Wieder Streit um deutsches Vertriebenenzentrum

Mit der Errichtung des Vertriebenenzentrums soll dem Schicksal von Millionen Vertriebenen in Europa und besonders der Flucht und Vertreibung von 14 Millionen Deutschen gedacht werden. Um dieses künftige Zentrum in Berlin schwelt allerdings ein jahrelanger Konflikt. Zuerst wurde Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach (Bild) nicht in den Stiftungsrat gewählt, nun bezichtigen Linkspolitiker zwei andere designierte Ratmitglieder des Geschichtsrevisionismus.

Erika Steinbach - Präsidentin des Bunds der VertriebenenAuslöser der neuerlichen Streitigkeiten über das Vertriebenenzentrum sind Zitate der beiden stellvertretenden Stiftungsratmitglieder Hartmut Saenger und Arnold Tölg vom August des Vorjahres in der Preußischen Allgemeinen Zeitung. Darin hatte Saenger, Sprecher der Pommerschen Landsmannschaft, die kriegerische Haltung Polens nach dem Ersten Weltkrieg kritisiert. Der baden-württembergische CDU-Politiker Tölg hatte sich über Kriegsverbrechen wie folgt geäußert: „Während in Nürnberg von den Siegern die deutschen Kriegsverbrecher zurecht verurteilt wurden, haben die gleichen Länder bezüglich Zwangsarbeitern ähnliche Verbrechen begangen wie Hitler-Deutschland.“

Nun werfen Linkspolitiker der SPD und Grünen sowie der wissenschaftliche Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Direktor des Jüdischen Museums den beiden Geschichtsrevisionismus und Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen vor. Der Zentralrat der Juden werde die Ernennung in die Stiftung überdies nicht hinnehmen. Ein Historiker meinte, die Mitglieder des Bundes der Vertriebenen (BdV) verträten Thesen, „die vor allem in einer rechten Geschichtsbetrachtung gang und gäbe seien“.

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Für die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, die im Vorjahr durch das Veto der liberalen FDP aus Angst vor einem möglichen Affront gegen Polen nicht in den Stiftungsrat kam, ist die Kritik „unseriös“. Dem Bund der Vertriebenen liege es an der Wahrhaftigkeit bei der Darstellung von Flucht und Vertreibung. „Wahrhaftigkeit aber scheinen einige wie der Teufel das Weihwasser zu scheuen“, meinte sie. Auch der vertriebenenpolitische Sprecher der CSU, Stephan Mayer, selbst Mitglied im Rat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ hatte die Kritik „als Kampagne der Opposition mit dem Ziel, Stimmung gegen den BdV zu machen“ verurteilt.

Foto: dontworry

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