Tendenziöse Meinungsumfrage zur Zuwanderung

52 Prozent der Österreicher vertreten die Meinung, dass Zuwanderung wichtig ist – 100 Prozent der Österreicher lehnen tendenziöse Studien allerdings ab. Eine solche veröffentlichte das Linzer „market“-Institut am Donnerstag. 500 Personen über 16 Jahre wurden in angeblich repräsentativen Online-Interviews zu den Themen Zuwanderung und Integration befragt. Die Fragegestaltung oblag dabei offenbar einem Ferialpraktikanten.

Bei der ersten Frage mussten die Teilnehmer zwischen „zwei Meinungen zum Thema Zuwanderung“ entscheiden. Einerseits stand die Option zur Auswahl „Zuwanderung ist wichtig, da die Geburtenrate in Österreich sehr niedrig ist und der Wirtschaft in Zukunft Arbeitskräfte fehlen“, andererseits die Antwortalternative, dass die Zuwanderung „für Konflikte und für Mehrkosten beim Steuerzahler“ sorge. Für die ohnehin schmackhaft gemachte erstere Variante haben sich wenig überraschend 52 Prozent der Befragten entschieden.

Zwischen Männlein und Weiblein herrscht allerdings eine große Differenz. 61 Prozent der Männer glauben, dass die Wirtschaft mit ausländischen Arbeitskräften gestützt werden muss, bei den Frauen sind es nur 43 Prozent. Eine große Kluft herrscht auch zwischen den Generationen. Vor allem die ältere Bevölkerung ab 50 Jahren steht der Zuwanderung offen gegenüber, der Großteil der Österreicher bis 29 Jahre ist der Meinung, dass Ausländer für Konflikte und für Mehrbelastungen der Steuerzahler sorgen. Dass beide Varianten sehr eng miteinander verbunden sind und daher wohl zusammen vertreten werden können, ist dem oberösterreichischen Meinungsforschungsinstitut egal.

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Auch bei der zweiten Frage wurden die naheliegenden Antworten im Vorhinein auseinanderdividiert. Auf die Frage, ob sich Zuwanderer selbst integrieren sollen oder die Politik die Zuwanderer bei der Integration unterstützen soll, fiel das Resultat ähnlich logisch aus. Knapp mehr als die Hälfte der Österreicher fordert Unterstützung seitens der Politik, 42 Prozent hingegen finden, dass sich Zuwanderer selbst integrieren sollten. Problemlos könnten beide Antworten zusammen genannt werden.

An der Seriosität der Umfrage zweifelt auch der stellvertretende FPÖ-Obmann Norbert Hofer. Er vermutet, dass „market“ diese Umfrage am Parteitag der Grünen oder Roten erhoben habe und empfahl seriöse Statistiken der Statistik Austria.

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