Türkisches Machtstreben mit Drohgebärden gegen Israel

Nach der israelischen Attacke auf die Gaza-Unterstützungsflotte droht die Türkei mit immer schwereren Konsequenzen: Der türkische Außenminister fordert entweder eine Entschuldigung (die der israelische Ministerpräsident bereits ausschloss) oder eine Untersuchung des Falls von internationalen Stellen – sollten die Forderungen ignoriert werden, droht Ankara mit dem Abbruch sämtlicher Beziehungen zu Israel.

Abgesehen davon scheint die türkische Regierung in vielerlei Hinsicht neue Pläne zu schmieden: In einem Fünf-Sterne-Hotel in Istanbul trafen im März rund 1500 türkischstämmige Politiker aus ganz Europa zusammen, um sich von Premierminister Erdogan zu mehr Aktivität ermuntern zu lassen. In diesem Rahmen wurde auch jene Meinung wiederholt, die schon früher für Aufruhr sorgte: Erdogan spricht sich weiterhin klar gegen die "Assimilation" der in Deutschland lebenden Türken aus. Der Verdacht, die türkische Regierung wolle über eingewanderte Türken eine Machterweiterung Richtung Europa anstreben, lag selbst bei zahlreichen grünen Politikern aus Deutschland nahe, die der Einladung nicht gefolgt waren.

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Die Türkei indessen sieht sich selbst als zentralen Einflussfaktor in sowohl europäischen als auch muslimischen Regionen. Bereits in den 90ern bezeichnete sie sich selbst als "multiregionale Macht" und als die "eurasische Hauptstadt". Auch scheinen sowohl das islamistische als auch das unabhängige, im Geiste Atatürks handelnde Lager die Politik der Machterweiterung zu unterstützen. Da die Türkei ihre Machtansprüche auch im mittleren Osten stellt, könnten die aktuellen Spannungen einen entscheidenden Anlass bieten.
 

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