Erheblicher Bildungsrückstand von Schülern mit Migrationshintergrund

Der heute in Berlin vorgestellte Integrationsbericht der deutschen Bundesregierung lässt die laufende Bildungsoffensive in ein schiefes Licht geraten. Kinder aus Zuwandererfamilien brechen die Schule fast doppelt so oft ab wie ihre Mitschüler ohne Migrationshintergrund. Tendenziell brechen aber auch mehr deutsche Jugendliche die Schule vorzeitig ab.

13,3 Prozent der Migrantenkinder verlassen die Schule ohne Abschluss. Das ist eine Steigerung von rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. 43 Prozent der Migranten beenden ihre Schulausbildung mit einem Hauptschulabschluss, bei den Deutschen sind es hingegen 31 Prozent. Zwar stieg der Anteil der Realschulabschlüsse leicht an, genauso wie die Quote der Maturanten, allerdings würde es noch zehn bis zwölf Jahre dauern bis dieselben Bildungsstandards erreicht wären, prognostiziert der Integrationsbericht.

Ein weiterer Trend zeigt, dass eine Mikro-Elite von hochqualifizierten Zuwanderern einer wachsenden Zahl von geringqualifizierten jugendlichen Zuwanderern mit kaum Chancen am Arbeitsmarkt gegenübersteht. Und die Hochgebildeten ziehen nach einem erfolgreichen Studium sogar oft fort, weil sie sich in Deutschland noch immer diskriminiert fühlen.

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Eine Hiobsbotschaft für die deutsche Bildungspolitik ist auch die steigende Zahl der Schulabgänger ohne Migrationshintergrund. Hier ist die Quote von 5,4 Prozent im Jahr 2005 auf inzwischen 7,0 Prozent gestiegen.

Professor Klaus Bade, Vorsitzender des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration in Berlin, meint, dass schon 2015 drei Millionen Arbeitskräfte fehlen würden, weil hochqualifizierte Ausländer einen „großen Bogen“ um Deutschland machen. Er schlägt nun vor, die Steuer- und Sozialgesetzgebung zu vereinfachen, damit das „würgende Steuersystem“ nicht die gut ausgebildeten Migranten vertreibt. Zudem müsse ein Klima geschaffen werden, das Zuwanderern das Gefühl gibt, willkommen zu sein. Ein eigenes Integrationsministerium könnte dieser Aufgabe gerecht werden. Ein Ansatz, der allerdings das Problem der zahlreichen nicht oder unzureichend qualifizierten Migranten ausklammert und voraussetzt, dass Deutschland seine Einwanderungspolitik an strengen Qualitätskriterien ausrichten würde.

(Foto auf der Startseite: © BiT)

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