Muslime haben Islamisten nicht mehr im Griff

Nach der überraschenden Schließung der Terror-Moschee im Hamburger Stadtteil St. Georg befürchten die in Deutschland lebenden Muslime jetzt, dass sich radikale Islamisten auf andere Gemeinden verteilen könnten. Der Rat der islamischen Gemeinschaften in der Hansestadt (Schura) geißelte die Schließung scharf, weil die Mitglieder „ohnehin auf dem Präsentierteller der Sicherheitsbehörden saßen“. Die Besucher der Masjid-Taiba-Moschee würden sich jetzt auf andere Gemeinden verteilen. Für den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ist hingegen der Zeitpunkt unpassend, weil kurz vor dem Ramadan damit auch unbescholtene Gläubige getroffen wurden.

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In der Realität sieht die Sache allerdings anders aus. Die Moschee war wenig beliebt, hatte zuletzt nur an die 30 Mitglieder. Das Gotteshaus sei nicht in einen „Sympathiekreis“ eingebettet, hieß es bei der Behörde auf Journalistenfragen, ob Racheakte von Islamisten erwartet werden. Die Hintergründe der Vorwürfe gegen die Behörden sind freilich andere. Es scheint, als hätten Gebetsraumdie zahllosen muslimischen Vereine ihre Mitglieder nicht mehr im Griff. Für die Schura ist das Verbot unverständlich, weil es ohnehin eine „komfortable Situation für die Sicherheitsbehörden“ gewesen sei. Logisch, diese offizielle Erklärung. Dass die Moschee als Drehkreuz der radikalen Muslime bis hin zum Kennenlern-Treffpunkt für die Terror-Attentäter vom 11. September fungierte, will man natürlich nicht eingestehen.

Die Hamburger Innenbehörde hatte die ehemalige „Al-Quds-Moschee“ am Montag wegen Islamismusverdacht dicht gemacht. Sie galt laut Verfassungsschutzbericht als Treffpunkt jihadistischer Moslems. Daneben wurden auch der gleichnamige arabische Trägerverein behördlich verboten sowie die Wohnungen führender Mitglieder durchsucht und Beweismaterial sichergestellt.

Fotos: Startseite – Moschee in Königswinter (D) von Tohma & Antonio Melina/ABr

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