Ratingagenturen legen Ungarn die Daumenschrauben an

Der ungarische Premier Viktor Orban lässt sich nicht beirren. Der Internationale Währungsfonds und seine Regierung waren in Streit geraten, weil sich die Regierung nicht völlig unterordnen wollte. Orban bestand auf einem höheren Defizit, das allerdings im Vergleich mit anderen EU-Staaten durchaus akzeptabel erscheint. Doch er hat es nicht nur gewagt, der Institution zu widersprechen, sondern auch "heilige Kühe" zu melken. Die Einführung einer Bankensteuer in Höhe von 0,45 Prozent der Bilanzsumme wollte der IWF so nicht hinnehmen. Deshalb wurden die verbliebenen Tranchen des bereits geschnürten Hilfspakets für das widerspenstige Ungarn auf Eis gelegt.

Doch davon lässt man sich in Budapest wenig beeindrucken. Betriebe sollten sich zukünftig auf dem freien Kapitalmarkt Zugang zu Liquidität verschaffen, empfahl der Premier und bleibt damit dem eingeschlagenen Weg treu.

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Die Ratingagenturen Moody s und Standard & Poor s drohen jetzt, die Bonität des Landes herabzusetzen. Die Folge wären höhere Zinszahlungen und erschwerter Zugang zu Finanzmitteln auf dem Kapitalmarkt. Der Forint, die Landeswährung, geriet im Anschluss an die Meldung der möglichen Abstufung des Ratings bereits unter Druck. Dies trifft den Mittelstand besonders hart. Viele Bewohner des Landes haben Fremdwährungskredite in Euro aufgenommen, um vom niedrigen Zinsniveau zu profitieren. Verliert der Forint an Wert, steigt deren Verschuldung im gleichen Verhältnis. Mit "Unsicherheiten, die aus der Einstellung der Verhandlungen resultierten", begründen die Folterknechte der internationalen Finanzwirtschaft, dass sie Ungarn jetzt die Daumenschrauben anlegen.

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