigte Kommunistin Rudolfine Steindling auf ihre Veranlassung in den Aufsichtsrat der Wiener Volksoper entsandt worden. Schmied führte als Begründung an, die sogenannte "Rote Fini" sei „einerseits ausgebildete Finanzbuchhalterin“ und „verfüge über umfangreiche persönliche Beziehungen zu Wirtschaftstreibenden im In- und Ausland“. Nach ihrem Lobbying für die Nordkorea-Ausstellung im MAK ist das das zweite heftige „Anstreifen“ der Bildungsministerin am Kommunismus.

Der Kampf ums DDR-Vermögen

Das ehemalige KPÖ-Mitglied Rudolfine Steindling wurde durch den juristischen Streit um einen Teil des ehemaligen DDR-Vermögens bekannt. Als Finanzverwalterin der KPÖ war sie ab 1983 alleinige Gesellschafterin der Firma Novum, über die ein Teil der DDR-Außenhandelsgeschäfte abgewickelt worden waren. Die Novum war aber in Wirklichkeit nur eine Tarnfirma, in der ein Teil des SED-Vermögens geparkt war. In der Wirren der Wende verschwanden umgerechnet 128 Millionen Euro aus dem Vermögen der DDR. Steindling soll dieses Geld auf die Seite geschafft haben, indem sie es bei der Schweizer Filiale der Länderbank – jetzt Bank Austria – abgehoben hat. Ein Schweizer Gericht verurteilte jüngst die Bank Austria zur Zahlung von 240 Millionen Euro (128 Millionen inklusive Zinsen) an die BRD, da die Länderbank das Geld nicht an Steindling auszahlen hätte dürfen. Der Bank wird Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Der Verbleib der Millionen ist weiterhin ungeklärt.

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Freunde von Honecker bis Vranitzky

Bildungsministerin Claudia Schmied protegiert Alt-Kommunistin Rudolfine SteindlingDie Kommunistin, deren Lebensmotto lauten soll „Ich mach nichts, was kein Geld bringt“, war und ist beliebt in den roten und tiefroten Kreisen Europas. Neben DDR-Größen wie Erich Honecker, Gerhard Beil (Ex-DDR-Minister) und Alexander Schalck-Golodkowski (für die Außenhandelsgeschäfte der DDR zuständig) zählten Heinz Fischer, Hannes Androsch, Franz Vranitzky und Helmut Elsner zu ihren Freunden. Auch der Industrielle Martin Schlaff, von der Stasi als IM Landgraf geführt, bewegt sich im Kreis ihrer Freunde und Geschäftspartner. Über ihre persönliche oder geschäftliche Beziehung zu Steindling wollte Claudia Schmied (Bild links) in ihrer Anfragebeantwortung keine Auskunft geben.

Der Freundeskreis der „Roten Fini“ ist es wohl, der Schmieds Intention erklärt, die Alt-Kommunistin mit dem Aufsichtsratsposten bei der Volksoper zu beehren. Vielleicht hofft die Ministerin aber auch, nur einen kleinen Teil des möglicherweise unterschlagenen DDR-Geldes für die Oper abzweigen zu können – als kommunistischen Beitrag zum Wiener Kulturleben sozusagen.

Foto: Manfred Werner – Tsui

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