WM-Tagebuch 32: Zum Einschlafen fad, dieses Tiqui-Taqua

Jetzt sind die Spanier also auch noch Weltmeister mit ihrem erbärmlich langweiligen Tiqui-Taqua-Fußball. Die Holländer sind zwar nicht ganz so staunend daneben gestanden wie die Deutschen im Halbfinale, aber genutzt hat es ihnen letztlich auch nichts.

Dabei war die Härte-Taktik an sich erfolgversprechend – gut, der eine mit dem Tritt aufs Brustbein hat s ein wenig übertrieben -, gescheitert sind die Niederlande aber aus dem gleichen Grund wie die Deutschen: Die paar Chancen, die sich geboten haben, wurden vernebelt. Und im Überfluss bekommt man sie gegen Spanien eben nicht, denn Tiqui-Taqua ist so etwas wie eine moderne Form des italienischen Catenaccio – Beton anrühren und zuschlagen, wenn der Gegner mürbe geworden ist.

Selbstverständlich sind die Spanier jetzt in allen Medien auch verdient Weltmeister geworden. Wir sehen das weniger euphorisch. Viermal 1:0 in den K.o.-Spielen ist ziemlich minimalistisch, noch dazu wo Deutschland das einzige richtige A.-Team als Gegner war, Portugal und Holland sind ja doch eher nur B und Paraguay C. Gerade in der Vorrunde haben sie zwei Spiele mit zwei Toren hingelegt – gegen die grottenschlechten Honduraner und gegen die etwas besseren Chilenen. Dafür dürfen sich die Schweizer jetzt Weltmeister-Bezwinger nennen. Aber was soll s: Schuld ist ohnehin nur dieser gefräßige Oktopus namens Paul.

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Gespannt dürfen wir sein, wer diesen Titel in vier Jahren verteidigt. Wenn das so weiter geht mit dem katalanischen Separatismus, könnte 2014 in Brasilien schon das Team Catalunya auflaufen. Mehr Fremdarbeiter als etwa die Deutschen hätten sie dann auch nicht, wenn die Mannschaft so bleibt, wie sie ist. Vor dem Finale hat gestern immerhin eine Million Katalanen auf einer Großdemonstration die Richtung vorgegeben.

Unzensuriert widmet sich nun wieder verstärkt seinen angestammten Themen. Die WM war uns eine willkommene Abwechslung – die Berichte darüber waren es hoffentlich auch für Sie. Hier gibt s das ganze Tagebuch zum Nachlesen. Somit schließen wir das Buch und stoßen noch einmal kräftig ins Vuvuzela-Horn – auf dass uns dieser Folterton für den Rest unseres Lebens erspart bleibt!

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