WM-Tagebuch 31: Holland greift im Land der Buren nach dem Titel

Deutschland hat Platz drei gesichert, damit ist es doch noch eine durch und durch europäische EM geworden mit den ersten drei Plätzen. Dass heute die Holländer ausgerechnet in Südafrika zum dritten Mal in einem WM-Finale stehen, hat einen gewissen Charme, sind die Buren oder auch Afrikaaner doch hauptsächlich niederländisch-stämmig.

BildBildIn der alten Fahne ist das Orange noch eine der hervorstechenden Farben, aus der neuen, die seit 1994 über dem Kap weht, ist es trotz offensichtlicher Farbenfreude verschwunden.

Ähnlich steht es um den Einfluss der weißen Bevölkerung in Südafrika. Seit dem Ende der Apartheid haben sich die Verhältnisse ins Gegenteil verkehrt. Die Schwarzen sind die uneingschränkten Machthaber. Unter ihnen finden sich Gestalten wie der ANC-Jugendführer Julius Malema, der bei jeder Gelegenheit das alte Kampflied "Kill the boer" anstimmt.

Ein Lied ist es auch, das der afrikaans-sprachigen weiße Bevölkerung wieder Hoffnung gibt. Bok van Blerk besingt den legendären General Koos De la Rey, einen der wichtigsten militärischen Führer im zweiten Burenkrieg.

Das Lied ist auf dem besten Weg, eine Art neue Hymne der Afrikaaner zu werden. Einige Radiosender weigern sich, den Song zu spielen. Sehenswert ist auch diese Hintergundreportage (Teil 1 und Teil 2). Viele Weiße sehen sich heute in einer ähnlichen Situation wie damals die Buren in ihrem aussichtslosen Kampf gegen die haushoch überlegenen Engländer. Übersetzt, so fürchten Kritiker, könnten die Weißen durch das Lied dazu aufgerufen werden, sich wieder einen Anführer zu suchen – einen wie damals De la Rey.

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Die Oranjes haben mit Wesley Sneijder und Ajren Robben heute abend gleich zwei exzellente Anführer. Obwohl sich die weiße Bevölkerung in Südafrika für Fußball traditionell nicht besonders interessiert – ihnen werden sie heute abend gewiss die Daumen drücken.

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