Können Sie sich vorstellen, Wiener Bürgermeisterin zu werden?

Da hat sich Wiens Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) voll reingehängt und doch einen Bauchfleck gelandet. Nicht einmal der überflüssige Werberat konnte sich zu einer Verurteilung der Fasstypen-Kampagne der Hirter Brauerei durchringen.

Sandra Frauenberger - Stadträtin - SPÖ WienFrauenberger dürfte es jedoch schon kommen gesehen haben und hat daher vorsorglich angekündigt: "Da die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft in Sachen Sexismus nicht ausreichend ist, wird Wien hier eine Vorreiterrolle einnehmen." Die Wiener SPÖ-Frauen assistierten mit zwei ziemlich handgestrickten Briefvorlagen, mit denen man (pardon: frau) seiner (ihrer) Empörung an den Werberat bzw. die frei zu wählende Sexisten-Firma freien Lauf lassen kann. Der Beschwerdebrief ans Salzamt wäre auch hilfreich. Eine "Watchgroup" gegen Sexismus in der Werbung will die resolute Stadträtin auch noch gründen. Da lassen sich bestimmt noch ein paar Soziologinnen ohne Perspektive am Arbeitsmarkt, dafür aber mit dem richtigen Parteibuch, gut versorgen.

Bei so vielen in Stellung gebrachten Geschützen ist es natürlich skandalös, dass der Werberat es wagt, falsch zu entscheiden. Wer braucht dieses Gremium dann wirklich noch, fragt sich da wohl auch Frauenberger und stellt verschnupft und ganz ohne Beistrich fest: "Ein Gesetz brächte mehr Klarheit als es die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft vermag."

Hirter Bir - Werbung - FasstypenFreuen darf sich die Hirter Brauerei. Für sie gilt wie für alle Firmen: Wenn der Werberat einmal tätig wird, ist der Erfolg der Kampagne nicht mehr aufzuhalten. Das Fasstypen-Casting wird bestimmt eine Riesengaudi.

Und jetzt einmal im Ernst: In welcher Welt lebt diese Frau Frauenberger? Da wächst gerade eine Generation Porno heran, wo sich die Mädchen mit 12 Jahren die ersten Gangbang-Videos (ja, manche Erwachsene wissen nicht einmal, was das ist) reinziehen, um das mit 14 dann einmal in der Realität auszuprobieren. Unsere Jugend versinkt zum Teil in sexueller Verwahrlosung, und diese Dame stößt sich an ein paar halbnackten Mädels auf einem Bier-Plakat.

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Aber so weltfremd wie als Frauenstadträtin, ist Frauenberger auch als Integrationsstadträtin. Flugs wendet sie sich nämlich dem nächsten Thema zu und fordert – so wie der Außenminister für ganz Österreich – auch für Wien mehr Zuwanderer: "Wir werden Zuwanderung brauchen. Und wir müssen uns als Stadt attraktiv machen, damit wir die Zuwanderer bekommen.“ Bis jetzt war das ja auch ausgesprochen schwierig, nicht wahr?

Noch weiter von der Realität entfernt als Frauenberger sind nur noch die beiden Interviewer der Zeitung "Die Presse“, die in den letzten Tagen überhaupt einen Narren an der SPÖ-Stadträtin gefressen hat. Sie stellen ihr allen Ernstes die Frage: "Können Sie sich vorstellen, Wiener Bürgermeisterin zu werden?“ – Obwohl irgendwie würde das schon passen, oder?

Fotos: Astrid Knie auf flickr / Screenshot der Hirter-Webseite

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